
VdK-Umfrage zum Wohngeld: Breite Ablehnung von Kürzungen
- Selbst CDU/CSU-Anhänger lehnen Einschnitte mehrheitlich ab
- Anstieg von Mietschulden und Wohnungslosigkeit erwartet
Die geplante Reform des Wohngelds stößt in der Bevölkerung auf breite Ablehnung. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands VdK Deutschland. 62 Prozent der Befragten lehnen Kürzungen beim Wohngeld ab, davon spricht sich ein Drittel (34 Prozent) sogar voll und ganz dagegen aus. Nur etwa ein Viertel (26 Prozent) befürwortet Einschnitte, der Rest ist unentschlossen.
„Die Menschen in Deutschland sehen sehr kritisch, was politisch offenbar in Kauf genommen wird: mehr Mietschulden, mehr Zwangsumzüge, mehr Wohnungslosigkeit. Diese Sorge eint die große Mehrheit. Selbst unter Anhängern der Regierungsparteien überwiegt die Ablehnung der Reformpläne. Angesichts dieser klaren Befürchtungen in der Bevölkerung ist es politisch unverantwortlich, weiter auf den Kürzungen zu bestehen“
, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Viele Menschen brauchen das Wohngeld dringend und können sonst ihre Miete nicht mehr bezahlen. Beim VdK gehen verzweifelte Zuschriften von älteren Mitgliedern ein, die mit ihrer Rente ohne das Wohngeld nicht über die Runden kommen und nicht mehr ein noch aus wissen.“
Wenn man das Wahlverhalten der Befragten bei der Bundestagswahl 2025 betrachtet, zieht sich die Ablehnung der geplanten Kürzungen durch nahezu alle politischen Lager. Besonders deutlich fällt sie bei Anhängerinnen und Anhängern der Linken (82 Prozent), des BSW (79 Prozent), der Grünen (75 Prozent) und der SPDkurz fürSozialdemokratische Partei Deutschlands (73 Prozent) aus. Selbst bei CDUkurz fürChristlich Demokratische Union/CSUkurz fürChristlich-Soziale Union-Wählerinnen und -wählern, deren Partei die Kürzungen mitträgt, sprechen sich mehr Menschen dagegen (47 Prozent) als dafür (41 Prozent) aus.
Noch deutlicher ist das Bild, wenn es um die Folgen möglicher Kürzungen geht. Vier von fünf Befragten (80 Prozent) halten es für eher oder sehr wahrscheinlich, dass dadurch mehr Menschen Mietschulden anhäufen werden. 77 Prozent rechnen damit, dass Betroffene in unpassende Wohnungen umziehen müssen – etwa weil diese zu klein sind oder weit vom bisherigen Lebensmittelpunkt entfernt liegen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) erwarten zudem einen Anstieg der Wohnungslosigkeit.
Bentele weiter: „Für uns als VdK ist klar: Es braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Dafür müssen mehr Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt und Mietsteigerungen erfolgreich eingedämmt werden, etwa durch eine wirksame Mietpreisbremse. Solange die Lage auf dem Wohnungsmarkt aber weiter so angespannt bleibt, ist das Wohngeld eine unverzichtbare Unterstützung für Mieterinnen und Mieter. Ausgerechnet jetzt daran zu sparen, ist sozialer Sprengstoff.“
Hinweise zur Methodik
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 24. bis 27.07.2026 insgesamt 2.341 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Grafiken zur Umfrage
Grafiken für die Medienberichterstattung, Download per Klick auf die Grafik. Bildnachweis: Sozialverband VdK Deutschland



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