20. Februar 2019
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Vom inklusiven Theater zum Kinofilm

In der Komödie „Die Goldfische“ zeigt Luisa Wöllisch aus Tutzing ihr schauspielerisches Talent

Für die 22-jährige Luisa Wöllisch ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Sie spielt eine Hauptrolle in einem Kinofilm. Ab 21. März ist sie in der Komödie „Die Goldfische“ zu sehen. Die Oberbayerin mit Down-Syndrom begann ihre Schauspielkarriere in einem Münchner Inklusionstheater.

Szene aus dem Kinofilm „Die Goldfische“: Franzi (Luisa Wöllisch/vorne links) mit (von links) Michi (Jan Henrik Stahlberg), Rainman (Axel Stein), Oliver (Tom Schilling) und Magda (Birgit Minichmayr). | © Jürgen Olczyk/Sony Pictures Entertainment Deutschland/Wiedemann & Berg Film

„Ich will Glamour!“ – Franzi sagt diese drei Worte so deutlich und bestimmt, dass sie Glamour bekommt. Luisa Wöllisch aus Tutzing in Oberbayern mimt die junge Franzi in der Filmkomödie „Die Goldfische“, die am 21. März bundesweit in den Kinos startet, und wie ihr Charakter weiß auch sie genau, was sie will. An der Seite von bekannten Darstellern wie Tom Schilling, Birgit Minichmayr und Axel Stein spielt sie eine der Hauptrollen in der Komödie um eine liebenswert-chaotische Behindertengruppe.

Luisa Wöllisch ist dabei die einzige Schauspielerin, die selbst eine Behinderung hat. Obwohl es ihre erste große Filmrolle war, steht sie den anderen in nichts nach. Regisseur und Drehbuchautor Alireza Golafshan hat nicht nur eine amüsante Komödie geschrieben, sondern auch schöne Charaktere entwickelt. Jeder hat besondere Momente, trotzdem sticht aber keiner heraus. Die Dreharbeiten haben Luisa Wöllisch „richtig viel Spaß gemacht“, wie sie erzählt. Sie hofft nun auf weitere Filmrollen.

Jetzt steht für die Schauspielerin aber erst einmal wieder Theaterarbeit im Mittelpunkt. An der Freien Bühne München, einem inklusiven Theater, probt sie in den kommenden Monaten „Lulu“ von Frank Wedekind. Die 22-Jährige spielt darin die Titelrolle. Seit der ersten Inszenierung der Freien Bühne München vor fünf Jahren gehört die Oberbayerin zum festen Ensemble. Gecastet hat sie damals die Gründerin und Leiterin des Vereins, Angelica Fell. Das VdK-Mitglied war von Anfang an von ihrer Spielfreude begeistert.

Und als nun die Casting-Agentur Darsteller für „Die Goldfische“ suchte, war auch Angelica Fell am Telefon. Sie empfahl Luisa Wöllisch. Die Agentur zeigte Interesse, und Angelica Fell rief gleich Luisas Mutter an. Eva Wöllisch erzählte es ihrer Tochter. Diese freute sich über die Anfrage und nahm am Casting teil. Mutter und Tochter drehten ein Handyvideo, bei dem Luisa wieder ihr Bestes gab, durch den Garten hüpfte und sang: „Auch Menschen wie ich können die Hauptrolle spielen.“

Die Antwort der Agentur kam relativ schnell. Sie waren „total begeistert“ von dem Video, erzählt Eva Wöllisch, und auch das Vorsprechen bei Regisseur Alireza Golafshan zu Hause in München lief sehr gut, sodass sie die Rolle bekam. Als sich die Dreharbeiten im vergangenen Jahr länger hinzogen, musste die Freie Bühne München eine Ersatzschauspielerin für Luisa Wöllisch finden. Das gelang, und Regisseur Jan Meyer hat sich nicht geärgert über den Ausfall, sondern war im Gegenteil „sehr stolz“ auf seinen Schützling. Das sei genau das Ziel der Freien Bühne München, erklärt Jan Meyer: „Dass die Darsteller selbstständig werden und ihren eigenen Weg gehen.“

Sebastian Heise

Schlagworte Kino | Menschen mit Behinderung | Komödie | Die Goldfische | inklusives Theater

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