„An dir kommt keiner vorbei“: Der erfolgreiche Einsatz für ein barrierefreies Wahllokal
Hannelore Gruszczynski bleibt dran – mit 66 Jahren, im Ruhestand und trotzdem voller Energie. Als VdK-Vorsitzende in Gau-Bischofsheim ist sie das Herz des Ortsverbands, in dem Engagement und Menschlichkeit im Mittelpunkt stehen.

Vom ersten Kontakt zum Ehrenamt
Zum VdK kam Hannelore Gruszczynski, wie sie selbst sagt, „wie die Jungfrau zum Kind“
. Dabei kennt sie den Verband schon seit Kindertagen: Ihr Vater, ein Kriegsrückkehrer mit nur einem Bein, verstarb früh. Ihre Mutter kämpfte mit Unterstützung des VdK um eine Witwen- und Kriegsopferrente – und bekam sie auch. „Der VdK hat uns damals wirklich geholfen“
, erzählt sie. Dass sie sich selbst Jahrzehnte später einmal für den Verband engagieren würde, ahnte sie damals nicht.
Früher war sie Vorstandssekretärin bei einer Bausparkasse. Als sie zu einer VdK-Sitzung ging, hieß es plötzlich: „Du bist doch bei der Bank, du kannst doch Kassenprüferin werden.“
Und zack – war sie mittendrin im Vereinsleben. Als der Vorsitzende aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, bat man sie, den Posten zu übernehmen. Sie überlegte kurz, suchte sich ein starkes Team – und legte los.
Verantwortung, Beharrlichkeit und Erfolge
Heute leitet sie einen Externer Link:lebendigen Ortsverband mit 380 Mitgliedern, in dem alle zusammenarbeiten. „Wir müssen jünger werden“
, sagt sie. „Nur wenn alle Generationen an einem Strang ziehen, bleibt der VdK lebendig.“
Ihr Organisationstalent und ihre beruflichen Erfahrungen kommen ihr dabei zugute. Behörden, Anträge, Formulare – für viele ein Albtraum, für sie Routine. Jüngstes Beispiel: der geplante Lift im Bürgersaal. Als der Bürgermeister fragte, wer noch Anträge für den kommunalen Haushalt 2025/26 stellen will, war sie sofort zur Stelle. Antrag gestellt – bewilligt. Nur der Zugang zum Bürgersaal über das denkmalgeschützte Kopfsteinpflaster muss noch verbessert werden. „Da bleibe ich dran.“
Dieses Motto hat sie auch bei der letzten Wahl unter Beweis gestellt. Als das Wahllokal ohne Zugang für Gehbehinderte im ersten Stock sein sollte, war klar: Das geht gar nicht. Sie sprach mit dem Büro der Behindertenbeauftragten in Rheinland-Pfalz und dem Bürgermeister – sie drohte sogar mit einer Wahlanfechtung. Das Ergebnis: Das Wahllokal kam ins Erdgeschoss, ein Fahrdienst wurde eingerichtet. Und sie hatte wieder einmal gezeigt, dass Engagement etwas bewegt.
„Ganz oder gar nicht“ – und immer für andere
Für ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist sie eine feste Größe. „An dir kommt keiner vorbei“
, hat man ihr einmal gesagt. Das war als Kompliment gemeint und gefällt ihr noch heute. „Ich mach’s halt ganz oder gar nicht.“
Gerade hat sie die Weihnachtseinladungen verschickt. Doch Feiern allein reicht ihr nicht. „Gemeinsamkeit ist schön, aber wir müssen auch was verändern“
, sagt sie. Das will sie mit ihrer Arbeit im VdK erreichen.
Im nächsten Jahr feiert Externer Link:ihr Ortsverband sein 75-jähriges Bestehen – mit vielen Veranstaltungen für Jung und Alt, für Seniorinnen und Senioren genauso wie für Familien mit Kindern. Es soll ein Erlebnis für alle werden. Stillstehen? Keine Option.
Wenn sie über ihre Mutter spricht, wird klar, woher sie ihren Kampfgeist hat. Die berufstätige Frau, die nach dem Krieg drei Kinder alleine großzog, lehrte sie: Aufgeben gibt’s nicht. Heute gibt sie das weiter an die VdK-Mitglieder, an alle, die Unterstützung brauchen. Sie schreibt E-Mails für Ältere, hilft bei Anträgen und kämpft für Externer Link:Barrierefreiheit. Ihr Leitsatz ist so einfach wie stark: „Wenn jeder nur noch an sich denkt, wird’s eng in unserer Gesellschaft.“
Und genau deshalb kommt an Hannelore Gruszczynski wirklich keiner vorbei.