31. Oktober 2014
VdK-Zeitung

Wussten Sie schon, dass...?

... die Kassenbeiträge ab 2015 vermutlich steigen? Bisher betrug der Beitrag der gesetzlichen Krankenkassen einheitlich 15,5 Prozent des Bruttolohns. Davon wurden 7,3 Prozent vom Arbeitgeber und 8,2 Prozent vom Arbeitnehmer getragen. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres wird der Beitrag auf 14,6 Prozent gesenkt, wovon Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte übernehmen. Der Anteil des Arbeitgebers ist auf 7,3 Prozent „eingefroren“. Dem Arbeitnehmer kann die Kasse zusätzlich jedoch noch einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag abverlangen, der nicht separat vom Lohn abgezogen wird, sondern in einem Zahlungsvorgang mit dem Kassenbeitrag. Die Höhe dieses Zusatzbeitrages kann jede Kasse selbst festsetzen.

Also kann es passieren, dass ein Arbeitnehmer 16 Prozent Beiträge vom Lohn abgezogen bekommt, ohne dies zu realisieren, wenn seine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag von 1,4 Prozent erhebt. Ob und in welcher Höhe eine Kasse diesen Beitrag erhebt, ist derzeit leider noch nicht bekannt. Experten vermuten, dass der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag im Jahr 2017 bei 16 Prozent liegen wird, also deutlich über dem heutigen Beitragssatz. Dies bedeutet bei einem Durchschnittsverdienst von 2500 Euro monatlich eine Mehrbelastung des Kassenmitgliedes von 194 Euro im Jahr.

Wenn die Krankenkasse erstmalig den Zusatzbeitrag erhebt, muss sie ihre Mitglieder in einem Brief darüber informieren – das kann schon in diesem Herbst passieren. Dann haben Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und dürfen zu einer anderen Kasse wechseln. Verfolgen Sie daher die Entwicklung aufmerksam und kritisch. Es ist auch möglich, dass zunächst nur einige Kassen im Januar 2015 den Zusatzbeitrag erheben, andere sich dann aber im Laufe der Zeit anschließen.

Martina Braun, Rechtsreferentin

Schlagworte gesetzliche Krankenkasse | Zusatzbeitrag | Krankenkasse | Rechtsberatung | Sozialrecht | Zusatzbeiträge

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