12. Juli 2017
So hilft der VdK

Berufskrankheit anerkannt: VdK-Mitglied aus Sachsen erhält positiven Bescheid

Der Streit ging bis vor das Landessozialgericht (LSG) in Chemnitz. Dort bekam VdK-Mitglied Martina Behm (Name von der Redaktion geändert) aus Sachsen Recht. Ihre Erkrankung ist von der Berufsgenossenschaft als ­Berufskrankheit anzuerkennen. Die Richter bestätigten damit das vorangegangene Urteil des Sozialgerichts Chemnitz.

© picture alliance / Benjamin Beytekin

Das VdK-Mitglied (Jahrgang 1956) hatte als Physiotherapeutin in einem Krankenhaus gearbeitet und dort von 1981 bis 1985 auch Kriegsverletzte aus Angola mit offenen Wunden und inneren Erkrankungen behandelt. Dabei trug sie keine Schutzhandschuhe, da diese zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorgeschrieben waren.

Als Martina Behm sich Anfang der 1990er-Jahre bei ihrer Hausärztin eine Reiseimpfung geben lassen wollte, stellte diese im Verlauf der Voruntersuchung fest, dass sie an einer chronischen Hepatitis B leidet. Doch wo hatte sie sich angesteckt? Familienmitglieder kamen nicht in Frage. Insofern musste sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Arbeit im Krankenhaus infiziert haben. Hinzu kam, dass der chronische Verlauf auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt der Ansteckung verwies. Das bestätigte auch ein ärztliches Gutachten.

Berufsgenossenschaft lehnt Anerkennung als Berufskrankheit zunächst ab

Alles deutete auf eine Berufskrankheit hin. Doch die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung in ihrem Bescheid vom Herbst 2010 ab. Die Physiotherapeutin sei bei ihrer Arbeit keinem außergewöhnlich hohen Risiko ausgesetzt gewesen, und eine besondere Ansteckungsgefahr habe auch nicht bestanden.

Klage mit Hilfe des VdK vor dem Sozialgericht

Den Widerspruch des VdK-Mitglieds wies die Berufsgenossenschaft zurück. Als auch die Aussage einer Zeugin, dass die Infektionen damals dem Krankenhauspersonal nicht mitgeteilt worden seien, ungehört verhallte, klagte Martina Behm mithilfe des VdK vor dem Sozialgericht Chemnitz. Rechtsanwältin Kathleen Glatzhoefer vom Sozialverband VdK Sachsen in Chemnitz nahm sich des Falles an.

Beim Erörterungstermin vor Gericht konnte Martina Behm anhand von Fotos und Zeugenaussagen glaubhaft darlegen, dass die Infektion während der Tätigkeit im Krankenhaus erfolgt war. Das sah auch das Sozialgericht Chemnitz so. Doch die Berufsgenossenschaft ging in Berufung vor das Landessozialgericht, zog die Klage aber zurück, als sich abzeichnete, dass sie erfolglos sein würde.

Berufsgenossenschaft prüft Entschädigung

Laut Gerichtsbescheid des Sozialgerichts Chemnitz von 2014 ist die Hepatitis-B-Erkrankung von Martina Behm eine Berufskrankheit nach Nr. 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung. Es sei bewiesen, dass die Klägerin einem hohen Infektionsrisiko aufgrund von häufigen Kontakten mit Blut oder sonstigen infektiösen Flüssigkeiten ausgesetzt gewesen sei. Mittlerweile prüft die Berufsgenossenschaft sogar eine Entschädigung an Martina Behm, wie VdK-Rechtsanwältin Glatzhoefer mitteilte.

Mitgliedschaft
Das Bild zeigt eine Frau an einem Tablet, auf welchem die Beitrittserklärung zum VdK geöffnet ist.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter

Sabine Kohls

Schlagworte Sozialrecht | Berufskrankheit | Hepatitis | Berufsgenossenschaft | Klage | Entschädigung

VdK-Rechtsberatung

Der Sozialverband VdK berät und vertritt seine Mitglieder im Bereich gesetzliche Rentenversicherung, zum Beispiel zum Thema Erwerbsminderungsrente.

Mitgliedschaft
Das Bild zeigt eine Frau an einem Tablet, auf welchem die Beitrittserklärung zum VdK geöffnet ist.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter

Zu hohe Ausgaben?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.
Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.