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Kampagne "Behindern verhindern - Zeit für barrierefreies Handeln" gestartet

Gemeinsam mit fünf Botschaftern hat Staatsministerin Barbara Klepsch am 18. August in Dresden den Startschuss für die neue Kampagne "Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln" gegeben. Die Kampagnenbotschafter stehen beispielhaft für die Belange von über 600.000 Menschen mit Behinderungen in Sachsen.

© Rauscher


"Wir wollen Behindern verhindern. Denn Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am Leben. Barrierefreies Zusammenleben soll für alle zur Selbstverständlichkeit werden. Neben physischen Barrieren müssen wir auch Grenzen im Kopf überwinden, die einem gemeinsamen Miteinander oft im Wege stehen. Mit der Kampagne wollen wir auf unkonventionelle Art und Weise zum Nachdenken und Umdenken anregen", erklärte Sozialministerin Barbara Klepsch.

Hintergrund

Die Kampagne ist Teil des Aktionsplanes der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Ziel der Kampagne ist es, die breite Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, um mittelfristig den Abbau von alltäglichen Hürden sowie Vorurteilen zu fördern.

Staatsministerin Klepsch: "Wir haben uns bewusst für einen typografischen Ansatz entschieden. Wir zeigen keine Menschen mit Behinderungen, auch weil man nicht alle Behinderungen zeigen kann. Die Kampagne ist bunt, frech und mit einem Augenzwinkern gestaltet. Wir wollen zeigen, was für Menschen mit Behinderungen alles möglich ist!"

Behinderungen sollen nicht als Defizite oder Makel wahrgenommen werden. Stattdessen spielt die Kampagne mit bekannten Redewendungen. Die kurzen Slogans schreiben Menschen mit Behinderungen positive Eigenschaften zu. Aussagen wie "Im Rollstuhl wissen, wie der Hase läuft!" oder "Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen!" machen Stärken und Fähigkeiten sichtbar.

Botschafter

Die Kampagne wird unterstützt von folgenden Botschaftern:

  • Landtagsvizepräsident Horst Wehner, MdL, Landesvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Sachsen e. V. sowie Landesverbandsvorsitzender Sozialverband VdK Sachsen e. V.: "Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Seither hatte ich vielfältige Erlebnisse mit eingeschränkter Mobilität. Barierrefreiheit ist der Weg der kleinen Schritte. Menschen mit Behinderungen müssen gleichberechtigt am Leben teilnehmen dürfen. Geht nicht gibt's nicht!"
Kampagnenbotschafter Horst Wehner mit der Botschaft "Im Rollstuhl wissen, wie der Hase läuft!" | © Rauscher
  • Stephan Pöhler, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen: "Die Kampagne entspricht meiner tiefsten Grundüberzeugung vom Wert eines jeden einzelnen Menschen mit seinen vielfältigsten Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit seinem Wissen und Können. Als Kind tauber Eltern habe ich früh gelernt, mit Händen zu sprechen. Der Aktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist sehr wichtig, da man ohne konkrete Ziele die Handlungen nicht beschreiben kann, die den Weg markieren, dass das Ziel nicht nur eine Vision bleibt, sondern eben Realität für uns in Sachsen wird."
  • Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V.: "Behindert sein ist Menschenrecht! Bereits als Kind war ich hochgradig sehbehindert. Durch Vorlesen weckten meine Eltern in mir die Liebe zu Büchern. Später lernte ich Braille-Schrift. Diese Schrift eröffnet die Welt des Lesens für Blinde. Informationen müssen für Alle und auf allen Kanälen erreichbar sein. Nur so kann sich jeder Wissen und Bildung aneignen."
  • Silke Hoekstra, Geschäftsleitung Landesverband Lebenshilfe Sachsen e. V., Chemnitz: "Ich wünsche mir Vielfalt im gesellschaftlichen Leben. Unsicherheit und Angst vor Verschiedenheit können wir am besten mit Informationen begegnen. Bei meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Menschen mit geistiger Behinderung ohne Vorurteile auf Andere zugehen. Und wie ist es umgekehrt? Wir brauchen mehr Offenheit und Toleranz, davon profitiert unsere ganze Gesellschaft."
  • Uwe Adamczyk, MdL a. D., Vorsitzender des Kreisverbandes Zwickau im Sozialverband VdK Sachsen e. V.: "Ich erlebe täglich, wie ich durch künstlich geschaffene Barrieren oder Vorurteile und Bevormundung behindert werde. Ich möchte aber genau so gesehen und behandelt werden wie ein nichtbehinderter Mensch. Wer etwas ändern will muss sich selbst einbringen. Deshalb engagiere ich mich."
Kampagnenbotschafter Uwe Adamczyk mit dem Motiv "Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen!" | © Rauscher

"Ich danke den Botschaftern, dass sie mit ihrer Person der Kampagne Pate stehen. Mit ihrer Botschaft und ihrem Engagement geben sie der Kampagne ein Gesicht und tragen die Idee auch in die Verbände und Organisationen hinein", erklärte Barbara Klepsch abschließend.

Umsetzung der Kampagne

Die Kampagne "Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln" wird unter anderem mit Großflächenplakaten, Werbespots in Kinos und im Internet sowie mit Postkarten in verschiedenen Städten präsent sein.

Begleitet wird sie zudem von einer zentralen Kampagne-Website: www.behindern.verhindern.sachsen.de.


Die ersten Großflächenplakate sind ab dem 19. August 2016 in Dresden, Leipzig und Chemnitz zu sehen. Es folgen Plakatierungen in Bautzen und Zwickau.

Schlagworte Kampagne | Behindern verhindern | Botschafter

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