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Pflegestützpunkte: Kostenlose Beratung für Pflegebedürftige und Angehörige

Von: Julia Frediani

Plötzlich pflegebedürftig – und jetzt? Pflegestützpunkte bieten kostenlose, unabhängige Beratung zu Pflegegrad, Hilfsangeboten und Leistungen. Warum sie wichtig sind und wo es noch Lücken gibt, lesen Sie hier.

Eine Seniorin sitzt an einem Tisch, ihr gegenüber sitzt eine Frau und zeigt ihr etwas in einer Broschüre.
Beratung und Informationen rund um die Pflege: Das bieten Pflegestützpunkte kostenfrei in vielen Bundesländern an. © picture alliance / dpa-Themendienst / Franziska Gabbert

Stützpunkte in fast allen Bundesländern

Der Anruf kommt oft ohne Vorwarnung. Die Mutter ist gestürzt oder der Partner braucht plötzlich Unterstützung rund um die Uhr. In solchen Momenten müssen sich Betroffene und ihre Angehörigen durch ein Dickicht aus Anträgen, Zuständigkeiten sowie Entscheidungen kämpfen und wissen häufig nicht, wo sie anfangen sollen. Genau hier kann eine Beratung in einem Pflegestützpunkt hilfreich sein.

Die Stützpunkte sind Beratungsstellen, die es in fast allen Bundesländern gibt (Datenbank zur Suche weiter unten). Hier können sich Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen unabhängig und umfassend beraten lassen. Die Beraterinnen und Berater sind neutrale Ansprechpersonen, die den Überblick über das gesamte Pflegeversorgungssystem bieten.

Informationen zu Pflege-Angeboten vor Ort

Wer einen Pflegegrad beantragen möchte, bekommt dort Unterstützung – von der ersten Orientierung bis zur Vorbereitung auf den Gutachterbesuch. Wer einen Pflegedienst sucht oder sich fragt, ob ein Pflegeheim die richtige Entscheidung ist, kann in einem Pflegestützpunkt konkrete Informationen und Empfehlungen erhalten.

Ein weiterer Vorteil: Die Beraterinnen und Berater der Pflegestützpunkte kennen die Angebote vor Ort. Sie wissen, welche Pflegedienste in der Region arbeiten, welche ehrenamtlichen Initiativen es gibt oder an wen man sich bei besonderen Situationen – etwa einer Demenzerkrankung – wenden kann. Die meisten Pflegestützpunkte liegen in gemeinsamer Trägerschaft von Kommunen oder Landkreisen und Kranken- oder Pflegekassen.

Was fordert der VdK zu den Pflegestützpunkten?

Nach Ansicht des Sozialverbands VdK gibt es bei diesem Beratungsangebot jedoch Schwächen in der Umsetzung des gesetzlichen Auftrags. Die Bundesländer können selbst entscheiden, wie viele Stützpunkte sie anbieten und wie sie genau organisiert sind. 

In Deutschland gibt es regional große Unterschiede, wie das Beispiel Bayern zeigt. Beispielsweise gibt es im Bezirk Oberbayern 22 und im Bezirk Unterfranken elf Pflegestützpunkte, in den Bezirken Oberpfalz und Niederbayern aber nur jeweils einen. Von einer flächendeckend gleichmäßigen Versorgung kann deshalb nicht gesprochen werden.

Der VdK fordert, dass die Pflege zu einer Pflichtaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge wird. Nur so könnten wohnortnahe Beratungsangebote flächendeckend umgesetzt werden. Informationen über den nächstgelegenen Pflegestützpunkt sind in der Online-Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) veröffentlicht, siehe Infokasten:

Datenbank mit Pflegestützpunkten

Auf der Website des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) können Sie kostenlos nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen. Die Liste beinhaltet keine Bewertung der Angebote. 

Externer Link:Zur Datenbank Beratung zur Pflege