8. Juni 2017

Rente muss Lebensstandard sichern

Einen klaren Kurswechsel in der Rentenpolitik – das fordern der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland. Beide Organisationen haben ein gemeinsames Rentenkonzept entwickelt, das sie am 8. Juni bei einer Podiumsdiskussion mit Politikern in Mainz vorstellten.

Beim Thema "Rente" gab´s Sorgenfalten auf der Stirn der Gastgeber (von rechts): DGB-Vorsitzender Dietmar Buscheid und VdK-Vorsitzender Willi Jäger. | © Katie Göttlinger


„Das Rentenniveau muss bei 48 Prozent stabilisiert und mittelfristig auf 50 Prozent erhöht werden“, betonte VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger. „Ansonsten verkommt die Rente zu einer Minimalversorgung, die in die Altersarmut führt.“ Ziel sei es, jedem Menschen ein gutes Leben im Alter zu ermöglichen.

Um die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, schlagen DGB und Sozialverband VdK mehrere Maßnahmen vor.„Wir müssen endlich alle Erwerbstätigen einbeziehen - auch Selbstständige und Abgeordnete“,sagt DGB-Vorsitzender Dietmar Muscheid. „Zu einer solidarischen Finanzierung gehören auch Steuerzuschüsse sowie eine moderate Steigerung des Beitragssatzes. Damit würden sich die Arbeitgeber wieder stärker an der Altersvorsorge der Beschäftigen beteiligen, die momentan bei der privaten Vorsorge wie Riester auf sich allein gestellt sind“, so Muscheid.

„Gute Renten gehen auch immer mit einer guten Arbeitsmarktpolitik einher. Wer prekäre Beschäftigung bekämpft, Leiharbeit begrenzt, den Missbrauch von Werkverträgen stoppt und den gesetzlichen Mindestlohn weiterentwickelt, reduziert das Risiko von Altersarmut schon im Ansatz“, sagt Muscheid. Für heutige Betroffene, die lange im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, müssten die Rentenansprüche erhöht werden.

Zusätzlich forderten Sozialverband VdK und DGB, Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente zu streichen. „Krankheit darf kein Armutsrisiko sein“, mahnte VdK-Landesverbandsvorsitzender Jäger. „Jeder Bürger muss auf die gesetzliche Rente vertrauen können.“

Lebendige Podiumsdiskussion


Im Anschluss an die Vorstellung des gemeinsamen Rentenkonzepts hatten die rund 80 anwesenden VdKler und DGBler die Möglichkeit, Fragen an die Vertreter der vier im Bundestag vertretenen Parteien zu stellen.

Bildergalerie zu "Rente auf dem Prüfstand 2017"

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  • Rund 80 VdKler und DGBler haben die Rentenveranstaltung in Mainz besucht.
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  • Beim Thema "Rente" gab´s Sorgenfalten auf der Stirn der Gastgeber (von rechts): DGB-Vorsitzender Dietmar Buscheid und VdK-Vorsitzender Willi Jäger.
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  • VdK-Rentenexperte Martin Varga stellte das gemeinsame Konzelt von VdK und DGB vor.
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  • Die Veranstaltung wurde als Live-Stream bei Facebook übertragen.
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  • Auch Werner Faber, stellv. VdK-Vorsitzender, diskutierte mit.
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Alexander Ulrich (Die Linke) machte deutlich, dass das Rentenkonzept seiner Partei die meisten Gemeinsamkeiten mit dem Entwurf von VdK und DGB aufweist. Eine private Vorsorge zum Auffangen der Rentenlücke lehnte er klar ab. „Die Riesterrente ist gescheitert, weil Menschen mit geringem Einkommen keine 40, 50, 100 Euro im Monat einzahlen können.“ Aus seiner Sicht müsse endlich mit einer Umstellung der Rente begonnen werden, in die auch die Beamten mit einbezogen werden. „Aber das ist politisch nicht gewollt“, so Ulrich.

Dies bestätigte Ursula Groden-Kranich (CDU), indem sie sich für einen Erhalt der privaten Altersvorsorge und gegen eine Rentenversicherung für alle aussprach. Aus Ihrer Sicht gebe es gute Gründe für den Fortbestand der Beamtenversorgung. „Ich möchte auch zu bedenken geben, dass wenn alle an einer Rente beteiligt sind, es in beide Richtungen geht. Denn dann können sie auch eine entsprechende Rente beziehen“, betonte Groden-Kranich.

Ein Gegenkonzept zur CDU präsentierte Tabea Rößner (Bündnis 90/DIE GRÜNEN). Sie warb für eine Garantierente für alle, die auch alle besser stellen soll als die Grundsicherung. „Langfristig wollen wir eine Bürgerversicherung, die Abgeordnete und auch Beamte mit einbezieht“, sagte Rößner.

Carsten Kühl (SPD) warb dafür, künftig auch Selbstständige in die gesetzliche Rente mit einzubeziehen, da sie häufig von Altersarmut bedroht seien. „Aus meiner Sicht, ist das von Martin Schulz vorgestellte Rentenkonzept auch sehr nah, an den Vorstellungen von VdK und DGB. Es sieht eine Haltelinie bei 48 Prozent vor und die Beiträge nicht über 22 Prozent steigen zu lassen“, verdeutlichte Kühl.

Moderator Dr. Joachim Görgen (SWR-Fernsehen) hatte ein diskussionsfreudiges Publikum zur Seite, das das ein oder andere Statement der Politiker mit Wohlwollen, aber auch lautstarker Anlehnung quittierte.

Michael Finkenzeller/Katie Göttlinger

Schlagworte Rente | VdK | Deutscher Gewerkschaftsbund

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