Barrierefreiheit

Finanzielle Förderung von Umbau der Wohnung oder des Hauses

Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können sich den Umbau ihrer Wohnung oder ihres Einfamilienhauses künftig mit bis zu 8.000 Euro vom Freistaat fördern lassen. Rollstuhlfahrer bekommen für Umbauten in ihren vier Wänden bis zu 20.000 Euro. Die Richtlinie zur Wohnraumanpassung wurde am 16. Mai 2017 beschlossen und tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

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Ziel der Richtlinie


Mit der Richtlinie zur Wohnraumanpassung soll es Menschen ermöglicht werden, trotz Unfall, Krankheit oder altersbedingten Einschränkungen in der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben. Die neue Förderrichtlinie gilt für Mieter oder Eigentümer, die ihre Wohnungen oder Häuser selbst nutzen.

Bezuschusst werden 80 Prozentder förderfähigen Umbaukosten, zum Beispiel Anpassungen in Bädern und Küchen, an Balkonen, Schwellen oder Türen. Der Grund der Mobilitätseinschränkung ist dabei unerheblich, wichtig ist jedoch die voraussichtliche Dauerhaftigkeit.

Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, sollen drei unabhänige Beratungsstellen ermitteln. Sie werden in Dresden, Leipzig und Chemnitz installiert. Notwendige Förderanträge können anschließend bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. Für diese Fördermaßnahme stehen bis 2019 insgesamt neun Millionen Euro zur Verfügung.

Eine weitere Regelung für Umbauten zu seniorengerechtem Wohnen ist noch für das Jahr 2017 geplant. Diese Richtlinie wird an Vermieter adressiert sein. Hierfür sind noch einmal bis 2019 jährlich zwölf Millionen Euro eingeplant.

Die Veränderungen - gerade in der Wohnsituation von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen - hat eine aktuelle Studie im Auftrag des Innenministeriums analysiert. Den Ergebnissen dieser Entwicklung trägt auch dieneue Förderrichtlinie zur Wohnraumanpassung Rechnung.


Sachsen passt die Förderlandschaft im Wohnungssektor schrittweiseden sich ändernden Bedingungen an. So wird die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum oder Wohneigentum bereits mit den Richtlinien „Familienwohnen“ und „Mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum“ über Zuschüsse oder zinsgünstigen Darlehen unterstützt. Für die Förderprogramme stehen im Doppelhaushalt 2017/2018 insgesamt 165 Mio. Euro bereit.

Der Sozialverband VdK Sachsen e. V. hat bei der Erstellung der Richtlinie mit fachkundigen Hinweisen im Sinne der Betroffenen die Regelungen mitgestaltet und wird auch die Einführung und Umsetzung aktiv mit begleiten.

Schlagworte Wohnraum | Umbau | Barrierefreiheit | Richtlinie | Wohnraumanpassung | Förderung

VdK-TV: VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren" - Barrierefreiheit im Verkehr

Im Rahmen seiner bundesweiten Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ fordert der Sozialverband VdK umfassende Barrierefreiheit im Bereich Verkehr, also auf Straßen, Schienen und in der Luft. Ein drastisches Beispiel für die immer noch mangelhafte Barrierefreiheit in Deutschland zeigt die Ortsbegehung am Bahnhof Obernhof in Rheinland-Pfalz – hier kann der Bahnsteig nur über eine steile Treppe erreicht werden.

Gestaltung und Mobilität
Wichtige Hinweise zur Barrierefreiheit gibt das Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität (IbGM). Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der rasant wachsenden Gruppe der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie der Herstellung umfassender Barrierefreiheit in Deutschland und Europa.Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität

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Barrieren im Internet können beim Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik gemeldet werden.
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Neuigkeiten aus dem Bereich barrierefreies Bauen, Leben und Wohnen.
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Mathias Lorenz leitet das VdK-Projekt, das von der Landesdirektion Chemnitz gefördert wird, und bietet unter anderem auch Mobilitätstrainings an.