
VdK lehnt Kürzung von Kinderkrankentagen ab
- Sozialverband VdK warnt vor Mehrbelastung von Frauen
- Bentele: „Wer mehr Erwerbsarbeit von Frauen fordert, darf nicht gleichzeitig an der Absicherung unbezahlter Sorgearbeit sparen“
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann will die Zahl der Kinderkrankentage senken. Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:
„Die geplante Kürzung der Kinderkrankentage trifft mal wieder insbesondere Frauen. Schon heute übernehmen sie rund 73 Prozent der Kinderkrankentage. Wenn diese Möglichkeit eingeschränkt wird, landet die zusätzliche Belastung deshalb nicht gleichmäßig bei Müttern und Vätern, sondern vor allem wieder bei den Frauen. Wenn sie für die Betreuung ihrer Kinder unbezahlten Urlaub nehmen müssen, verzichten sie auf Einkommen und finanzielle Sicherheit. Für berufstätige Alleinerziehende ist die Kürzung um zehn Tage zudem ein besonders schwerer Schlag: Sie müssen die Betreuung allein organisieren und gleichzeitig ihren Arbeitsplatz sichern.
Das passt nicht zusammen mit dem Ziel, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen, möglichst sogar in Vollzeit. Wer mehr Erwerbsarbeit von Frauen fordert, darf nicht gleichzeitig an der Absicherung unbezahlter Sorgearbeit sparen. Wie bei anderen Kürzungsvorhaben droht die Bundesregierung hier Einsparungen zu Lasten von Familien und insbesondere auf dem Rücken von Frauen vorzunehmen.“
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