29. Januar 2016
Zeitung Februar 2016

Ehrenamt im VdK: Von Lotsen, Beratern und Helfern von nebenan

Rund 2000 Ehrenamtliche sind im VdK Saarland aktiv – eine tragende Säule des Sozialverbands. Die meisten engagieren sich in den Vorständen der Verbandsstufen. Aber auch neue Formen des Ehrenamts, die der VdK seit 2012 stetig ausgebaut hat, leisten wertvolle Arbeit für Mitglieder und Hilfesuchende. Im Vorfeld des VdK-Landesverbandstags im Mai blickt die VdK-Zeitung auf wichtige Entwicklungen der vergangenen vier Jahre – wie eben im Ehrenamt.

Was hat das Notruf-Handy von Peter und Christa Theobald aus Mettlach-Nohn mit dem VdK Saarland zu tun? Viel. Zu dem Telefon kam das Ehepaar über ihre Nachbarin Monika Kiefer, die ehrenamtlich für den Sozialverband VdK tätig ist. „Sie hat uns erzählt, dass es so etwas gibt, und uns geholfen, das Gerät zu besorgen“, erzählt Christa Theobald, die das Telefon nach dem Schlaganfall ihres Mannes angeschafft hat. Seither hat Peter Theobald das Handy immer dabei, wenn er unterwegs ist – es ist auch für beeinträchtigte Menschen leicht zu bedienen, kann einen Notruf absenden und geortet werden, wenn etwas passiert. Es ist eine Sicherheit für das Ehepaar – ein technischer Helfer, der das Leben bei Hilfebedürftigkeit erleichtert. Und genau darum geht es Monika Kiefer, die für den VdK ehrenamtlich als AAL-Lotsin tätig ist: Sie informiert Ratsuchende über sogenannte Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL), die den Alltag erleichtern – vor allem im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit.

In dem VdK-Projekt, das 2013 startete, sind saarlandweit mittlerweile rund 30 Lotsen aktiv. Sie wurden speziell geschult und leisten vor Ort wichtige Hilfe. „Ich helfe einfach gerne, das war meine Motivation, mitzumachen“, erzählt Monika Kiefer, die auch in der Flüchtlingshilfe stark aktiv ist. „Außerdem fand ich das AAL-Projekt sehr interessant“. Und so weiß sie nun Bescheid über technische Hilfen wie Notruf-Handys, beleuchtete Haltegriffe oder elektrische Tablettenspender, woher man sie bekommt und was die Kasse bezahlt. Ihr Wissen gibt sie weiter, bei Vorträgen, auf Anfrage oder einfach im Gespräch mit Bekannten oder Nachbarn.

Vielfältige Möglichkeiten bieten


Bürgerschaftliche (Selbst-) Hilfe durch Information, Aktivität und Begleitung – das verbindet der VdK Saarland in seinem Ehrenamts-Angebot, das in den vergangenen vier Jahren stark ausgebaut wurde. Von den rund 2000 VdK-Ehrenamtlichen sind die meisten in den Vorständen der 197 Orts- und sieben Kreisverbände tätig, organisieren als starke Basis das Verbandsleben vor Ort. Erweitert hat der VdK sein Angebot aber vor allem für Menschen, die jenseits von Vorstandsarbeit aktiv sein wollen. „Der große ehrenamtliche Einsatz in der Flüchtlingshilfe zeigt ganz aktuell, wie sehr sich die Menschen engagieren wollen“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang. „Deshalb ist es wichtig, dass wir als Sozialverband verschiedene Angebote machen, damit Interessierte, unsere Mitglieder und auch die Gesellschaft profitieren“. So bietet der VdK unter anderem drei durch Fördergelder finanzierte Lotsen-Projekte (AAL-, Bürger- und Inklusionslotsen), die auch für Nicht-Mitglieder offen sind. Die Lotsen – wie Monika Kiefer – sind Vermittler, helfen Ratsuchenden mit Rat und Tat und leiten sie an die richtigen Stellen für ihr Anliegen weiter. Insgesamt sind mittlerweile mehr als 100 ehrenamtliche Lotsen aktiv – ein Erfolg.

Auch Stefan Fecht aus Klarenthal ist seit 2015 ehrenamtlicher Inklusions-Lotse des VdK. Als Vater einer schwerbehinderten Tochter ist es sein Anliegen, anderen Menschen mit Behinderung bei Fragen oder Problemen mit seiner Erfahrung und seinem Wissen zur Seite zu stehen. Fecht, der sich auch in anderen Organisationen der Behindertenhilfe engagiert, sieht das VdK-Inklusionsprojekt als „wichtige Ergänzung“, um möglichst vielen zu helfen, „die nicht weiter wissen oder sich selbst nicht helfen können“. Als VdK-Lotse hat er zum Beispiel schon anderen Eltern eines behinderten Kindes geholfen, einen Fahrdienst zu organisieren. „Es geht darum, sein Wissen weiterzugeben“. Dieses hat er in den Schulungen des VdK-Projekts erworben, das 2013 startete. Wichtig sei ihm, sagt Fecht, „dass die Inklusion und vor allem die Hilfen für geistig behinderte Menschen verbessert werden“. Hier sei noch viel zu tun – und dazu wolle er auch als VdK-Lotse einen Beitrag leisten.

