
So setzt der VdK sich für Barrierefreiheit ein: Von Wohnraum bis zu Untertiteln im TV
Der Sozialverband VdK setzt sich von Anfang an für Barrierefreiheit ein und stellt verschiedene Forderungen an die Politik – ein Überblick.

„Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben.“
So beginnt ein vom vergangenen VdK-Bundesverbandstag beschlossener Antrag. Hier einige der wichtigsten VdK-Forderungen:
Bauen und Wohnen
Der Sozialverband VdK fordert, dass Neubauten barrierefrei gestaltet werden. Ein deutlich höherer Anteil als bisher muss uneingeschränkt mit Rollstuhl nutzbar sein.
In der Städtebauförderung soll die Barrierefreiheit mit in die Fördervoraussetzung aufgenommen werden. Ähnlich wie bei der Umweltprüfung muss eine Prüfung zur Barrierefreiheit bei der Aufstellung von Bauleitplänen eingeführt werden. Die Kommunen sollen die Einhaltung der bestehenden Vorgaben zum barrierefreien Bauen systematisch kontrollieren und Nichteinhaltungen sanktionieren.
Verkehr
Bahn, öffentlicher Personennahverkehr und Individualverkehr müssen für alle nutzbar sein. Der VdK plädiert für eine umfassende Weiterentwicklung der rechtlichen Bestimmungen zur Barrierefreiheit. Die Vorgaben sollen verbindlich sein und schneller als bisher umgesetzt werden. Der Bund soll Länder und Kommunen zweckgebunden fördern, damit diese ihrer Verpflichtung zur vollständigen Barrierefreiheit nachkommen.
Der VdK fordert ein bundesweites Förderprogramm für die Beschaffung barrierefreier Fahrzeuge für kleinere Taxiunternehmen insbesondere in ländlichen Gebieten. Flugzeuge sollten mit vergrößerter Bordtoilette und Bordrollstuhl ausgestattet sein.
Einkaufen und Freizeit
Neben allen öffentlichen Stellen, wie Städte, Gemeinden, Landkreise oder der Bund, sollte auch die Privatwirtschaft, also Firmen und Betriebe, zur Barrierefreiheit gesetzlich verpflichtet werden. Das heißt, alle Produkte des täglichen Bedarfs sollten entsprechend gestaltet sein.
Der VdK fordert, eine zentrale, frei zugängliche Datenbank auf Bundesebene einzurichten, auf der Informationen über alle Produkte und Dienstleistungen erfasst werden, die die Anforderungen zur Barrierefreiheit nicht oder nur teilweise erfüllen. Auch Geschäfte müssen so zugänglich sein, dass jeder uneingeschränkt einkaufen und Dienstleistungen nutzen kann.
Freizeitangebote sollten ebenfalls für jede interessierte Person erreichbar sein. Auch Ladestationen für Elektroautos müssen barrierefrei sein.
Medien
Klassische Medien wie Fernsehen und Radio, aber auch Medienplattformen und Internetdienste sind oft nicht barrierefrei nutzbar. Hier besteht großer Nachholbedarf. Dazu gehören Untertitelung und Gebärdensprachdolmetschung, Audiodeskription sowie verständliche Sprache und die Übersetzung in Leichte Sprache.
Der Sozialverband VdK fordert, dass Medienanbieter technisch sicherstellen, dass behinderungsbedingt notwendige Hilfsmittel uneingeschränkt genutzt werden können.

