Mehr Prävention nötig: Angebote ausbauen und Zugang vereinfachen
Prävention kann Erkrankungen verhindern oder zumindest hinauszögern. Dennoch werden entsprechende Angebote noch zu wenig genutzt. Der Sozialverband VdK fordert, die Hürden für den Zugang zu senken.

Nur wenige nutzen Präventionskurse und -apps
Nur zehn Prozent von rund 3000 Personen haben in den vergangenen zwölf Monaten einen Gesundheitskurs vor Ort besucht. Neun Prozent haben einen Online-Kurs oder eine Gesundheits-App ihrer Krankenkasse zur Externer Link:Prävention genutzt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Krankenkasse mkk unter rund 3000 Personen ab 18 Jahren zur Prävention durchgeführt hat.
Die Zahlen verdeutlichen nach Ansicht des VdK, dass hier weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf besteht. „Die Lebenserwartung nimmt zu und mit ihr auch fortschreitende körperliche und psychische Erkrankungen. Da wird Prävention in unserer Gesellschaft immer wichtiger“
, erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Prävention muss stärker in den Fokus
Die Forsa-Umfrage zeigt ebenfalls, dass eine Mehrheit der Befragten die Politik in der Verantwortung sehen. Etwa zwei Drittel sprechen sich dafür aus, dass staatliche Institutionen – wie etwa die Gesundheitsministerien – Gesundheitsförderung und Prävention stärker in den Fokus nehmen.
„Prävention muss für alle Menschen einfach zugänglich sein“
, sagt Bentele. Hausärztinnen und Hausärzte sollten solche Maßnahmen direkt verordnen können, um Patientinnen und Patienten zusätzliche Anträge zu ersparen. Auch präventive Hausbesuche bei älteren Patientinnen und Patienten müssen ermöglicht werden.
Der VdK fordert, das Angebot zur Gesundheitsförderung in den Kommunen auszuweiten. Bildungs-, Sport-, ambulante Reha-Einrichtungen, Sozial- und Pflegedienste sowie Hausarztpraxen sollten gemeinsam passgenaue individuelle und praxisorientierte Gesundheits- und Pflegekonzepte entwickeln. „Die Angebote sollte der Bund finanziell unterstützen und fördern“
, sagt Bentele.