29. März 2019
VdK-ZEITUNG

Ja zur Grundrente!

Die Grundrente ist endlich eine Regelung mit Hand und Fuß, weil sie denjenigen hilft, die ein Leben lang gearbeitet, aber zu wenig verdient haben. 35 Beitragsjahre sind notwendig, dazu zählen auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten. Das ist gut, aber nicht genug. Angerechnet werden sollten auch Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Hier muss nachgebessert werden.

© VdK Saarland


Anders als im Koalitionsvertrag vereinbart, schlägt Arbeitsminister Hubertus Heil eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung vor. Hier scheiden sich die Geister. Zu Unrecht! Heil will damit verhindern, dass Geringverdiener im Alter aufs Amt gehen müssen, um staatliche Hilfen zu bekommen. Dass sie Einkommen und Vermögen offenlegen müssen und nicht mehr Geld bekommen als jemand, der nie gearbeitet hat. Experten schätzen, dass derzeit bis zu drei Viertel der Rentner, die einen Anspruch auf Grundsicherung haben, aus Scham keinen Antrag stellen.

Das Argument, dass etwa Frauen von Zahnärzten, die Teilzeit in der Praxis mitgearbeitet haben, profitieren, ist zwar nicht falsch, lässt sich aber durch Zahlen entkräften: Es gibt in Deutschland rund 100000 Zahnärzte, aber mindestens 1,2 Millionen Alleinerziehende, von denen mehr als die Hälfte Teilzeit arbeiten müssen. Die Grundrente trifft und hilft also zum ganz großen Teil denjenigen, die sie brauchen!

Die Grundrente aus Steuermitteln zu finanzieren ist richtig, weil ihr Ziel ist, Armut zu bekämpfen und Gerechtigkeit herzustellen – das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Die Grundrente soll einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag jährlich kosten. Ein Betrag, der viele zittern lässt – mich nicht. Denn dabei handelt es sich um weniger als zwei Prozent des Rentenbudgets, das 2017 bei mehr als 300 Milliarden Euro lag. Soziale Gerechtigkeit gibt es nicht umsonst. Und sie hat einen ganz besonderen Wert: sie sichert den sozialen Frieden. Das sollte es uns wert sein!

Martin Eifler, Mitglied im Landesvorstand

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