5. Juni 2020
PRESSEMITTEILUNG

VdK fordert Rechtsanspruch
auf mobile Tagespflege

Damit Entlastungsangebote für pflegende Angehörige unabhängig von Krisensituationen besser genutzt werden können, fordert der Landesvorsitzende des Sozialverband VdK Saarland Armin Lang, dass Pflegebedürftige ihren Rechtsanspruch auf Tagespflege auch in mobiler Form nutzen können.

© congerdesign/Pixabay

„In der Corona-Situation haben einige Tagespflege-Einrichtungen auf Besuche in häuslicher Umgebung umgestellt. Aus dieser Not sollten wir eine Tugend machen. Der gesetzliche Spielraum, den einzelne Pflegekassen bereits jetzt nutzen, sollte für alle Versicherten gelten“, sagt Lang.

Weil die Tagespflege-Einrichtungen Corona-bedingt schließen mussten, sind viele Betroffene seit Wochen auf sich allein gestellt. „Stoßen pflegende Angehörige über längere Zeit an ihre Grenzen, kommt es häufig zu Konflikten innerhalb der Familie. Die Betroffenen fühlen sich oft verzweifelt, angestaute Aggressionen können sich entladen, der dauerhafte Stress macht depressiv. Sie müssen dringend entlastet werden“, so Lang.

Gerade Demenz-Patienten und ihre Angehörigen profitieren in besonderem Maße von der mobilen Tagespflege. Lang weiter: „Die Tagespflege vermittelt Struktur, fördert Selbstständigkeit und sichert körperliche sowie geistige Stabilität. Viele Pflegebedürftige schaffen es aber nicht bis zum Bordstein, wo der Fahrdienst zur Tagespflege wartet. Demenziell Erkrankte sind oft auch in Gruppen durch die dort wechselnden Personen überfordert. Eine zeitlich ausgedehnte Förderung und Betreuung in den eigenen vier Wänden durch Fachkräfte hilft ihnen dabei, den Alltag zu bewältigen und schützt ihre Familie vor überlastungsbedingten Krisen.“

Die mobile Tagespflege könne bei schweren Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit mehr leisten als ambulante Pflegedienste. Sie biete nicht nur mehr Entlastung, sondern auch eine passgenauere Versorgung. Wenn stationäre tagespflegerische Angebote fehlen oder aus individuellen Gründen nicht genutzt werden können, müsse die mobile Tagespflege deshalb ergänzend zum ambulanten Pflegedienst in der eigenen Wohnung stattfinden. Rechtssicher werde die mobile Tagespflege nur, wenn sie der Gesetzgeber im Pflegeversicherungsgesetz konkret als Pflicht-Leistung benennt. Gesetzlich geregelt werden müsse auch, dass die Budgets für die Tagespflege am Monatsende nicht mehr verfallen. Der Sozialverband VdK Saarland fordert eine bundespolitische Neu-Regelung, damit das Budget für Tagespflege „angespart“ und mit den gesetzlichen Betreuungsleistungen zuhause gekoppelt werden kann.

„Die akute Notlage fordert, dass alle Pflegekassen das Entlastungsangebot der mobilen Tagespflege schon heute abrufbar machen und mehr Träger entsprechende Leistungen anbieten. Jetzt schlägt die Stunde für flexible Lösungen“, so Lang.

red

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