17. Oktober 2016

Unfall während stationärer Krankenhausbehandlung oder Reha-Aufenthalt

Patienten, die auf Kosten der gesetzlichen Kranken- oder Rentenversicherung im Krankenhaus oder in einer Reha-Klinik behandelt werden, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

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Nicht nur stationäre, auch teilstationäre Krankenhauspatienten sowie Personen, die sich einer stationären, teilstationären oder ambulanten medizinischen Rehabilitation unterziehen müssen, sind über die Berufsgenossenschaft versichert. Dies gilt für alle Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der Behandlung oder der medizinischen Rehabilitation stehen. So sind Patienten auch während der Teilnahme an ärztlich verordneten Therapiemaßnahmen oder Geräteübungen versichert. Ebenso steht der Weg von zu Hause zum Krankenhaus und zurück unter gesetzlichem Unfallversicherungsschutz. Der Anspruch ist nur dann ausgeschlossen, wenn Ärzten oder Therapeuten einen Behandlungsfehler verursacht haben.

Voraussetzung für das Greifen des Versicherungsschutzes ist, dass der Unfall sofort gemeldet wird.

Patienten oder ihre Angehörigen sollten nach einem Unfall umgehend das Personal des Krankenhauses oder der Reha-Klinik verständigen. Auch wenn der Unfall auf dem Weg zu einer Behandlung oder auf dem Heimweg passiert, muss die Behandlungseinrichtung informiert werden. Sie gibt die Informationen an den zuständigen Unfallversicherungsträger weiter. Des Weiteren ist eine direkte Meldung an den Unfallversicherungsträger möglich.

Was zahlt die gesetzliche Unfallversicherung?


Der zuständige Unfallversicherungsträger übernimmt nach einem versicherten Unfall unter anderem die Kosten für die ärztliche und therapeutische Behandlung, um die Gesundheit des Verunglückten wiederherzustellen. Bezahlt werden von der gesetzlichen Unfallversicherung nach festen Vorgaben unter anderem Behandlungen und Reha-Maßnahmen.

Wer aufgrund eines Versicherungsfalls arbeitsunfähig ist und seine Erwerbstätigkeit vorübergehend nicht ausüben kann, erhält von der gesetzlichen Unfallversicherung ein Verletztengeld. Die Höhe beträgt für Arbeitnehmer 80 Prozent des bisherigen Bruttoverdiensts, maximal jedoch 100 Prozent des Nettoverdiensts.

Von dem Verletztengeld muss der Verunfallte die Hälfte der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen, die andere Hälfte übernimmt die Berufsgenossenschaft. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlt die Berufsgenossenschaft komplett. Das Verletztengeld endet mit dem letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit, spätestens jedoch nach 78 Wochen. Führt der Unfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 Prozent, gibt es eine Rente, deren Höhe sich nach dem Ausmaß der Minderung der Erwerbsfähigkeit richtet. Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente maximal zwei Drittel des Jahresverdienstes.

Anspruch auf Pflegegeld?


Der Anspruch auf Pflegegeld ruht im Falle eines Unfalles während einer stationären Krankenhausbehandlung in Höhe der Leistungen des vorrangig verpflichteten Unfallversicherungsträgers (Paragraf 34, Absatz 1, Nummer 2 SGB XI). Das gilt auch dann, wenn der Unfallversicherungsträger wegen einer unfallbedingten Verschlimmerung nur in Bezug auf diesen Pflegemehrbedarf leistet (vergleiche LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 4. Februar 2016, Aktenzeichen: L 5 45/15). Führt also ein Versicherungsfall zu einem Anstieg des Pflegebedarfs bei bereits bestehender Pflegebedürftigkeit, muss der Unfallversicherungsträger lediglich die Verschlimmerung entschädigen. Die Leistung der Pflegeversicherung steigt unfallbedingt nicht an.

Marlen Holnick

Schlagworte Rehamaßnahme | Unfall | Krankenhausbehandlung | Pflegegeld | Unfallversicherung

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