30. September 2015
Zeitung Oktober 2015

Wussten Sie schon...

..., dass die Mütterrente Auswirkungen auf einen vor dem 1. Juli 2014 abgeschlossenen Versorgungsausgleich im Rahmen einer Scheidung haben kann? Seit Einführung der Mütterrente im Juli 2014 erhalten Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, mehr Entgeltpunkte auf die Rente als zuvor. Dies kann einen Versorgungsausgleich auch rückwirkend verändern – allerdings ist dies in vielen Fällen nicht berücksichtigt, in denen ein solcher Ausgleich vor Juli 2014 erfolgte.

Ein Versorgungsausgleich wird neben einer Scheidung durchgeführt. Dabei geht es um den Ausgleich von Rentenanwartschaften, bezogen auf die Ehezeit: Die Rentenanwartschaften, die die Partner in der Ehezeit erwirtschaftet haben, werden gegenübergestellt und die Differenz ermittelt. Der Ehepartner, der mehr Rentenanwartschaften erzielt hat, muss dem anderen Ehepartner die Hälfte dieser Differenz übertragen, also ausgleichen. Ergeben sich nun nachträglich durch Gesetzesänderungen wie die Mütterrente Änderungen der Anwartschaften, hat das auch Auswirkungen auf einen bereits durchgeführten Versorgungsausgleich. Durch die Mütterrente steigen nämlich die Anwartschaften der Mütter und die Berechnung des Versorgungsausgleichs stimmt nicht mehr. Geschiedene, deren Versorgungsausgleich vor Juli 2014 erfolgte, können daher beim Familiengericht einen Antrag auf Überprüfung des Versorgungsausgleichs stellen.

Dies will jedoch gut überlegt sei, da ein Überprüfungsantrag nur dann möglich ist, wenn wesentliche Änderungen vorliegen und einer der ehemaligen Ehepartner bereits eine Rente bezieht, beziehungsweise in den nächsten sechs Monaten beziehen wird. Lassen Sie sich daher bitte vor der Antragstellung bei der Rentenversicherung direkt oder Ihrem Versichertenältesten über die Auswirkungen beraten und eine Berechnung vornehmen. Erst dann sollten Sie entscheiden, ob ein Antrag auf Überprüfung sinnvoll ist.

Mehr aus der Reihe "Wussten Sie schon":

Martina Braun,VdK-Rechtsreferentin

Schlagworte mütterrente | Wussten Sie schon? | Rechtsberatung

Pressestelle des VdK Saarland

Neugeländstraße 11
66117 Saarbrücken
Telefon 0681 58459 - 410
Telefax 0681 58459 - 209
presse.saarland@vdk.de

Redaktionsschlüsse

Der Redaktionsschluss wird vom Heider-Verlag festgelegt. In der Regel ist es der erste Freitag im Monat für die darauffolgende Ausgabe (Drei Wochen Vorlaufzeit!). Der Druck der Zeitung erfolgt rund zwei Wochen später.

Beiträge, die nach dem Redaktionsschluss eingehen, können erst in der darauffolgenden Ausgabe berücksichtigt werden. Bitte beachten Sie den vorgezogenen Redaktionsschluss der Sommerausgabe!

3. August (September-Ausgabe)
4. September (Oktober-Ausgabe)
2. Oktober (November-Ausgabe)
6. November (Doppel-Ausgabe Winter)

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.