Gesundheit

Vorsicht beim Wechsel der Krankenkasse

Aus der sozialrechtlichen Beratung weist der Sozialverband VdK Sachsen auf einige Stolpersteine beim Wechsel der Krankenkasse hin, die insbesondere für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen schwerwiegende Folgen haben können.

Ein Wechsel der Krankenkasse sollte gut überlegt werden. | © Pixabay

1. Bezug von Krankengeld

Erhält ein Betroffener Krankengeld von der Krankenkasse, sollte ein Wechsel der Krankenkasse gut überlegt werden. Gesetzlich geregelt ist, dass die „neue“ Krankenkasse jeden Antragsteller auch aufnehmen muss. Jedoch kann es bei der Auszahlung des Krankengeldes zu Verzögerungen kommen, da die Unterlagen bei der neuen Krankenkasse auch wieder eingereicht und bearbeitet werden müssen.

2. Pflegeleistungen

Der Wechsel der Krankenkasse bewirkt gleichzeitig auch einen Wechsel der Pflegekasse, da sich die Zuständigkeit der Pflegekasse nach der gewählten Krankenkasse richtet. Deshalb wirkt sich ein Krankenkassenwechsel auch auf den Bezug von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, also zum Beispiel Pflegegeld, aus. Erhält der Betroffene Leistungen der Pflegekasse, müssen diese nach dem Wechsel bei der neuen Krankenkasse erneut beantragt werden. Es gibt keinen Anspruch auf Vertrauensschutz, das heißt die neue Pflegekasse muss nicht die bisher gezahlten Leistungen übernehmen. Es kann also durchaus zu einer Herabstufung beispielsweise bei der Pflegestufe kommen.

3. Bezug von Hilfs- und Heilmitteln sowie Medikamenten

Hier wird in vielen Beratungen des VdK deutlich, dass Betroffene zu wenig über die Folgen eines Krankenkassenwechsels wissen. Im konkreten Fall hatte ein Rollstuhlfahrer von seiner Krankenkasse eine Rampe als Hilfsmittel zum Zugang ins Haus erhalten. Nachdem er seiner bisherigen Krankenkasse den Wechsel angezeigt hatte, forderte diese innerhalb von einer Woche die Rampe zurück. Dies ist gesetzlich erlaubt, für den Betroffenen stellt dies jedoch einen enormen Einschnitt in die selbstbestimmte Lebensführung dar. Beachtet werden sollte, dass Hilfsmittel wie z. B. Rollatoren oder Rampen nur leihweise dem Betroffenen von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt werden. Erfolgt ein Kassenwechsel, müssen die Hilfsmittel an die Krankenkasse zurückgegeben werden. Und bevor bei der neuen Krankenkasse die Hilfs- und Heilmittel wieder beantragt sind, kann einige Zeit vergehen. Die gleiche Problematik ergibt sich bei einer dauerhaften Behandlung mit Medikamenten. Hier wird in der Regel keine Krankenkasse verbindlich versichern, nach einem Kassenwechsel die Behandlung „eins zu eins“ weiterzuführen.

4. Rezepte für Gymnastik

Aus den VdK-Selbsthilfegruppen für Osteoporose kommt der Hinweis, dass auch hier bei einem Krankenkassenwechsel Probleme entstehen können. Liegt ein Rezept für die Teilnahme an der Wasser- oder Trockengymnastik vor und der/die Betroffene wechselt die Krankenkasse, kann es auch hier passieren, dass die neue Krankenkasse das Rezept nicht verlängert oder es generell ablehnt, die Gymnastik zu bezahlen.

Sollten Sie weitere Fragen zu einem Krankenkassenwechsel haben, so können Sie sich gern an die Mitarbeiter der VdK-Beratungsstellen wenden: Geschäftsstellensuche


Gesundheit
Symbolfoto: Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen auf einem Haufen
Sozialhilfeempfänger haben abgesehen von wenigen Ausnahmen kein Recht, eine von ihnen wegen einer Krankenbehandlung gewählte Krankenkasse zu wechseln. Das hat das Bundessozialgericht mit Urteil vom 8. März 2016 entschieden (B 1 KR 26/15 R). | weiter

Schlagworte Krankenkasse | Krankenkassenwechsel | Wechsel | Kassenwechsel

Elektronische Patientenakte & Co: Was bringt die Digitalisierung im Gesundheitswesen?

VdK-TV wollte wissen, was mit der Digitalisierung auf die Patienten und Versicherten zukommt und hat den VdK-Gesundheitstag in Stuttgart besucht. Themen dort waren: Was bedeutet Digitalisierung in der Medizin und wie können wir davon profitieren? Und: Wie kommen Ältere mit der Digitalisierung zurecht?
Gesundheit
Geldtasche mit Gesundheitskarte darin
Eine Gesetzesänderung ermöglicht Eltern ab 01.08.2017 einen leichteren Zugang zur Krankenversicherung der Rentner. Es werden pro Kind drei Jahre in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens angerechnet.
Behinderung
Piktogramme verschiedener Behinderungsarten
Der Aktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention kann jetzt auch in gedruckter Form bestellt werden.

VdK-Pressemeldungen
Pflegebedürftiger mit Gehhilfe vor Bett
Der Sozialverband VdK Sachsen e. V. begrüßt das neue Verfahren für die Qualitätsprüfung in der Pflege („Pflege-TÜV“).
SCHULE
Ausschnitt der Inklusionswebsite mit verschiedenen Bereichen
Über die Inklusionswebsite können Eltern, Lehrer und Schulleitungen schnell und einfach Informationen rund um das Thema Inklusion an sächsischen Schulen abrufen.
VdK-Pressemeldungen
Schild mit Zugangshinweis für Rollstuhlfahrer
Anmeldungen für Beratungstermine für Chemnitz, Dresden und Leipzig sind telefonisch oder per E-Mail möglich.
Leistungen
Symbolbild: Ein Handschlag
Verschiedene Leistungen machen die Mitgliedschaft im VdK für Menschen aller Altersgruppen attraktiv.
Dienstleistungen
zwei Frauen sitzen an einem Tisch vor Infomaterial
Ziel der Arbeit des Familienzentrums ist die Bündelung der sozialen Angebote vor Ort zur stärkeren Unterstützung von Familien.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.