Pflege

Wichtige Informationen zum Thema "Pflege"

Entscheidend bei der Beurteilung von Pflegebedürftigkeit ist heute, inwieweit der Betroffene in der Lage ist, seinen Alltag selbstständig zu meistern.


Im neuen Begutachtungssystem steht der Grad der Selbstständigkeit im Mittelpunkt. Gemessen wird er anhand von sechs Kriterien: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte.

Neu: Pflegegrad 1

Die bisherigen Pflegestufen 0, I, II und III wurden durch fünf Pflegegrade abgelöst, die auch geistige und seelische Beeinträchtigungen berücksichtigen. Neu ist ab 2017 der Pflegegrad 1 bei leichten Einschränkungen. Dieser umfasst Hilfen, die früher ansetzen als bisher. So erhält der Betroffene beispielsweise eine Pflegeberatung oder finanzielle Zuschüsse für die Verbesserung des Wohnumfelds.

In der häuslichen Pflege steigen die Pflegegeldbeträge und die Pflegesachleistungen. In der stationären Pflege hingegen werden die Leistungen für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 und 3 abgesenkt.

Für Heimbewohner in den Pflegegraden 2 bis 5 wird es ab 2017 einen einheitlichen Eigenanteil geben. Bisher wurden mit jeder Höherstufung der Pflegebedürftigkeit auch höhere Pflegekosten fällig. Künftig bezahlen alle Heimbewohner, unabhängig vom Pflegegrad, einen gleich hohen Beitrag. Keine Sorgen machen müssen sich Menschen, die bereits in einem Pflegeheim leben: Sollte sich mit der Umstellung ein höherer Eigenanteil ergeben, zahlt die Pflegekasse die Differenz. Für die derzeit rund 2,8 Millionen Pflegebedürftigen gilt ein Bestandsschutz. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat versichert, dass keiner der Betroffenen schlechter gestellt wird.

Umwandlung Pflegestufen in Pflegegrade

Die Grafik beschreibt die Überleitung von den alten Pflegestufen zu den neuen Pflegegraden. Der neue Pflegegrad wird anhand der bisherigen Pflegestufe berechnet. Pflegestufe I wird in den Pflegegrad 2 übergeleitet. Wer Pflegestufe II hat, erhält Pflegegrad 3, und wer Pflegestufe III hat, Pflegegrad 4. Kommt eine eingeschränkte Alltagskompetenz hinzu, wird der Betroffene um je einen Pflegegrad höher eingestuft. Menschen mit der sogenannten Pflegestufe 0 und eingeschränkter Alltagskompetenz erhalten Pflegegrad 2. Ein Pflegebedürftiger mit Pflegestufe III und einer Demenzerkrankung bekommt Pflegegrad 5. | © VdK

Tipp
Wer pflegebedürftig ist, kann unter Umständen einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Damit hat er Anspruch auf finanzielle und andere Vergünstigungen.

Zuständig für den Antrag ist das jeweilige Versorgungsamt beziehungsweise Landratsamt. Den Grad der Behinderung (GdB) stellen ärztliche Gutachter fest. Dieses Verfahren hat nichts mit der Begutachtung durch den MDK für die Anerkennung einer Pflegestufe zu tun. Der Sozialverband VdK unterstützt seine Mitglieder bei der Antragstellung.


Wie sind pflegende Angehörige sozial abgesichert?


Wer seine pflegebedürftigen Angehörigen betreut, dem stehen Leistungen aus der Pflegeversicherung zu. Die Versicherung zahlt für Pflegepersonen auch Beiträge in die Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung. Wir zeigen, welche Leistungen pflegende Angehörige außerdem in Anspruch nehmen können. Mehr lesen Sie hier: www.vdk.de/pflege


Schlagworte Pflegebedürftigkeitsbegriff | Pflege | Pflegereform | Begutachtung | Pflegegrad

Was ändert sich 2017 in der Pflege?


VdK-TV: Pflegeleistungen Teil 1 - Der Antrag an die Pflegekasse

Wer Leistungen der Pflegeversicherung benötigt, muss dazu erst einmal einen Antrag an die Pflegekasse stellen. Wie stelle ich so einen Antrag? Wo ist meine Pflegekasse? Und wie geht es nach der Antragstellung weiter?

VdK-TV: Pflegeleistungen Teil 2 - Pflegegeld und Pflegesachleistung

Was ist eigentlich eine Pflegesachleistung? Wann ist es sinnvoll, statt dem Pflegegeld die Sachleistung zu beantragen - und kann ich vielleicht beides kombinieren? Diese und weitere Fragen beantworten wir im zweiten Teil unserer Pflegeserie.

VdK-TV: Pflegeleistungen Teil 3 - Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Nicht jeder Begriff des Pflege-ABCs erschließt sich beim ersten Hinschauen. In diesem Erklär-Video geht es um die Begriffe Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege. Was ist das und wer hat Anspruch?

VdK-TV: Pflegeleistungen Teil 4 - Tages- und Nachtpflege

Pflegende Angehörige gehen nicht selten über ihre Belastungsgrenze hinaus. Dabei ist die Heimunterbringung gar nicht die einzige Alternative zur häuslichen Pflege: Bei der teilstationären Pflege lässt sich beides miteinander kombinieren. So können Pflegende ihren pflegebedürftigen Angehörigen tagsüber oder auch nachts in eine stationäre Einrichtung geben.

VdK-TV: Pflegeleistungen Teil 5 - Barrierefreier Umbau

Die Pflegekasse bezuschusst Maßnahmen zum barrierefreien Umbau der eigenen Zuhaues. Nach einem BSG-Urteil vom Januar 2017 übernimmt sie in bestimmten Fällen auch Reparaturkosten, nämlich dann, wenn der Zuschussbetrag von 4000 Euro pro Pflegebedürftigem noch nicht ausgeschöpft wurde. Mehr Informationen im Video!
Fragen
ein Fragezeichen wirft Schatten
Eine oft gestellte Frage - hier finden Sie die Erklärung für das Kürzel "VdK" im Verbandsnamen im Bezug zum Wandel der Aufgaben und der Zeit.
Dienstleistungen
Kind spielt im Kindergarten mit bunten Spielwürfeln
Der Sozialverband VdK Sachsen ist Träger von acht Kindertagesstätten und einem Hort. In drei Einrichtungen spielen, lachen und lernen behinderte und nicht-behinderte Kinder zusammen.
Helfen hilft
Symbolfoto: Kleingeld
Spenden Sie für den Einsatz für behinderte und chronisch kranke Menschen oder die Arbeit mit behinderten Kindern - Hilfe hat viele Gesichter.
Mitglied werden
Symbolfoto: Eine Familie, bestehend aus Großeltern, Eltern und Enkelin, gemeinsam auf einer Couch
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