Gesundheit

Immer mehr Kinder mit psychischen Problemen in Arztpraxen

Kinderärzte in Deutschland behandeln immer häufiger junge Patienten mit psychischen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Befragung von 100 Kinder- und Jugendärzten im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. 96 Prozent der Mediziner sagen, dass die Behandlung von Kindern mit diesen Erkrankungen in ihren Praxen in den letzten zehn Jahren zugenommen hat. 64 Prozent von ihnen sehen sogar eine „starke“ Zunahme.

Schulstart als einschneidendes Erlebnis

Vor allem beim Start ins Schulleben stellen die Kinderärzte eine Häufung von psychischen Belastungen fest. Mehr als jeder dritte Mediziner (38 Prozent) gibt an, dass besonders Sechs- bis Achtjährige betroffen sind. „Der Grund ist vermutlich, dass gerade der Schulbeginn einen großen Einschnitt für viele Kinder bedeutet“, so Diplom-Psychologe Frank Meiners von der DAK-Gesundheit.

Mehr Diagnosen – Zahl der Betroffenen aber konstant

Fest steht: Jedes fünfte Kind in Deutschland hat psychische Probleme. Anders als angenommen, ist die Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahren insgesamt aber nicht gestiegen. Das zeigt auch eine 2011 durchgeführte Studie der TU Dresden. Doch wie kommt es zu dem „Run“ auf die Praxen? „Eltern sind heute einfach sensibler, was psychische Probleme ihrer Kinder betrifft. Sie gehen deshalb eher zum Kinderarzt als noch vor einigen Jahren“, erläutert DAK-Experte Meiners. „Bei Erwachsenen stellen wir seit einigen Jahren eine ähnliche Entwicklung fest. So werden immer mehr Menschen mit psychischen Leiden krank geschrieben, die früher einen gelben Schein mit der Diagnose Rückenschmerzen oder Magenbeschwerden bekommen hätten.“

Sprach- und Hörprobleme bei unter Fünfjährigen

Neben psychischen Problemen rücken auch Sprach- und Hörprobleme zunehmend in den Fokus der Kinderärzte. Die DAK-Umfrage zeigt: 80 Prozent der Mediziner geben an, dass die Anzahl der Kinder mit diesen Erkrankungen in den letzten zehn Jahren zugenommen hat. Besonders betroffen sind hier Kleinkinder zwischen drei und fünf Jahren.

Risiken: Mediennutzung, Bewegungsmangel, Ernährung

Die größten Gefahren für die Gesundheit der Kinder sind nach Einschätzung der befragten Ärzte vor allem eine zu intensive Mediennutzung (98 Prozent) sowie Bewegungsmangel in der Freizeit (96 Prozent) und ungesunde Ernährung (92 Prozent). Sehr häufig stufen die Mediziner auch eine fehlende positive Vorbildfunktion der Eltern als Risikofaktor ein (89 Prozent). Zu wenig oder schlechten Sportunterricht an Schulen geben 49 Prozent als Grund an.

Schlagworte Kinder | psychische Erkrankung

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