30. November 2016
VdK-Zeitung

Bad und Balkon machen Sorgen

Zwei Helfer bräuchte Werner Hahl, um seine Frau Elisabeth mit Hilfe eines Lifts in die Badewanne zu heben. Doch das VdK-Mitglied ist selbst gehbehindert und wünscht sich deshalb einen barrierefreien Umbau des Badezimmers.

AAL-Lotse Arno Salm (Mitte) informiert Werner Hahl (rechts) über Möglichkeiten zum barrierefreien Umbau. Elisabeth Hahl (links) sitzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl. | © Foto: VdK/Wimmer

Denn der Raum ist klein, so dass kaum Platz für den Rollstuhl ist und beim Anheben mit dem Lift die Beine an das Waschbecken stoßen. AAL-Lotse Arno Salm informierte das Ehepaar (beide 75) bei einem Besuch in ihrer Wohnung in Malstatt über Fördermöglichkeiten.

Der Umbau einer Badewanne in eine bodengleiche Dusche sei ab rund 4.000 Euro machbar, sagt Arno Salm. Als Alternative zum Umbau wäre der Einbau einer Einstiegstür in die Wanne möglich. Salm ist seit einem Jahr als AAL-Lotse tätig und betreut pro Monat rund 20 Betroffene. AAL-Lotsen informieren Bürger über sogenannte alltagsunterstützenden Technologien (AAL), die den Alltag von älteren oder behinderten Menschen erleichtern sollen.

Zuschüsse von der KfW

Bei Mietwohnungen muss der Umbau vom Wohnungseigentümer genehmigt werden. „Ohne den Eigentümer geht gar nichts“, sagt Salm. In den meisten Fällen würden sich diese jedoch nicht an den Kosten beteiligen. Allerdings könnten Betroffene bei der KfW-Förderbank Zuschüsse für Maßnahmen zur Barrierereduzierung beantragen.

Die Höhe des Zuschusses beträgt 10 Prozent der Investitionskosten oder maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit. Auch Maßnahmen zur Einbruchssicherheit sowie Notrufsysteme können in Kombination mit der Barrierereduzierung (Programm 455) gefördert werden. Alternativ bietet die KfW die Möglichkeit der Kreditfinanzierung für altersgerechte Umbauten (Programm 159).

Das Bad sei das Sorgenkind Nummer eins, da in Altbauwohnungen häufig Badewannen gebaut wurden, sagt Arno Salm. Auch WCs können so umgebaut werden, dass die Sitzhöhe verstellbar ist oder die Sitzhöhe individuell angepasst wird. Bei Waschbecken ist neben der Höhe auf eine ausreichende Beinfreiheit zu achten. Auch Stütz- und Haltesysteme oder Bedienelemente etwa für Rollläden, Türöffner oder Fahrstühle können gefördert werden.

Türschwellen und zu enge Eingänge

Die Finanzierung von Umbau-Maßnahmen sei ein großes Problem, sagt Arno Salm. Liftsysteme für Treppen könnten sich viele nicht leisten. Neben dem KfW-Zuschuss informiert Arno Salm daher über die Möglichkeit der Kreditfinanzierung durch die jeweilige Hausbank.

An zweiter Stelle kämen Türschwellen und zu enge Eingänge. Auch das ist ein Problem in der Wohnung der Hahls – die Balkontür lässt sich nicht komplett öffnen, weil sie an die Fensterbank stößt, so dass der Rollstuhl nicht durchpasst. „Hier müsste das Fenster getauscht oder die Fensterbank weggenommen werden“, erklärt Arno Salm dem Ehepaar, das seit 2012 in der Wohnung wohnt. Bei Spaziergängen oder beim Einkauf versucht er, seine Frau im Rollstuhl mitzunehmen.

Beim Einzug war Werner Hahl vor allem froh, dass es in dem Wohnhaus einen Aufzug gab. „Als meine Frau 2010 einen Schlaganfall hatte, wohnten wir in einer Wohnung im zweiten Stock ohne Aufzug. Danach saß sie halbseitig gelähmt im Rollstuhl und konnte nicht mehr raus. Das war wie im Gefängnis“, erinnert sich Hahl.

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Ehrenamt
Symbolfoto: Eine Tafel, auf die mit Kreise ein Haus und eine Strichmännchen-Familie gezeichnet ist
Pflegebedürftigkeit vermeiden oder hinauszuzögern, das ist das Ziel „Alltagsunterstützender Assistenzlösungen“ (AAL). Die AAL-Lotsen des VdK Saarland informieren Bürger über die alltagsunterstützenden Technologien - sie erklären, Wie Technik älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen mehr Lebensqualität ermöglicht. | weiter

Maria Wimmer

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