2. Dezember 2019
Einfache Sprache

Beratungsfall des Monats: Nach Schlaganfall zurück in die alte Wohnung?!

Die meisten Menschen möchten im Alter und bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu Hause bleiben. Daher bietet der Sozialverband VdK Baden-Württemberg seit 2018 eine flächendeckende Wohnberatung für seine Mitglieder an. Wir hatten schon mehrfach darüber berichtet.

VdK-Wohnberaterin Ulrike Werner. | © privat

Kürzlich rief Frau S. verzweifelt bei der VdK-Wohnberatungsstelle an. Ihr Mann soll nach seinem Schlaganfall, in drei Wochen aus der Reha entlassen werden.

Bisher kann er nur wenige Schritte am Rollator gehen. An Treppensteigen ist gar nicht zu denken. Frau S. klagt: „Bad und Schlafzimmer sind bei uns im ersten Stock oben nur mit einer Wendeltreppe zu erreichen. Das geht doch nicht!“

Die hauptamtliche VdK-Wohnberaterin Ulrike Werner beruhigt sie. Sie fragt, ob eine Wohnberatung zu Hause bei Familie S. möglich wäre. Einer der örtlichen ehrenamtlichen VdK-Wohnberater könnte nachschauen, was Herr S. persönlich benötigt. Und wie das Reihenhaus genau angepasst werden könnte. So könnte sich der Ehemann trotz Schlaganfall weitgehend selbstständig dort bewegen.

Erstes Gespräch


Frau S. möchte eine Wohnberatung zu Hause. Daher führt Beraterin Werner zunächst ein Erstgespräch durch. Und sie klärt folgende Dinge ab:

• Hat Herr S. Gehhilfen? Wie beweglich ist Herr S.? Geht das Aufstehen aus dem Bett, aus dem Sessel, vom Toilettensitz?
• Wo genau hat Herr S. Unterstützung nötig? Welche Einschränkungen liegen vor?
• Wohnt Familie S. im Eigenheim oder zur Miete?
• Ist ein Pflegegrad beantragt oder schon festgestellt?
• Gibt es Unterstützung durch Familie, Nachbarn oder Freunde?
• Zudem werden alle wichtigen Daten wie Geburtstage, Adresse, Telefon, E-Mail aufgenommen.

Diese Infos helfen dem örtlichen Wohnberater, sich auf den späteren Hausbesuch einzustellen. Und auch darauf, wie die Wohnsituation ist.

Der Termin für die Beratung zu Hause wird dann direkt zwischen dem Wohnberater und der ratsuchenden Familie vereinbart.

Persönliche Beratung

Ulrike Werner erklärt: Bei der Wohnanpassung geht es um eine bessere Nutzbarkeit der Wohnung. Aber auch um eine größere Sicherheit durch das Beseitigen von Gefahrenquellen. Die Wohnberatung macht Vorschläge zu baulichen Veränderungen, um Hindernisse zu beseitigen. Sie gibt auch praktische Tipps zur Erleichterung des Wohnens. Hier geht es um die Vermeidung von Stolperfallen und anderen Gefahrenquellen. Es geht auch um die Veränderung von Möbeln und Ausstattungs∙gegenständen. Sie sollen einfacher und sicherer zu nutzen sein. Es kann auch um den Einsatz von Hilfsmitteln gehen, die das Wohnen erleichtern. Wohnberatung ist daher immer sehr persönlich auf die Wünsche der Ratsuchenden ausgerichtet. Und auf die Gegebenheiten vor Ort.

Die Wohnberaterin erklärt Frau S., dass diese nach Abschluss der Beratung zu Hause einen schriftlichen Bericht bekommt. Darin sind die Ergebnisse der Beratung aufgeführt. Und es werden darin verschiedene Möglichkeiten einer Umbaumaßnahme genau beschrieben. Ulrike Werner weist aber auch darauf hin:

Die beschriebenen Maßnahmen sind in der Regel ein Zugeständnis zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Denn, den nachträglichen baulichen Wohnraum∙anpassungen sind manchmal Grenzen gesetzt. Das bedeutet, dass die bestmöglichen oder idealen Bewegungsflächen nicht immer umsetzbar sind.

„Ziel ist es, auf der Basis von persönlichen körperlichen Einschränkungen und persönlichen Vorlieben der betroffenen Personen, eine zufriedenstellende Lösung zu finden“, stellt die VdK-Wohnberaterin klar.


Und sie sagt dazu auch: Zusätzlich werden mit dem Bericht auch Infos zur Finanzierung versandt. Sowie Infos zu Herstellern von Hilfsmitteln, die benötigt werden, falls gewünscht.

Schlagworte Wohnberatung

Kontakt:

Sozialverband VdK
Frau Ulrike Werner
Bleichwiesenstr. 1/1
78315 Radolfzell

Tel.: 07732 / 92 36 36
Fax: 07732 / 92 36 20
E-Mail: u.werner@vdk.de

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