1. Dezember 2019
VdK-Zeitung

„Kompetent und hilfsbereit“

Seit knapp einem Jahr berät der Architekt Manfred Reuber in einer wöchentlichen VdK-Sprechstunde in Saarbrücken. Wie kann eine Wohnung barri­erefrei gestaltet werden und wo gibt es finanzielle Förderungen? Bei solchen Fragen weiß Manfred Reuber Rat.

Manfred Reuber kennt die Förderprogramme, wenn zum Beispiel das Bad umgebaut werden muss. | © VdK Saarland


Einmal in der Woche eine Sprechstunde zum barrierefreien Umbau im VdK-Sozialberatungszentrum Saarbrücken an. Dabei sieht er sich als Lotse, der auf die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten hinweist und als Architekt einen zweiten Blick auf Bauvorhaben oder ausgefüllte Anträge wirft.

Das häufigste Thema in der Beratung ist der Umbau eines Bades. „Das ist eine kostspielige Angelegenheit und kostet bis zu 30000 Euro. Darum ist es wichtig, För­dergelder in Anspruch zu nehmen“, sagt Reuber. Er hat den Überblick über die verschiedenen Programme und Kontakt zu den Ansprechpartnern. Was er nicht leisten kann, sind Vor-Ort-Begehungen, Empfehlungen für Handwerker oder gar die Übernahme der Bauleitung.

Das Ehepaar Helmut und Doris Schönenberger ließ sich von dem Architekten zum Umbau des Bades in eine bodengleiche Dusche beraten. „Herr Reuber war sehr kompetent und hilfsbereit. Er hat sich die Pläne unseres alten Bades angeschaut und erklärt, was zu beachten ist – wie groß Türbreiten und Bewegungsflächen mindestens sein müssen, damit ein Rollator oder Rollstuhl durchpasst, oder dass ein rutschfester Belag wichtig ist. Seine Hinweise waren sehr nützlich“, sagt Helmut Schönenberger.

Geholfen hat Manfred Reuber auch dem Ehepaar Markus und Doris Nagel – beide sind auf den Rollstuhl angewiesen. Nachdem sie barrierefrei gebaut haben, wollten sie eine Rollstuhlrampe im Außenbereich des Hauses installieren. „Die Recherche über Fördermittel ist schwierig und kompliziert. Es gibt viele Möglichkeiten – von der Pflegekasse über die KfW-Bank bis zu Landesmitteln. Man muss sehr viel telefonieren“, erinnert sich Doris Nagel. Auf das Angebot wurden die Nagels auf einer Messe aufmerksam. „Herr Reuber hat uns sehr geholfen, wir konnten seine Tipps gleich umsetzen. Ich kann die Beratung nur jedem empfehlen“, sagt Nagel.

Zuschüsse nutzen

In der VdK-Sprechstunde erfuhr das Ehepaar mehr über das Landesprogramm für barrierefreies Wohnen, die konkreten Ansprechpartner und welche Unterlagen nötig sind. Fünf Wochen nach der Antragstellung lag den Nagels bereits eine Genehmigung vor. Allerdings sei das Programm noch nicht bekannt genug, sagt Reuber. Vor dem Hintergrund, dass die Bundesmittel der KfW-Bank für Investitionszuschüsse zur Barri­erereduzierung derzeit erschöpft sind, sei das Landesprogramm jedoch umso wichtiger. Eine Alternative dazu sind Zuschüsse der Pflegekasse, die pro Pflegebedürftigen bis zu 4000 Euro betragen können.

Barrierefrei umbauen heißt nicht nur das Überwinden von Hindernissen wie einer Badewanne, das Anbringen von Haltegriffen oder das Entfernen von Stolperfallen wie Türschwellen – es geht auch darum, mehr Platz zu schaffen. Wobei bei dem Begriff „barrierefrei“ Vorsicht geboten ist: im privaten Wohnbereich bedeutet barrierefrei nicht automatisch, dass die Wohnung auch mit einem Rollstuhl nutzbar ist. Denn für einen Rollstuhl müssen die Bewegungsflächen größer sein: 1,50 mal 1,50 Meter. Eine „barrierefreie“ Wohnung muss hingegen nur über Flächen von 1,20 mal 1,20 Meter verfügen. Gleiches gilt für Türbreiten: für barrierefreie Wohnungen genügen 80 Zentimeter, für den Rollstuhl sind 90 Zentimeter nötig. Um diesen Platz zu schaffen, kann es notwendig sein, nicht tragende Wände zu entfernen.

Fördermittel

Die Fördermaßnahme für barrierefreies Wohnen des Landes richtet sich nicht nur an Menschen mit einer Gehbehinderung oder einem Pflegegrad, auch ältere Menschen ab 60 Jahren können Unterstützung beantragen, wenn sie ein gewisses Einkommen nicht überschreiten (19500 Euro netto pro Einzelhaushalt im Jahr, 30000 Euro netto pro Doppelhaushalt). Die Zuschüsse betragen bis zu 11250 Euro.

Laut Sozialministerium wurden seit April 2017 rund 1400 Anträge gestellt, von denen etwa 1000 bereits genehmigt wurden. Am meisten werden Badumbauten gefördert, an zweiter Stelle kommen Treppenlifts. Das Programm umfasst Mittel in Höhe von etwa 5,7 Millionen Euro, von denen noch zirka 1,5 Millionen nicht ausgezahlt wurden. Noch im Dezember soll die Förderung bis Ende 2022 verlängert werden.

Sprechstunde

Die Sprechstunde zum barrierefreien Umbau findet immer ­mittwochs von 9. Uhr bis 12.30 Uhr im Sozialberatungszentrum in der Dudweilerstraße 24 (Haus Zentral), Saarbrücken, statt. ­Terminvereinbarung unter 08008357227. Mitbringen, wenn möglich: Fotos der Räumlichkeiten sowie Bauunterlagen, beispielsweise Pläne oder Angaben zur Statik und Kostenvoranschläge. Außerdem hilft es, wenn die Ratsuchenden eine Vertrauensperson mitbringen, die über technisches Grundwissen verfügt.

Maria Wimmer

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