Wir können auf unsere Arbeit stolz sein

Klaus Sprenger hat das Amt als Geschäftsführer zum Januar 2014 übernommen. Für die VdK-Zeitung spricht er über die Entwicklung des Landesverbandes.

© VdK


In der im November 2014 durchgeführten Zukunftskonferenz haben sich Vertreterinnen und Vertreter aller im Landesverband engagierten Gruppierungen mit der mittelfristigen Entwicklung des Verbands beschäftigt und gemein­same Ziele formuliert. Diese Ziele dienen als Richtschnur der Verbandsentwicklung.

Klaus Sprenger, wie beurteilen Sie die Entwicklung unseres Landesverbands im Jahr 2016?

© Klaus Sprenger


Die Mitgliederzahl hat sich auch im Jahr 2016 weiter erfreulich nach oben entwickelt. Im Oktober 2016 konnte unser Kreisverband Steglitz-Zehlendorf mit Barbara G. unser zwanzigtausendstes Mitglied begrüßen. Zum Jahresende hatten wir 20 411 Mitglieder im Landesverband, davon 13 923 in Berlin und 6498 in Brandenburg. Leider sind auch in diesem Jahr zum Jahresende wieder 1025 Mitglieder ausgetreten (5,02 Prozent der Mitglieder). Im Vorjahr lag diese Quote aber bei 6,4 Prozent – eine erfreuliche Entwicklung, weil uns im Jahr 2016 definitiv weniger Mitglieder verlassen haben.
Mehr Mitglieder bedeutet mehr Arbeit für unsere Rechtsberatungsstelle. Mit 2372 laufenden Verfahren wurde Ende 2016 ein neuer Höchststand erreicht.
Großen Erfolg hatten wir in diesem Jahr auch in den Verhandlungen mit der Senatsverwaltung für Soziales. Unsere Mobilitätshilfedienste in Charlottenburg-Wilmersdorf, Neukölln, Pankow und Reinickendorf erhielten 16 Stellen mehr. Damit konnten mehr alte und behinderte Menschen begleitet werden. Sie erinnern sich „draußen tobt das Leben und wir bringen Sie hin“.

Schulungen waren erfolgreich
Ganz besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf der Weiterentwicklung des Ehrenamtes. Zum ersten Mal gab es eine Fortbildungsreihe für Kreisvorstände. Themen waren unter anderem die Akquise und Begleitung von aktiven Ehrenamtlichen, eine Einführung in die Tücken des Vereinsrechts und eine Schulung zu unserem neuen E-Mail-­System. Höhepunkt der Fortbildung war die Schulung zum Sozialrechtslotsen durch die Sozialrechtsreferent*innen unserer Rechtsberatungsstelle. Dies war gleichzeitig auch ein Schritt zur besseren Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt.
Die Kassiererschulung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung schloss die Fortbildungsreihe 2016 ab.

Was macht den Erfolg des Sozialverbands VdK aus?
Der Erfolg des Sozialverbands VdK beruht auf drei Säulen – dem Bundesverband, dem Landesverband und den Kreis- und Ortsverbänden. Der Bundesverband ist unser sozialpolitisches Sprachrohr. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland tritt in der ­Öffentlichkeit für die Belange der sozial benachteiligten Menschen in Deutschland ein. Gemeinsam kämpfen sie und alle Mitglieder für mehr soziale Gerechtigkeit. Ob es die Rente, die Pflege oder die Teilhabe von behinderten Menschen ist, der Sozialverband VdK steht in seinem Kampf an vorderster Stelle und die Politik nimmt uns ernst, weil wir über 1,7 Millionen Wahlberechtigte vertreten.
Kernstücke der Arbeit des Landesverbands sind die Rechtsberatung und die Sozialpolitik auf Landesebene. Die Kreis- und Ortsverbände sind aktiv in der Mitgliederbetreuung vor Ort. Drei Säulen – ein VdK.
Beim Landesverband Berlin-­Brandenburg gibt es eine vierte Säule – unsere Tochterfirmen Inte­gra ­gGmbH, Ki.D.T. gGmbH und tandem BTL gGmbH, mit der wir uns in der psychosozialen Versorgung der Bevölkerung engagieren. Die Integra gGmbH ist eine Integrationsfirma, die behinderte Menschen im ersten Arbeitsmarkt beschäftigt.

VdK-Töchter bieten ­psychosoziale Versorgung
Die Ki.D.T. gGmbH betreibt fünf Kinder- und Jugendambulanzen/Sozialpädiatrische Zentren mit der Aufgabe, behinderte Kinder und Jugendliche diagnostisch und therapeutisch zu betreuen.
Die tandem BTL gGmbH ist ein Kitaträger und bietet außerdem ambulante Dienste für Menschen mit Behinderung und Schulsozialarbeit an. Zusammen sind wir mit über 650 Mitarbeiter/-innen ein starker Verbund.

Der Landesverband ist im April 2015 in das neue VdK-Haus in der Linienstraße umgezogen. Bereuen Sie den Umzug?
Natürlich bereuen wir den Umzug nicht. Es ist unheimlich wichtig, für den größten Sozialverband Deutschlands, den VdK, in der Hauptstadt Berlin ein eigenes Haus in so zentraler Lage zu haben. Wir sind wirklich sehr froh, umgezogen zu sein. Die Beratungssituation für unsere Mitglieder hat sich gegenüber früher in den Räumen in Wilmersdorf deutlich verbessert.

