29. Juni 2017
VdK-Zeitung Archiv

Altötting geht Barrieren an

Sozialverband VdK gibt Wallfahrtsort nach Ortsbegehung gute Noten

„Weg mit den Barrieren!“: Dieses Thema verfolgt der Sozialverband VdK Bayern weiter intensiv. Nachdem ehren- und hauptamtliche VdK-Mitarbeiter im vergangenen Jahr 120 Ortsbegehungen im Freistaat gemacht hatten und dadurch bereits viele Hindernisse in Städten und Gemeinden beseitigt wurden, fanden auch dieses Jahr schon mehrere Aktionen statt, wie zum Beispiel im Wallfahrtsort Altötting.

Bei der Übergabe des Protokolls der Ortsbegehung im Altöttinger Rathaus (von links): Hochbauchef Hubert Rabenbauer, Behindertenbeauftragter Michael Schoßböck, Robert Hümmer, Leiter des Ressorts „Leben mit Behinderung“ beim VdK Bayern, Erster Bürgermeister Herbert Hofauer, Eberhard Grünzinger, Abteilungsleiter „Ehrenamt und soziale Praxis“ beim VdK Bayern, und Tiefbauchef Richard Wiesinger. | © Sebastian Heise

Die „Schwarze Madonna“ lockt jährlich eine Million Pilger nach Altötting. Viele davon sitzen im Rollstuhl oder gehen mit einem Rollator. Wie gut sie die Pilgerstätten in der oberbayerischen Gemeinde erreichen, hat sich eine Gruppe ehrenamtlicher VdK-Berater für Barrierefreiheit gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung „Ehrenamt und soziale Praxis“ beim VdK Bayern, Eberhard Grünzinger, und dem Behindertenbeauftragten der Stadt Altötting, VdK-Mitglied Michael Schoßböck, bei einem Rundgang durch die Stadt genauer angeschaut.

Das Ergebnis-Protokoll hat Eberhard Grünzinger zusammen mit Robert Hümmer, Ressortleiter „Leben mit Behinderung“ beim VdK Bayern, dem Ersten Bürgermeister Altöttings, Herbert Hofauer, übergeben. Darin sind viele positive Anmerkungen, aber auch einige Kritikpunkte festgehalten.

Fehlende Schilder

Michael Schoßböck weiß als Behindertenbeauftragter Altöttings natürlich genau, wo er als Rollstuhlfahrer im Parkhaus Kapellplatz parken kann. Doch wer zum ersten Mal in das Parkhaus fährt, tut sich damit deutlich schwerer. Denn Wegweiser zu den Behindertenparkplätzen fehlen. Altötting hat viel für Barrierefreiheit getan, wie Eberhard Grünzinger bei der Protokollübergabe im Rathaus hervorhebt. In einigen Fällen fehlt es jedoch noch an der passenden Ausschilderung. So gibt es in dem Parkhaus auch eine barrierefreie Toilette, die mit dem „Euroschlüssel“ zu öffnen ist, doch das entsprechende Hinweisschild wurde ebenfalls vergessen. Das ist auch an anderen Orten oft der Fall, sagt Grünzinger.

Die Verantwortlichen sind bemüht, ihre Stadt oder Gemeinde barrierefrei zu gestalten. Sie weisen jedoch nicht genügend daraufhin. So empfahl Grünzinger auch in Altötting, auf der offiziellen Internetseite barrierefreie Zugänge und Aufzüge hervorzuheben. Denn Menschen mit Behinderung nutzen die Webseiten, um sich im Vorfeld zu informieren, wo sie am besten parken, wie sie zu den Sehenswürdigkeiten wie Wallfahrtskirche oder Museum kommen und welche Unterkünfte barrierefrei sind.

Mit großem Interesse haben Altöttings Hochbauchef Hubert Rabenbauer und Tiefbauchef Richard Wiesinger die Anmerkungen des VdK verfolgt. Bürgermeister Hofauer, der selbst VdK-Mitglied ist, will sich dafür einsetzen, dass die Ratschläge des Sozialverbands umgesetzt werden. „Wenn wir einen Hinweis bekommen, gehen wir den an“, sagte Hofauer. Eberhard Grünzinger hob aber auch die vielen Anstrengungen hervor, die in der jüngsten Vergangenheit gemacht wurden.

„Wir haben festgestellt, dass Altötting sehr weit ist“, sagte er. So baute die Stadt beispielsweise einen Aufzug, der von der Ebene des Parkhauses und der Basilika St. Anna zum höher gelegenen Kapellplatz führt. In den ersten beiden Monaten nach der Eröffnung wurde dieser bereits 14.000 Mal benutzt. Die Kirchen rund um den Kapellplatz sind auch barrierefrei zugänglich. So gelangen Rollstuhlfahrer über eine Rampe in die Gnadenkapelle, in der sich die „Schwarze Madonna“ befindet. Auch die benachbarte Stiftspfarrkirche hat einen rollstuhlgerechten Zugang, und die Dioramenschau des Altöttinger Marienwerks ist ebenfalls barrierefrei.

Die Dioramenschau in Altötting wurde so umgebaut, dass auch Menschen im Rollstuhl die Kunstwerke gut anschauen können. | © Sebastian Heise


So wurden die 22 dreidimensionalen Schaukästen, die die Wallfahrtsgeschichte darstellen, tiefer aufgehängt, damit sie auch aus dem Rollstuhl gut anzuschauen sind. Das „Forum“, das Kultur- und Kongresszentrum der Stadt, ist ebenfalls vorbildlich ausgestattet, beispielsweise mit Leitsystemen und Infotafel mit Profil- und Braille-Schrift für Sehbehinderte. Bürgermeister Hofauer kündigte weitere Schritte an, wie zum Beispiel den Umbau des Bahnhofs. Dem VdK dankte er für die Hinweise, und wünschte dem Sozialverband, „dass er weiterhin so erfolgreich arbeitet“.

Sebastian Heise

Schlagworte Altötting | Weg mit den Barrieren | VdK-Kampagne | Ortsbegehung | Barrierefreiheit

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