28. April 2016
Zeitung Mai 2016

Wussten Sie schon...

... dass die Krankenversicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen oder Hilfsmittel bezahlen muss, die sich ein Versicherter selbst beschafft hat?

Grundsätzlich erbringt die Krankenversicherung sogenannte Sachleistungen: das bedeutet, dass der Versicherte direkt mit Hilfsmitteln oder mit ärztlicher Behandlung versorgt wird, ohne sich mit der finanziellen Seite überhaupt befassen zu müssen. Eine Kostenübernahme von Leistungen, die der Versicherte selbst beschafft hat, kommt nur unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht. Insbesondere muss die Leistung vorher beantragt, und dieser Antrag muss bereits abgelehnt worden sein. Nur dann können die entstandenen Kosten überhaupt geltend gemacht werden. Denn nach dem Gesetz muss die Krankenkasse die Gelegenheit haben zu prüfen, ob der Antrag gewährt oder abgelehnt werden soll. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, spielt es keine Rolle mehr, ob inhaltlich ein Anspruch bestanden hätte.
Wird also eine Leistung in Anspruch genommen, ohne dass die Krankenkasse zuvor über einen entsprechenden Antrag entschieden hat, muss der Versicherte die Kosten in der Regel selbst tragen.

Es ist daher entscheidend wichtig, erst einen Antrag zu stellen, und den Bescheid der Krankenkasse abzuwarten, bevor eine Leistung oder ein Hilfsmittel selbst beschafft wird. Wird diese Reihenfolge nicht eingehalten, ist ein Widerspruchs- oder Klageverfahren meist ohne Aussicht auf Erfolg.

Alle Artikel der Reihe "Wussten Sie schon?" finden Sie unter Rechtsberatung

Tobias Gohrbandt, VdK-Rechtsreferent

Schlagworte Wussten Sie schon? | Rechtsberatung | Hilfsmittel | Krankenversicherung | gesetzliche Krankenkasse | Krankenkasse | Tobias Gohrbandt

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