28. Mai 2015
VdK-Zeitung Juni 2015

Wer nicht in eine Schublade passt...

..., der fällt schnell aus dem System und seinen Zuständigkeiten heraus. Das gilt insbesondere für arbeitslose Menschen mit Behinderung. Ihre Quote ist mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Eine Mischung aus Angst vor Bürokratie und Vorurteilen verstellt vielen Arbeitgebern den Blick auf Qualifikation und Kreativität der potenziellen Mitarbeiter. Und: Sie wissen zu wenig von den Hilfen zur Eingliederung in das Arbeitsleben.

Die Chance auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt, in den Werkstätten für Behinderte, eine Beschäftigung zu finden, ist da schon wesentlich größer. Von den derzeit 300.000 Werkstattbeschäftigten in Deutschland wechseln aber weniger als ein Prozent auf den ersten Arbeitsmarkt. Wenn man die UN-Behindertenrechts-Konvention korrekt auslegt, bedeutet allerdings Inklusion, dass alle Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt sind – und nicht mehr in für sie geschaffenen Werkstätten. Aber selbst Fachleute rechnen nicht mit einer baldigen Auflösung der Werkstätten. Und nicht alle halten dies für wünschenswert: Aus Sicht der Befürworter bieten sie vielen Menschen mit Behinderung einen geschützten Raum, um überhaupt erste fachliche Qualifikationen und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Von Seiten des VdK gibt es konkrete Beiträge, um dem Ziel einer echten Inklusion am Arbeitsmarkt näher zu kommen. Neben der Forderung, die Arbeitgeber, die keinen einzigen Schwerbehinderten beschäftigen (und das sind 37.000 Betriebe in Deutschland), mit einer erhöhten Ausgleichsabgabe an ihre Beschäftigungspflicht zu „erinnern“, gibt es auf Initiative des VdK Saarland das Konzept „Gute Arbeit für alle“. In einem dauerhaft geförderten öffentlichen Arbeitsmarkt könnten langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderung sinnvolle und gesellschaftlich wichtige Arbeit übernehmen, und zwar tariflich entlohnt, sozialversicherungspflichtig und arbeitsrechtlich abgesichert.

Siehe auch:

VdK-Zeitung Juni 2015
Bernd Andre (rechts) vom WZB informierte die Inklusions-Lotsen des VdK Saarland über das Konzept des Wendelinushofs.
Auf dem Wendelinushof in St. Wendel arbeiten rund 100 Menschen mit Behinderung. Ob auf dem Feld oder bei den Tieren; alle Beschäftigten werden ganz nach ihren Fähigkeiten gefördert. Bei einem Besuch auf dem Hof informierten sich die Inklusions-Lotsen des VdK über die Einrichtung und ihren Träger, das Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe (WZB). | weiter
28.05.2015 | Frauke Scholl


Ingrid Wacht

Schlagworte Inklusion | Inklusionslotsen | berufliche Integration | öffentlich geförderter Arbeitsmarkt | Behinderung

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