Wichtige Auszeit von der Pflege daheim: Welche Angebote gibt es?
Pflegende Angehörige brauchen regelmäßig Zeit zum Durchatmen. Welche Möglichkeiten es für Entlastung, Erholung und Unterstützung gibt – von Kurzzeitpflege über Reha bis zu Selbsthilfegruppen.

Pflegende Angehörige brauchen Erholung und Abstand
Wer arbeitet, braucht Auszeiten, Erholung und soziale Kontakte. Doch genau das gönnen sich viele pflegende Angehörige nicht. Sie laufen damit Gefahr, sich zu überfordern, zu vereinsamen und selbst krank zu werden. Deshalb ist es für Pflegepersonen wichtig, zu regenerieren und von Zeit zu Zeit etwas Abstand zu gewinnen.
Wie das gelingen kann:
Leistungen der Pflegekasse
Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 haben pro Jahr Anspruch auf acht Wochen Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege. Insgesamt steht ein Jahresbetrag von bis zu 3539 Euro zur Verfügung, der flexibel für beide Leistungen genutzt werden kann. Hinzu kommen Entlastungsleistungen beziehungsweise ab 2027 das Sozialraumbudget.
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Prävention
Präventionsleistungen sind ausdrücklich dazu gedacht, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Bei der Krankenkasse kann etwa eine sogenannte Vorsorgekur in einer entsprechenden Einrichtung beantragt werden. Dabei können Pflegende wieder neue Kräfte sammeln und bekommen hilfreiche Tipps an die Hand, um den Alltag besser zu bewältigen. Die Hausärztin oder der Hausarzt kann eine solche Maßnahme jederzeit verordnen.
Ebenso bieten die Krankenkassen Präventionskurse an. Gesetzlich Versicherte können ohne ärztliche Verordnung zweimal pro Jahr ein solches Angebot wahrnehmen. Die Kassen übernehmen die Kosten für annerkannte Präventionskurse zum Teil anteilig oder bis zu einer bestimmten Höchstgrenze, zum Teil auch komplett. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.
Reha
Eine medizinische Reha soll die Genesung nach einer Erkrankung fördern und dazu beitragen, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und vorhandene zu erhalten oder zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise Reha-Sport. Reha-Maßnahmen werden von der Hausärztin oder dem Hausarzt verordnet.
Es gibt auch Maßnahmen, die speziell für Pflegepersonen angeboten werden. In der Regel ist eine Reha alle vier Jahre möglich. In manchen Kliniken kann die oder der Pflegebedürftige mitaufgenommen werden, wenn die Pflege dort sichergestellt werden kann.
Selbsthilfegruppen
Mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind, kann eine große Hilfe sein. Die Pflegepersonen können sich darüber austauschen, wie sie ihren Alltag organisieren, welche Schwierigkeiten es gibt, und gemeinsam Lösungen besprechen – gerade auch im Umgang mit Ämtern und Behörden.
Hinweis: Die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) bietet eine Externer Link:bundesweite Datenbank und vermittelt gezielt an lokale Selbsthilfegruppen und Kontaktstellen. Auch die Interessenvertretung Externer Link:wir pflegen e. V. bietet Informationen und Selbsthilfe-Angebote, z.B. Online-Treffen.
Pflegekurse
Pflegekurse (Externer Link:hier ein Angebot des VdK Bayern) vermitteln praktische Tipps für den Pflegealltag. Geschulte Fachkräfte informieren unter anderem über rückenschonendes Heben und Tragen und zu den Leistungen der Sozialversicherung. Anspruch auf einen Externer Link:Pflegekurs haben alle, die an der Pflege beteiligt sind. Mittlerweile gibt es solche Angebote auch online.
Wenn bei der Pflege spezielle Fragen auftreten, können Angehörige bei der Pflegekasse auch eine individuelle Schulung in Anspruch nehmen. Dabei kommt eine geschulte Fachkraft nach Hause und zeigt in der konkreten Situation, wie sich die Pflege besser durchführen lässt.
Angebote bei der Pflege von Menschen mit Demenz nutzen
Die Pflege von Externer Link:demenzerkrankten Menschen ist eine große Herausforderung. Angehörige sollten von Anfang an möglichst viel Entlastung suchen. Es gibt eine Vielzahl von Angeboten, beispielsweise Schulungen, Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz sowie Gesprächsrunden und Themenabende für Pflegepersonen. Eine gute Anlaufstelle ist die Externer Link:Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Auch die Krankenkassen haben Angebote.