Aktuelles

Kampagne "Behindern verhindern - Zeit für barrierefreies Handeln"

Seit August 2017 läuft die Kampagne "Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln". Am 7. Februar 2018 wurde nun auch eine Wanderausstellung zur Kampagne vorgestellt.

Die Ausstellung unternimmt den Versuch, Behinderungen ein Stück weit erfahrbar zu machen. | © Sozialministerium/Oliver Killig


"Wir wollen Behindern verhindern. Denn Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am Leben. Barrierefreies Zusammenleben soll für alle zur Selbstverständlichkeit werden. Neben physischen Barrieren müssen wir auch Grenzen im Kopf überwinden, die einem gemeinsamen Miteinander oft im Wege stehen. Mit der Kampagne wollen wir auf unkonventionelle Art und Weise zum Nachdenken und Umdenken anregen", erklärte Sozialministerin Barbara Klepsch.

Hintergrund

Die Kampagne ist Teil des Aktionsplanes der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Ziel der Kampagne ist es, die breite Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, um mittelfristig den Abbau von alltäglichen Hürden sowie Vorurteilen zu fördern.

Behinderungen sollen nicht als Defizite oder Makel wahrgenommen werden. Stattdessen spielt die Kampagne mit bekannten Redewendungen. Die kurzen Slogans schreiben Menschen mit Behinderungen positive Eigenschaften zu. Aussagen wie "Im Rollstuhl wissen, wie der Hase läuft!" oder "Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen!" machen Stärken und Fähigkeiten sichtbar.

Neue Wanderausstellung zur Kampagne

Am 7. Februar 2018 wurde die Wanderausstellung zur Kampagne "Behindern verhindern" im Foyer des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz feierlich eröffnet. Mit dabei waren auch die Kampagnenbotschafter Horst Wehner (VdK-Landesverbandsvorsitzender) und Uwe Adamczyk (VdK-Landesverbandsvorstandsmitglied).

Staatsministerin Barbara Klepsch präsentierte am 7. Februar 2018 im Beisein der fünf Kampagnenbotschafter und einer Klasse von angehenden Erzieherinnen und Erziehern die neue Wanderausstellung. | © Sozialministerium/Oliver Killig

Wie nimmt man seine Umwelt wahr und verständigt sich, wenn einzelne Sinne stark beeinträchtigt sind? Welche Sprache verstehen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung gut? Stimmt es, dass fast 18 Prozent aller Menschen in Sachsen eine anerkannte Behinderung haben? Welche Ideen und guten Beispiele gibt es für Barrierefreiheit? Was tut der Freistaat dafür, dass Menschen mit Behinderungen in Sachsen überall ganz selbstverständlich teilhaben können? Unter dem Motto "Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln!" gibt die neue Wanderausstellung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz Antworten auf diese und viele weitere Fragen und Einblicke in das Leben von Menschen mit Behinderungen.

Die Wanderausstellung wird bis 23. März 2018 im öffentlich zugänglichen Foyer des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz, Albertstraße 10 in 01097 Dresden zu sehen sein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auch unter dem folgenden Link: Wanderausstellung zur Kampagne

Botschafter

Die Kampagne wird unterstützt von folgenden Botschaftern:

  • Landtagsvizepräsident Horst Wehner, MdL, Landesvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Sachsen e. V. sowie Landesverbandsvorsitzender Sozialverband VdK Sachsen e. V.: "Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Seither hatte ich vielfältige Erlebnisse mit eingeschränkter Mobilität. Barierrefreiheit ist der Weg der kleinen Schritte. Menschen mit Behinderungen müssen gleichberechtigt am Leben teilnehmen dürfen. Geht nicht gibt's nicht!"
Kampagnenbotschafter Horst Wehner mit der Botschaft "Im Rollstuhl wissen, wie der Hase läuft!" | © Rauscher
  • Stephan Pöhler, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen: "Die Kampagne entspricht meiner tiefsten Grundüberzeugung vom Wert eines jeden einzelnen Menschen mit seinen vielfältigsten Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit seinem Wissen und Können. Als Kind tauber Eltern habe ich früh gelernt, mit Händen zu sprechen. Der Aktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist sehr wichtig, da man ohne konkrete Ziele die Handlungen nicht beschreiben kann, die den Weg markieren, dass das Ziel nicht nur eine Vision bleibt, sondern eben Realität für uns in Sachsen wird."
  • Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V.: "Behindert sein ist Menschenrecht! Bereits als Kind war ich hochgradig sehbehindert. Durch Vorlesen weckten meine Eltern in mir die Liebe zu Büchern. Später lernte ich Braille-Schrift. Diese Schrift eröffnet die Welt des Lesens für Blinde. Informationen müssen für Alle und auf allen Kanälen erreichbar sein. Nur so kann sich jeder Wissen und Bildung aneignen."
  • Silke Hoekstra, Geschäftsleitung Landesverband Lebenshilfe Sachsen e. V., Chemnitz: "Ich wünsche mir Vielfalt im gesellschaftlichen Leben. Unsicherheit und Angst vor Verschiedenheit können wir am besten mit Informationen begegnen. Bei meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Menschen mit geistiger Behinderung ohne Vorurteile auf Andere zugehen. Und wie ist es umgekehrt? Wir brauchen mehr Offenheit und Toleranz, davon profitiert unsere ganze Gesellschaft."
  • Uwe Adamczyk, MdL a. D., Vorsitzender des Kreisverbandes Zwickau im Sozialverband VdK Sachsen e. V.: "Ich erlebe täglich, wie ich durch künstlich geschaffene Barrieren oder Vorurteile und Bevormundung behindert werde. Ich möchte aber genau so gesehen und behandelt werden wie ein nichtbehinderter Mensch. Wer etwas ändern will muss sich selbst einbringen. Deshalb engagiere ich mich."
Kampagnenbotschafter Uwe Adamczyk mit dem Motiv "Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen!" | © Rauscher

"Ich danke den Botschaftern, dass sie mit ihrer Person der Kampagne Pate stehen. Mit ihrer Botschaft und ihrem Engagement geben sie der Kampagne ein Gesicht und tragen die Idee auch in die Verbände und Organisationen hinein", erklärte Barbara Klepsch abschließend.

Umsetzung der Kampagne

Die Kampagne "Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln" wird unter anderem mit Großflächenplakaten, Werbespots in Kinos und im Internet sowie mit Postkarten in verschiedenen Städten präsent sein.

Begleitet wird sie zudem von einer zentralen Kampagne-Website: www.behindern.verhindern.sachsen.de.

Schlagworte Kampagne | Behindern verhindern | Botschafter

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