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VdK-Umfrage zeigt: Vertrauen in Pflegesystem gering

Eine vom VdK beauftragte Erhebung zeigt: Nur 30 % der Menschen in Deutschland glauben an sichere Pflege im Alter, 55 % zweifeln. 82 % sehen den Staat in der Pflicht. Der VdK warnt: Kürzungen in der Pflege gehen an den Erwartungen vorbei.

Hände einer alten Frau halten die Griffe eines Rollators. Im Hintergrund eine gelb gestrichene Wand.
© Emile - stock.adobe.com

Klare Erwartungen an den Staat

Die Sorge um die eigene Pflege im Alter wächst. Eine aktuelle, repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands VdK Deutschland zeichnet ein deutliches Bild: Nur 30 Prozent der Menschen in Deutschland halten es für wahrscheinlich, im Pflegefall ausreichend versorgt zu werden.

Mehr als die Hälfte – 55 Prozent – glaubt hingegen, dass ihre Pflege in Zukunft eher nicht gewährleistet wäre. Ein alarmierendes Signal für Politik und Gesellschaft.

Die Befragten sehen vor allem den Staat in der Verantwortung. 82 Prozent schreiben ihm eine große oder sehr große Rolle bei der Sicherstellung der Pflege zu.

Zwar erkennen viele auch eine Mitverantwortung (72 Prozent sehen jede Person selbst in der Pflicht, vorzusorgen; 59 Prozent nennen Familie oder Angehörige als Verantwortliche). Doch für die Mehrheit steht fest: Ohne starke staatliche Absicherung wird es nicht gehen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele betont: „Die Menschen erwarten eine starke staatliche Absicherung und vertrauen nicht darauf, dass in erster Linie Familie oder Angehörige die Pflege gewährleisten. Der Staat muss mehr Verantwortung übernehmen, statt sich zurückzuziehen. Die aktuellen Kürzungsideen widersprechen der Lebensrealität der Menschen völlig.“

Umfrageergebnisse: Pflege im Alter

Die Grafik mit dem Titel „Angemessene Pflege im Alter“ zeigt die Ergebnisse einer YouGov-Erhebung vom Februar 2026 zur Frage: „Für wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich halten Sie es, dass Sie im Alter ausreichend gepflegt werden, falls Sie Pflege benötigen?“ Die Antworten verteilen sich wie folgt: 35 % halten dies für „eher unwahrscheinlich“. 25 % halten es für „eher wahrscheinlich“. 20 % sagen „sehr unwahrscheinlich“. 14 % antworten mit „weiß nicht“. 5 % halten es für „sehr wahrscheinlich“.
Der VdK hatte in seiner YouGov-Erhebung vom Februar 2026 gefragt: „Für wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich halten Sie es, dass Sie im Alter ausreichend gepflegt werden, falls Sie Pflege benötigen?“ Die Antworten verteilen sich wie folgt: 35 % halten dies für „eher unwahrscheinlich“. 25 % halten es für „eher wahrscheinlich“. 20 % sagen „sehr unwahrscheinlich“. 14 % antworten mit „weiß nicht“. 5 % halten es für „sehr wahrscheinlich“.

Umfrageergebnisse: Wer trägt die Verantwortung?

Die Grafik mit dem Titel „Große Mehrheit sieht Staat in der Hauptverantwortung für Pflege“ zeigt Ergebnisse einer YouGov-Erhebung vom Februar 2026 zur Frage, wer die Verantwortung dafür tragen sollte, dass Menschen die benötigte Pflege erhalten. Dargestellt sind drei Akteure: der Staat, die Familie bzw. Angehörige und jede Person selbst. Die Antworten sind nach Verantwortungsgrad gestaffelt (sehr große Verantwortung, eher große Verantwortung, eher geringe Verantwortung, gar keine Verantwortung, weiß nicht). Der Staat: 44 % sehen eine sehr große Verantwortung, 38 % eine eher große Verantwortung. 11 % sprechen von eher geringer Verantwortung, 1 % von gar keiner Verantwortung, 6 % wissen es nicht. Insgesamt schreiben somit 82 % dem Staat eine große oder sehr große Verantwortung zu. Die Familie bzw. Angehörige: 16 % sehen eine sehr große Verantwortung, 43 % eine eher große Verantwortung. 29 % halten die Verantwortung für eher gering, 5 % für gar nicht vorhanden, 7 % wissen es nicht. Insgesamt 59 % sehen hier eine große oder sehr große Verantwortung. Jede Person selbst: 29 % sehen eine sehr große Verantwortung, 43 % eine eher große Verantwortung. 18 % halten sie für eher gering, 2 % für gar nicht vorhanden, 7 % wissen es nicht. Insgesamt schreiben 72 % dem Einzelnen eine große oder sehr große Verantwortung zu.
In seiner YouGov-Erhebung vom Februar 2026 hatte der VdK gefragt, wer die Verantwortung dafür tragen sollte, dass Menschen die benötigte Pflege erhalten. - Der Staat: 44 % sehen eine sehr große Verantwortung, 38 % eine eher große Verantwortung. 11 % sprechen von eher geringer Verantwortung, 1 % von gar keiner Verantwortung, 6 % wissen es nicht. Insgesamt schreiben somit 82 % dem Staat eine große oder sehr große Verantwortung zu. - Die Familie bzw. Angehörige: 16 % sehen eine sehr große Verantwortung, 43 % eine eher große Verantwortung. 29 % halten die Verantwortung für eher gering, 5 % für gar nicht vorhanden, 7 % wissen es nicht. Insgesamt 59 % sehen hier eine große oder sehr große Verantwortung. - Jede Person selbst: 29 % sehen eine sehr große Verantwortung, 43 % eine eher große Verantwortung. 18 % halten sie für eher gering, 2 % für gar nicht vorhanden, 7 % wissen es nicht. Insgesamt schreiben 72 % dem Einzelnen eine große oder sehr große Verantwortung zu.

Kritik an geplanten Kürzungen

Vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse übt der Sozialverband VdK deutliche Kritik an aktuellen Reformvorschlägen in der Pflegepolitik, denn diese würden umfassende Leistungskürzungen mit sich bringen – insbesondere in der häuslichen Pflege.

Gerade dort aber findet ein Großteil der Pflege in Deutschland statt. Statt Einschnitten fordert der VdK eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung.

Pflege als kommunale Pflichtaufgabe

Ein zentraler Vorschlag des Sozialverbands VdK dazu: Pflege soll zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden. Städte und Gemeinden sind nah an den Menschen, kennen die lokalen Bedarfe und könnten passgenaue Lösungen entwickeln. Dadurch entstünde Handlungsdruck vor Ort – und weniger Abhängigkeit von einzelnen Leistungserbringern.

Aus Sicht des VdK braucht es keine Kürzungen, sondern eine strukturelle Stärkung der Pflegeinfrastruktur.

Methodische Hinweise zur Umfrage

  • Die Daten der Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 06. - 09.02.2026 insgesamt 2204 Personen befragt.
  • Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
  • Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

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