8. November 2018
Aktuelles

Fachtagung "Pflege und Demenz" erfolgreich durchgeführt

Am 7. November fand in Dresden die VdK-Fachtagung "Pflege und Demenz" statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und wie eine hilfreiche Vernetzung zwischen Betroffenen entstehen kann.

© VdK

Nach der Begrüßung durch VdK-Landesgeschäftsführer Ralph Beckert stellte der erste Referent des Tages, Dr. Fabian Magerl (Landesgeschäftsführer Barmer Landesvertretung Sachsen) anhand von Grafiken die steigende Anzahl von dementiellen Erkrankungen vor. Dieser Umstand wurde auch bei der Einführung der Pflegestärkungsgesetze beachtet, weshalb es zu Leistungsverbesserungen für diese Betroffenen kam. Magerl stellte den über 80 Teilnehmern noch einmal übersichtlich alle gesetzlichen Veränderungen sowie die Hilfsangebote der Barmer für pflegende Angehörige dar.

Laufen gegen Demenz?

Nach Dr. Magerl referierte Prof. Dr. Gerd Kempermann vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen im Kampf gegen Demenz. Er erläuterte, wie der Lebensstil jedes Einzelnen das Demenzrisiko beeinflussen kann. Er betonte: "Körperliche Inaktivität ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für Demenz." Interessant war, dass auch schon bei Vorliegen einer Demenz sportliche Aktivität die Auswirkungen der Krankheit verringern und kognitive Funktionen erhalten kann bzw. den Abbau verlangsamt. Empfehlenswert sind 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche. Prof. Kempermann betonte, dass auch in Pflegeheimen leichte körperliche Aktivitäten in den Bewohneralltag eingebaut werden sollten, da diese die Sturzgefahr verringern und die Lebensqualität erhöhen.

Technik unterstützt die Pflege

Der anschließende Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Gangolf Hirtz (Technische Universität Chemnitz) beschäftigte sich mit den Möglichkeiten von technischen Assistenzsystemen. Diese werden eingesetzt, um die Sicherheit, Selbstbestimmung aber auch die Teilhabe von Senioren oder pflegebedürftigen Menschen zu erhöhen. Ziel ist es, dass technische Systeme pflegende Angehörige oder Pflegekräfte entlasten und einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen. Assistenzsysteme gibt es dabei in den Formen von Erinnerung und Mobilisierung, Information von Angehörigen oder Pflegekräften und der Notfallerkennung bzw. Alarmierung. Auch die Einbindung in Smart-Home-Systeme wird möglich sein. Die Umsetzung dieser Systeme wird aktuell in einer Laborwohnung in Chemnitz getestet, ab 2019 sollen die Systeme dann auch unter realen Bedingungen getestet werden.

Doch wo sind die Grenzen?

Rechtsanwalt Hans-Jürgen Rutsatz ordnete in seinem nachfolgenden Vortrag die Sachverhalte rechtlich ein. Insbesondere die Geschäftsunfähigkeit bei dementiellen Erkrankungen stand bei seinen Ausführungen im Mittelpunkt. Mit ganz praktischen Tipps, wie z.B. der rechtzeitigen Ordnung von Unterlagen, der Vernetzung zu Nachbarn und sozialen Angeboten und dem Hinterlegen von rechtsgültigen Vollmachten gab er den Teilnehmern viele wichtige Hinweise mit.

Entlastung ist wichtig

Claudia Schöne von der AOK PLUS wandte sich ebenfalls den ganz praktischen Unterstützungsmöglichkeiten von pflegenden Angehörigen zu. Sie erläuterte, dass nach den Pflegestärkungsgesetzen Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege besser miteinander kombinierbar sind. Auch bei den Leistungen für die Tagespflege (ab Pflegegrad II) wurden Änderungen vorgenommen, damit Leistungen besser abrufbar sind. Ob Entlastungsbetrag, die Programme Alltags- und Nachbarschaftshelfer oder Pflegekurse - viele Angebote sind vorhanden, doch pflegende Angehörige wissen davon nichts oder sind mit der Beantragung überfordert. Hier betonte Claudia Schöne noch einmal die Pflicht der Pflegekassen für eine umfassende Beratung. Auch der Sozialverband VdK Sachsen hilft bei Fragen weiter.

Weitere Angebote

Den Abschluss des Fachtages bildete der Vortrag von Steffi Bartsch. Sie stellte die Vernetzung von Angeboten für dementiell Erkrankte im Verbundprojekt Chemnitz+ vor. In diesem Projekt konnten die Wohnungsgenossenschaften zusammen mit Vereinen, Firmen und Anbietern sozialer Dienste umfassende Angebote schaffen. Mit Tagungen, Informationsveranstaltungen oder auch der Einrichtung von sozialen "Kümmerern" wurden neue Angebote für dementiell Erkrankte geschaffen.

Moderator Ralph Beckert dankte allen Referentinnen und Referenten für den umfangreichen Einblick in den Stand der Forschung, Technik und Vernetzung und beendete damit den interessanten Tag.

Diese Maßnahme wurde mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Mosig

Schlagworte Fachtagung | Pflege | Demenz

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