27. April 2022
Presse

VdK-Präsidentin: „Bundesregierung bekämpft Armut nicht konsequent und zielgenau“

  • Sofortzuschlag für Kinder und Einmalzahlung an Bedürftige reichen nicht aus - Ausweitung der Minijobs setzt falsches Signal
  • Sozialverband fordert mehr Unterstützung für ärmere Menschen
Symbolfoto: Kinderschuhe mit deutlichen Abnutzungserscheinungen, im Hintergrund kann man verschwommen ein Kind erahnen
© IMAGO / photothek

Am Donnerstag, 28. April, berät der Bundestag in einer 1. Lesung über den Sofortzuschlag für Kinder, die Einmalzahlung an Bedürftige und die Erhöhung des Mindestlohns. Auch die Ausweitung der Minijobs steht auf der Tagesordnung.

Zum Sofortzuschlag für Kinder sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„20 Euro monatlich will die Bundesregierung als Sofortzuschlag an Kinder aus sozial benachteiligten Familien zahlen. Das ist ein richtiger, aber kein mutiger Schritt: 20 Euro im Monat sind viel zu wenig, um Kinder aus der Armut zu holen. Was diese Kinder schnell brauchen, ist eine Kindergrundsicherung, die für gesundes Essen, Kleidung, die Mitgliedschaft im Verein und den Computer zum Lernen reicht. Sie muss die tatsächlichen Bedarfe von Kindern abdecken, wie sie durch Befragungen empirisch belegt werden können. Nur so lässt sich verhindern, dass Kinder aus ärmeren Familien von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen bleiben.“

Zur Einmalzahlung an Bedürftige sagt Bentele:

„Eine Einmalzahlung für Bedürftige in Höhe von 100 Euro sind bei den derzeitigen Preissteigerungen höchstens ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wer von Hartz IV oder Grundsicherung lebt, braucht mehr als diese Einmalzahlung: Die Regelsätze müssen neu berechnet und jährlich mindestens an die Preissteigerungen angepasst werden. Das zeigt die derzeitige Preisentwicklung sehr deutlich. Diesen Menschen würde es auch helfen, wenn ihre Strom- und Heizkosten komplett übernommen würden oder die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ausgesetzt wird.“

Zur Ausweitung der Minijobgrenze sagt Bentele:

„Der VdK lehnt die Ausweitung der Minijobgrenze von 450 auf 520 Euro strikt ab. Sie setzt ein völlig falsches Signal. Minijobs sind kein Sprungbrett in den gut bezahlten Job, sie sind eine Armutsfalle – vor allem für Frauen, die auf Minijob-Basis in Teilzeit arbeiten. Minijobber sind nicht abgesichert, weder bei langer Krankheit noch in Krisenzeiten. Das hat die Corona-Pandemie eindrücklich gezeigt. Und im Alter erwartet Minijobber ein Leben in Armut, denn sie bekommen nur eine kleine Rente. Erst durch reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung können wir die Menschen schützen – in Krisen und vor Altersarmut.“

Zur Erhöhung des Mindestlohns sagt Bentele:

„Der VdK befürwortet die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Diese Erhöhung darf aber nur ein Schritt zu einem Mindestlohn sein, der vor Altersarmut schützt. Menschen, die täglich für einen Mindestlohn arbeiten, müssen gut leben und gut fürs Alter vorsorgen können. Der VdK fordert von der Ampelregierung, dass sie mutig an diesem Thema weiterarbeitet und den Mindestlohn auf 13 Euro anhebt.“
Bentele kritisiert: "Insgesamt bekämpft die Bundesregierung Armut nicht konsequent und zielgenau."

Pressekontakt: Heike Vowinkel, Mobil: 0151 26163180, presse@vdk.de


Auch interessant:

SOZIALE GERECHTIGKEIT
Das Bild zeigt Verena Bentele
Alle freuen sich über den Frühling. Aber aus unterschiedlichen Gründen. Manche atmen nämlich jetzt vor allem deshalb auf, weil die Heizperiode langsam zu Ende geht. | weiter
26.04.2022

SOZIALE GERECHTIGKEIT
Das Bild zeigt Verena Bentele
Der VdK hat das zweite Entlastungspaket der Ampelkoalition scharf kritisiert. Statt diejenigen zu entlasten, die wirklich Hilfe benötigen, werden auch viele bedacht, die bereits über große Einkommen verfügen. | weiter
05.04.2022

Minijobs - Tickets in die Armut

Sie arbeiten in der Gastronomie, putzen in Privathaushalten oder sitzen an der Ladenkasse. Und es sind überwiegend Frauen. Die sogenannten Minijobs sollten ursprünglich mal den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Arbeitsleben erleichtern. Stattdessen sind sie zur Armutsfalle geworden. Dass die neue Ampel-Koalition nun die Verdienstgrenze bei Minijobs von 450 auf 520 Euro anheben will, kritisiert der Sozialverband VdK deutlich.

Schlagworte Armut | Kinderzuschlag | Mindestlohn | Minijob | Einmalzahlung | Kinderarmut

  • Presse-Kontakt
    Ihr Kontakt zur Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland mit Sitz in Berlin. Journalisten können sich hier in unseren Presseverteiler eintragen. | weiter
  • Pressemitteilungen
    Unsere Pressemitteilungen und Statements informieren bundesweit über Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK. | weiter
  • Pressefotos
    Journalisten finden hier Pressefotos in hoher Auflösung und eine Vita der VdK-Präsidentin zum Herunterladen. | weiter
  • Pressespiegel
    Wer berichtet über den Sozialverband VdK? Zu welchen Themen äußern wir uns aktuell in Presse, Radio und TV? Hier finden Sie eine Auswahl aus unserem Pressespiegel. | weiter
    16.05.2022
  • Podcast
    Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Politik und Gesellschaft geht die VdK-Präsidentin Verena Bentele jeden Monat sozialpolitischen Fragen nach. Jetzt anhören! | weiter
  • VdK-Zeitung
    Mit einer Auflage von mehr als 1,7 Millionen Exemplaren gehört die VdK-Zeitung zu den größten Mitgliederzeitungen. VdK-Mitglieder erhalten sie zehnmal pro Jahr. | weiter
  • VdK-TV
    Im Videoportal des VdK finden Sie mehr als 100 Filme rund um die Themen Pflege, Gesundheit, Behinderung, Rente, Sozialrecht, Arbeitsmarkt und viele mehr! | weiter
    04.05.2022
  • Publikationen
    Der Sozialverband VdK bietet wechselnde Publikationen an, die Sie auf dieser Seite direkt online bestellen, in vielen Fällen auch kostenlos herunterladen können. Aktuell: Neuauflage des Pflegeratgebers "Pflege geht jeden an!" - kostenlos für Sie zum Download. | weiter
  • Newsletter
    Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht sowie aktuellen Infos rund um den Sozialverband VdK. | weiter

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin
Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410
presse@vdk.de

Mitgliedschaft
Das Bild zeigt eine Frau an einem Tablet, auf welchem die Beitrittserklärung zum VdK geöffnet ist.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.