Mindestlohn auf 13 Euro anheben

  • Bentele: „Schluss mit den kleinen Schritten!“
  • Für armutsfeste Löhne
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Der Mindestlohn in Deutschland soll in vier Stufen bis zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro steigen. So lautet der Vorschlag, den die Mindestlohnkommission am Dienstag, den 30. Juni, präsentiert hat. Aktuell liegt die Lohnuntergrenze bei 9,35 Euro. Der Sozialverband VdK hält den Vorschlag für unzureichend. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu:

„Schluss mit den kleinen Schritten. 13 Euro sind das Minimum. Es ist nicht länger zu akzeptieren, dass ein Mensch hart schuftet und Sozialversicherungsbeiträge zahlt, um dann doch aufs Sozialamt gehen zu müssen.“

Vor fünf Jahren wurde unter Protest der Wirtschaftsverbände ein Mindestlohn in Deutschland eingeführt. Laut Bentele schützt die Lohnuntergrenze vor der schlimmsten Ausbeutung. Doch ein wirklich wirksames Mittel gegen Armut sei sie nicht. Dafür müsse der Mindestlohn deutlich angehoben werden, so Bentele:

„Viele Beschäftigte der Branchen, in denen Mindestlohn bezahlt wird, sind systemrelevant. Verkäuferinnen, Reinigungskräfte und Paketboten halten das Land gerade am Laufen und haben eine Anhebung ihres Stundenlohns mehr als verdient. An diesen Menschen die Corona-Einbrüche wieder hereinzusparen, wäre zynisch. Ein höherer Mindestlohn kann die Wirtschaft ankurbeln. Er stärkt nicht nur Kaufkraft und Binnennachfrage, sondern sorgt auch dafür, dass die Beschäftigten im Alter ohne Grundsicherung auskommen können.“
Im Jahr 2018 hätte der Mindestlohn bei 12,63 Euro liegen müssen, damit nach einer Vollzeitbeschäftigung über 45 Jahre eine Rente oberhalb der Grundsicherung herauskommt.

Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts haben rund zwei Millionen Beschäftigte von der bislang letzten Anhebung des Mindestlohns zum Jahresanfang profitiert. Hierzulande arbeiten 3,5 Prozent aller Beschäftigten zum niedrigsten Tarif.

Die Mindestlohnkommission ist ein Gremium aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern. Ihre Empfehlung zur künftigen Höhe der Lohnuntergrenze setzt die Bundesregierung in der Regel im Anschluss per Verordnung fest.

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