30. Juni 2017
Barrierefreiheit

Finanzielle Förderung von Umbau der Wohnung oder des Hauses

Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können sich den Umbau ihrer Wohnung oder ihres Einfamilienhauses künftig mit bis zu 8.000 Euro vom Freistaat fördern lassen. Rollstuhlfahrer bekommen für Umbauten in ihren vier Wänden bis zu 20.000 Euro. Die Richtlinie zur Wohnraumanpassung wurde am 16. Mai 2017 beschlossen und tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

© Pixabay

Ziel der Richtlinie

Mit der Richtlinie zur Wohnraumanpassung soll es Menschen ermöglicht werden, trotz Unfall, Krankheit oder altersbedingten Einschränkungen in der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben. Die neue Förderrichtlinie gilt für Mieter oder Eigentümer, die ihre Wohnungen oder Häuser selbst nutzen.

Den Text der Richtlinie "Wohnraumanpassung" können Sie hier noch einmal im Detail nachlesen:

www.revosax.sachsen.de


Bezuschusst werden 80 Prozentder förderfähigen Umbaukosten, zum Beispiel Anpassungen in Bädern und Küchen, an Balkonen, Schwellen oder Türen. Der Grund der Mobilitätseinschränkung ist dabei unerheblich, wichtig ist jedoch die voraussichtliche Dauerhaftigkeit. Die Umsetzung der Maßnahmen ist an den technischen Regeln des Kapitels 5 der DIN 18040-2 zu orientieren. Förderfähig sind auch abschließbare Boxen zur Unterbringung von Rollstühlen und Rollatoren vor dem Wohngebäude.

Voraussetzungen

1. Der Wohnraum des Zuwendungsempfängers darf folgende Wohnflächen nicht überschreiten:

Haushaltsgröße / Wohnfläche

a) Mietwohnraum:
1 Person: 60 m²
2 Personen: 80 m²
jede weitere Person, die im Haushalt lebt 15 m²

b) Wohneigentum
aa) Eigentumswohnung
1 Person: 60 m²
2 Personen: 90 m²
jede weitere Person, die im Haushalt lebt 20 m²

bb) Eigenheim
bis 2 Personen: 110 m²
jede weitere Person, die im Haushalt lebt 20 m²

Im Einzelfall kann diese Wohnfläche überschritten werden, wenn dies zur Vermeidung einer unbilligen Härte erforderlich ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn aufgrund der konkreten Mietzinsbedingungen mit vergleichsweise niedrigen Mieten bezogen auf den Quadratmeter die Anmietung von größerem Wohnraum auch mit
niedrigem Einkommen möglich ist oder ein Wechsel aus der derzeitigen Wohnung, deren Fläche über den Wohnflächengrenzen liegt, in eine Wohnung, deren Wohnfläche unter der Wohnflächengrenze liegt zu einem erheblich höheren Mietzins führen würde oder aufgrund der bestehenden Mobilitätseinschränkung die Anmietung einer Wohnung mit einer die festgelegten Grenzen übersteigenden Wohnfläche erforderlich ist.

2. Eine Förderung kann nur erfolgen, wenn der Zuwendungsempfänger oder ein in seinem Haushalt lebender Angehöriger voraussichtlich dauerhaft in der Mobilität innerhalb des Wohnraums eingeschränkt ist. Die Einschränkung der Mobilität innerhalb des Wohnraums und der daher notwendige Bedarf der Wohnraumanpassung sind glaubhaft zu machen. Dies erfolgt durch Vorlage hierfür geeigneter Unterlagen wie Wohnungsmietvertrag, Wohnungs- oder Gebäudegrundriss, Schwerbehindertenausweis, Bescheid über die Zuerkennung von Pflegegraden, Verordnungen oder ähnlichem bei der beauftragten Stelle:

Beratungsstellen


Für Chemnitz, Erzgebirgskreis, Landkreis Mittelsachsen, Landkreis Zwickau und Vogtlandkreis in:

Sozialverband VdK Sachsen e. V.
Elisenstraße 12
09111 Chemnitz
Telefon: 0371 33400
Internet: www.vdk.de/sachsen

Für Dresden, Landkreis Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in:

Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V.
Michelangelostraße 2
01217 Dresden
Telefon 0351 479350-0
Internet: www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de

Für Leipzig, Landkreis Nordsachsen, Landkreis Leipzig in:

Behindertenverband Leipzig e. V.
Bernhard-Göring-Straße 152
04277 Leipzig
Telefon 0341 3065120
Internet: www.le-online.de

Bestätigung der Beratungsstellen

Den Vordruck „Bestätigung über vorliegende Mobilitätseinschränkungen und geplante Wohnungsbaumaßnahmen“, der bei den Beratungsstellen eingereicht werden muss, kann hier heruntergeladen werden:


Wichtig: Bei Einreichung der Unterlagen für den Direktionsbereich Chemnitz beim Sozialverband VdK Sachsen e. V. bitten wir um Ausfüllung der Datenschutzerklärung, die hier heruntergeladen werden kann:

Förderanträge

Notwendige Förderanträge können anschließend bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. Für diese Fördermaßnahme stehen bis 2019 insgesamt neun Millionen Euro zur Verfügung.

Alle Unterlagen, die die Förderung durch die Sächsische Aufbaubank (SAB) betreffen, sind direkt auf der Internetseite der SAB herunterzuladen: www.sab.sachsen.de

Barrierefreiheit
Diese Seite stellt die bis jetzt am häufigsten gestellten Fragen vor und gibt eine kurze Erläuterung (FAQ). | weiter


Die Veränderungen - gerade in der Wohnsituation von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen - hat eine aktuelle Studie im Auftrag des Innenministeriums analysiert. Den Ergebnissen dieser Entwicklung trägt auch dieneue Förderrichtlinie zur Wohnraumanpassung Rechnung.

Schlagworte Wohnraum | Umbau | Barrierefreiheit | Richtlinie | Wohnraumanpassung | Förderung

VdK-TV: VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren" - Barrierefreiheit im Verkehr

Im Rahmen seiner bundesweiten Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ fordert der Sozialverband VdK umfassende Barrierefreiheit im Bereich Verkehr, also auf Straßen, Schienen und in der Luft. Ein drastisches Beispiel für die immer noch mangelhafte Barrierefreiheit in Deutschland zeigt die Ortsbegehung am Bahnhof Obernhof in Rheinland-Pfalz – hier kann der Bahnsteig nur über eine steile Treppe erreicht werden.

Gestaltung und Mobilität
Wichtige Hinweise zur Barrierefreiheit gibt das Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität (IbGM). Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der rasant wachsenden Gruppe der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie der Herstellung umfassender Barrierefreiheit in Deutschland und Europa.Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität

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Wichtige Informationen zu den Leistungen und Angeboten der Otto Perl-Stiftung.
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Neuigkeiten aus dem Bereich barrierefreies Bauen, Leben und Wohnen.
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Rollstuhlfahrerin drückt die Türöffnungstaste an einer Bustür.
Mathias Lorenz leitet das VdK-Projekt, das von der Landesdirektion Chemnitz gefördert wird, und bietet unter anderem auch Mobilitätstrainings an.