VdK liegt jetzt zentral und verkehrsgünstig
Jetzt arbeiten am Empfang der Rechtsberatung zwei Kolleginnen, denen ein großzügiger Tresen und eine moderne Telefonanlage zur Verfügung stehen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früher. Das VdK-Haus liegt sehr zentral und verkehrsgünstig – von überall her mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Im Jahr 2016 haben die Arbeitsgruppen, die sich im Rahmen der Zukunftskonferenz gebildet haben, ihre Arbeit beendet. Hat sich der Aufwand gelohnt?
Der Aufwand hat sich sehr gelohnt. Die Zukunftskonferenz hat uns alle mehr zusammengeschweißt. Haupt- und Ehrenamt haben viel mehr Verständnis füreinander entwickelt. Die Kreisvorstände untereinander arbeiten intensiver zusammen.

Mitglieder nutzen neue Anlaufstellen
Wir haben im Kreisverband Oberhavel, im Kreisverband Neukölln und im Kreisverband Marzahn-Hellersdorf neue Kreisgeschäftsstellen eingerichtet – Anlaufstellen, die von den Mitgliedern vor Ort gerne besucht werden.
Zum ersten Mal seit langen Jahren gibt es auch im Landesverband Berlin-Brandenburg ein Handbuch für das Ehrenamt, in dem alles Wissenswerte und Wichtige für unsere aktiven Kreisvorstände zusammengefasst ist. Und das Beste – alle Dokumente und Informationen werden im Internet regelmäßig aktualisiert, sodass alle die Sicherheit haben, dass nur aktuelles Material im Umlauf ist.
Auf unserem Landesverbandstag im Oktober 2015 wurde wieder ein sozialpolitischer Ausschuss ins Leben gerufen, der kontinuierlich die sozialpolitischen Anträge des Landesverbandstages, aber auch Aktuelles abarbeitet. Große Fortschritte haben wir bei der Qualifizierung des aktiven Ehrenamts erzielt. Unter anderem schulen wir unsere Kreisvorstände zu Sozialrechtslotsinnen und -lotsen. Die meisten Ziele der Zukunftskonferenz wurden erreicht.

Am 1. Juli 2015 wurden die fünf Kinder- und Jugendambulanzen/Sozialpädiatrische Zentren in die eigenständige gemeinnützige Gesellschaft „Kinder.Diagnostik.Therapie“ im Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg e. V. – die Ki.D.T. gGmbH ausgegliedert. Wie hat sich die junge Gesellschaft entwickelt?
Bei der Ki.D.T. gGmbH hat sich in den letzten anderthalb Jahren sehr viel ereignet. Im Jahr 2016 haben wir mit der Gewerkschaft ver.di. einen Haustarif für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeschlossen. Damit haben wir die problematische Entgeltsituation in den Einrichtungen beendet.

Ki.D.T.-Mitarbeiter sind besser abgesichert
Wir waren dazu in der Lage, weil wir mit den beiden Geldgebern, den Krankenkassen und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, verbesserte Finanzierungsbedingungen ausgehandelt haben. Wir haben die beiden großen Ziele für die Ki.D.T. gGmbH verwirklicht – bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Finanzierung.

Welche Entwicklungen gab es noch im Landesverband?
In den letzten beiden Jahren ist viel passiert im Landesverband. Am 30. September 2015 ging unsere langjährige Koordinatorin für Brandenburg und das Ehrenamt, Conny Schubert – besser bekannt als Conny Kather – in den verdienten Ruhestand. Mit Dagmar Wehle konnten wir eine kompetente und engagierte Nachfolgerin gewinnen. Wir haben die Brandenburger Rechtsberatungsstellen in unser Berliner Rechtsberatungssystem integriert. Es gibt jetzt eine Verwaltung und eine einheitliche fachliche Anleitung.
Georg Steinhoff, dessen großem Engagement es zu verdanken ist, dass sich unsere Öffentlichkeitsarbeit in den letzten Jahren sehr verbessert hat, wird krankheitsbedingt ausscheiden – ein herber Verlust für uns, den wir versuchen müssen, zu ersetzen.

Was haben Sie sich für 2017 vorgenommen?
Wir werden in der Rechtsberatung eine neue Mandantensoftware einführen, die schon von den großen Landesverbänden Bayern und Baden-Württemberg genutzt wird und die unseren Kreisgeschäftsstellen in Brandenburg die Möglichkeit geben wird, ebenfalls auf dieses Programm zuzugreifen. Der VdK Deutschland hat für alle Sozialrechtsreferent*innen des VdK in Deutschland eine Datenbank entwickelt, in der viele Informationen zum Sozialrecht vorgehalten werden. Damit wird die ­Sozialrechtsberatung vor Ort verbessert – unser Landesverband nimmt an diesem Wissensmanagement teil.
Dann wollen wir natürlich die Zusammenarbeit mit unseren Tochterfirmen verbessern. Über das „Wie“ wird unser Vorstand in einer Strategiesitzung beschließen.
Ein wichtiges Ziel ist für uns auch ein verstärktes sozialpolitisches Engagement in Berlin und Brandenburg, aber auch vor Ort in den Kreisverbänden. Sie sehen, Jürgen Großmann, es ist viel geschehen im Landesband und wir haben uns für die Zukunft weiter viel vorgenommen. Mein Dank an alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich für unser großes Ziel, sozial benachteiligten Menschen zu helfen, so leidenschaftlich eingesetzt haben. Wir können alle mit Stolz behaupten: Wir sind die Guten.

Herr Sprenger, vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Jürgen Großmann in der VdK-Landesverbandsgeschäftsstelle.

Großmann

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