Dass Lotsen- und Vorstands-Arbeit im VdK Hand in Hand gehen, beweisen zum Beispiel Adalbert Weis und Rosel Bruckbauer. Der Vorsitzende des Kreisverbands Saarbrücken-Land West und mehrerer Ortsverbände und die stellvertretende Vorsitzende des OV Geislautern/Wehrden bieten als Bürgerlotsen eine regelmäßige Sprechstunde für Ratsuchende an. Jeden Dienstag- und Mittwochvormittag helfen die beiden im Jugendtreff Geislautern bei Fragen oder Anträgen von Erwerbsminderungsrente bis Schwerbehinderung. Ihre ehrenamtliche Hilfe ist gefragt – rund 200 Vorsprachen gab es 2015. „Mir tut es gut, ehrenamtlich anderen Leuten zu helfen“, sagt Bruckbauer, die seit ihrem Ruhestand im VdK aktiv ist. Neben Interesse brachte sie Fachkenntnis aus ihrem Beruf mit, also hat „alles gepasst“. Für beide ist der Lotsen-Dienst neben der klassischen OV-Aktivität eine wichtige Ergänzung im VdK-Angebot. Denn: Je mehr Hilfen für Ratsuchende, desto besser.

Ehrenamtliche Rechtsberatung


Auch in seinen sechs Sozialberatungszentren im Land hat sich der VdK zuletzt mit ehrenamtlichen Helfern verstärkt. Auf den Gebieten Schwerbehinderung, Pflege, Renten oder Grundsicherung helfen ehrenamtliche Rechtsberater bei Fragen oder dem Ausfüllen von Anträgen. Damit entlasten sie die VdK-Juristen und leiten Fälle an sie weiter, sobald Widersprüche oder Klagen nötig sind. Haupt- und Ehrenamt arbeiten somit Hand in Hand – und durch die Verstärkung verkürzen sich Wartezeiten für Ratsuchende und Mitglieder. Zehn ehrenamtliche Berater sind derzeit im Einsatz. Die selbstlose Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen im Sozialrecht, wie sie auch die Bürgerlotsen bieten, hat beim VdK übrigens lange Tradition – seit der Gründung als Selbsthilfeverband 1947 hat so mancher Ortsverbandsvorsitzende daheim am Wohnzimmertisch Anträge für Hilfesuchende aus Nachbarschaft oder Ortsverband ausgefüllt. Bis heute ist diese Hilfestellung ein „Kerngeschäft“ des VdK.

Vor allem im 2015 eröffneten VdK-Sozialberatungszentrum in der Saarbrücker Dudweilerstraße sind seither jeden Tag Ehrenamtliche im Dienst. Joachim Jochum zum Beispiel bietet donnerstagsvormittags seine Renten-Sprechstunde an. Als Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund und ehemaliger Geschäftsführer einer Krankenkassen-Niederlassung ist Jochum Experte in Sachen Sozialversicherung – und sein Wissen stellt er beim VdK nun ehrenamtlich zur Verfügung, bei Fragen zur Rente oder dem Ausfüllen von Rentenanträgen. „Das Ehrenamt hält mich auch im Ruhestand noch fit, das war meine persönliche Motivation“, sagt Jochum. „In der Hauptsache geht es aber natürlich um die Hilfe für die Versicherten.“ Die Rentenberatung steht beim VdK jedem offen, nicht nur Mitgliedern. „Aber viele werden Mitglied, wenn sie herkommen und die Hilfe des VdK in Anspruch nehmen“, sagt Jochum.

Das ist bei Norbert Berg auch so. Jeden Mittwochvormittag hat Berg im VdK-Sozialberatungszentrum Homburg seine Sprechstunde auf dem Gebiet der Schwerbehinderung. Hilfe beim Ausfüllen von Schwerbehinderten-Anträgen an das Landesamt für Soziales ist sein Kerngeschäft. Der Bedarf ist groß, es gibt eine Warteliste. Seit die Antragstellung auch online möglich ist, geht vieles schneller, aber anstrengend sei es dennoch oft – wenn Krankengeschichten unklar sind oder Unterlagen fehlen. „Aber dafür bin ich ja da“, sagt Berg, der ehrenamtliches Engagement schon immer lebt und im VdK auch als Bürgerlotse, Vorsitzender des Ortsverbands Einöd und im Vorstand des Kreisverbands Saarpfalz aktiv ist. Genau dafür stehe der VdK: Vielfältige Hilfe für andere – ob professionell oder ehrenamtlich, durch Berater, Ortsverbände oder Kümmerer von nebenan.

Siehe auch:

Ehrenamt
Symbolfoto: Kleine Figürchen bilden einen Menschenkreis
Beim VdK Saarland sind 1500 Ehrenamtliche in 170 Orts- und sieben Kreisverbänden aktiv. Sie sind erste Ansprechpartner für Ratsuchende vor Ort. In den Seminaren der VdK-Akademie werden sie fit für das Ehrenamt. | weiter
Service
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
Die Juristen des VdK sind auf Sozialrecht spezialisiert. Als Herzstück des Sozialverbands VdK Saarland beraten sie Mitglieder auf den Gebieten Rente, Behinderung, Gesundheit und Pflege und vertreten sie vor Gericht. | weiter

Frauke Scholl

Schlagworte Ehrenamt | Ehrenamtliche | AAL-Lotsen | Bürgerlotsen | Inklusionslotsen | Rechtsberatung | Armin Lang

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Der VdK Saarland
Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl arbeitet an einem Notebook.
Der VdK ist mit fast 2 Millionen Mitgliedern bundesweit und rund 50.000 im Saarland Deutschlands größter Sozialverband. Er ist unabhängig, aber nicht unpolitisch. Erfahren Sie mehr.
Service
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
Die Juristen des VdK sind auf Sozialrecht spezialisiert. Als Herzstück des Sozialverbands VdK Saarland beraten sie Mitglieder auf den Gebieten Rente, Behinderung, Gesundheit und Pflege und vertreten sie vor Gericht.
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Symbolfoto: Eine glueckliche Familie, bestehend aus drei Generationen
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