10. April 2014
VdK-Zeitung

Wussten Sie schon, dass...

… Sie für ein Hilfsmittel keine Kosten erstattet bekommen, wenn Sie es einfach kaufen, ohne den Beschaffungsweg laut Krankenkassenversicherungsrecht einzuhalten?

Ein Beispiel: Sie stellen einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse auf Gewährung eines Hilfsmittels, zum Beispiel eines Rollstuhls. Bevor Sie diesen Rollstuhl selbst beschaffen, also kaufen, müssen Sie der Krankenkasse auf jeden Fall die Gelegenheit geben, Ihren Anspruch zu prüfen und eine schriftliche Entscheidung (Bescheid) ergehen zu lassen. Ist diese negativ, wird also die Gewährung des Rollstuhls abgelehnt, dann können Sie sich den Rollstuhl ab diesem Zeitpunkt selbst beschaffen. Dann, aber auch nur dann, verwandelt sich Ihr Anspruch auf Sachleistung (Rollstuhl) in einen Anspruch auf Kostenerstattung (Kaufpreis).

Ob Sie tatsächlich die Kosten von der Krankenkasse rückerstattet bekommen, ist einer weiteren Prüfung vorbehalten. Um diese in die Wege zu leiten, müssen Sie gegen die erste negative Entscheidung der Krankenkasse Widerspruch einlegen, damit Ihr Anspruch erneut überprüft werden kann. Eventuell ist auch der Klageweg zu beschreiten, wenn auch die Entscheidung im Widerspruchsverfahren negativ ist.

Beschaffen Sie sich den Rollstuhl vor der negativen Entscheidung der Krankenkasse selbst, haben Sie den Beschaffungsweg nicht eingehalten und haben auch keinen Anspruch auf die Erstattung der Ihnen entstandenen Kosten. Ob die – oft kostenaufwendige – Selbstbeschaffung, Widerspruch und Klageweg sinnvoll sind, können Sie mit ihrem/r Sozialreferent/-in im zuständigen Kreisverband besprechen.

Info: In der neuen Kolumne „Wussten Sie schon, dass …?“ erklären Rechtsreferenten des VdK Saarland in Zukunft aktuelle Urteile und geben Tipps, auf welche Fallstricke Sie in sozialrechtlichen Angelegenheiten achten sollten.

Bettina Keßler, Leiterin der VdK-Rechtsabteilung

Schlagworte Krankenkasse | Rechtsberatung | Rechtsabteilung | Sozialrecht | Hilfsmittel | Rollstuhl | Versicherungsrecht

Pressestelle des VdK Saarland

Neugeländstraße 11
66117 Saarbrücken
Telefon 0681 58459 - 410
Telefax 0681 58459 - 209
presse.saarland@vdk.de

Redaktionsschlüsse

Der Redaktionsschluss wird vom Heider-Verlag festgelegt. In der Regel ist es der erste Freitag im Monat für die darauffolgende Ausgabe (Drei Wochen Vorlaufzeit!). Der Druck der Zeitung erfolgt rund zwei Wochen später.

Beiträge, die nach dem Redaktionsschluss eingehen, können erst in der darauffolgenden Ausgabe berücksichtigt werden. Bitte beachten Sie den vorgezogenen Redaktionsschluss der Sommerausgabe!

3. Januar (Februar-Ausgabe)
31. Januar (März-Ausgabe)
6. März (April-Ausgabe)
3. April (Mai-Ausgabe)
8. Mai (Juni-Ausgabe)
5. Juni (Doppel-Ausgabe Sommer)
7. August (September-Ausgabe)
4. September (Oktober-Ausgabe)
2. Oktober (November-Ausgabe)
6. November (Doppel-Ausgabe Winter)

Der VdK Saarland
Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl arbeitet an einem Notebook.
Der VdK ist mit fast 2 Millionen Mitgliedern bundesweit und rund 50.000 im Saarland Deutschlands größter Sozialverband. Er ist unabhängig, aber nicht unpolitisch. Erfahren Sie mehr.
Service
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
Die Juristen des VdK sind auf Sozialrecht spezialisiert. Als Herzstück des Sozialverbands VdK Saarland beraten sie Mitglieder auf den Gebieten Rente, Behinderung, Gesundheit und Pflege und vertreten sie vor Gericht.
Mitglied werden!
Symbolfoto: Eine glueckliche Familie, bestehend aus drei Generationen
Sie interessieren sich für eine Mitgliedschaft im Sozialverband VdK Saarland? Hier finden Sie zehn wirklich gute Gründe für eine Mitgliedschaft. Überzeugen Sie sich selbst!

Datenschutzeinstellungen

Wir setzten auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.