27. März 2020
PRESSEMELDUNG

„Keine zukunftsweisenden Lösungen, um das System zu stabilisieren“

Der Sozialverband VdK Saarland kritisiert, dass der heute vorgelegte Bericht der Rentenkommission grundlegende Veränderungen scheut, um das Rentensystem zukunftsfähig zu gestalten.

© imago/imagebroker

Dazu äußert sich der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang wie folgt:

"Das von der Rentenkommission empfohlene Rentenniveau von 44 bis 49 Prozent deutet darauf hin, dass Altersarmut schlichtweg in Kauf genommen wird. Die Corona-Pandemie macht in aller Schärfe deutlich, dass die gesetzliche Säule gestärkt werden muss und eine Verlagerung zur privaten Vorsorge keine Option ist. Auch eine betriebliche Altersvorsorge steht längst nicht allen Arbeitnehmern offen und fehlt leider insbesondere dort, wo es ohnehin prekäre Arbeit mit geringen Löhnen gibt. Insbesondere die momentan viel beachteten Menschen in systemrelevanten Berufen, z. B. in der Krankenpflege, im Einzelhandel oder bei Verkehrsbetrieben, haben nach jahrzehntelanger Arbeit ein Anrecht auf eine verlässliche Altersvorsorge.“ Der VdK fordert, das Rentenniveau dauerhaft auf 50 Prozent anzuheben sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse abzuschaffen, um für alle eine auskömmliche Altersvorsorge zu sichern.

Gerade im Saarland bestehe Handlungsbedarf, weil Vollzeitbeschäftigte im westdeutschen Ver-gleich durchschnittlich 500 Euro monatlich weniger verdienen und die Lohnentwicklung hinter dem Bundestrend liegt. Die saarländische Landesregierung und die saarländischen Bundestags-abgeordneten fordert der VdK auf, im Interesse der Saarländerinnen und Saarländer die VdK-Positionen auf Bundesebene offensiv zu vertreten. „Damit die gesetzliche Rentenversicherung finanzierbar bleibt und alle Arbeitnehmer eine auskömmliche Rente beziehen können, müssen von allen Einkommen, zum Beispiel von Kapitalerträgen und Erlösen aus selbstständiger Tätigkeit, Beiträge an die Rentenkasse gezahlt werden. Die Beitragsbemessungsgrenze muss insbesondere bei höheren Einkommen angehoben werden. Dem Bericht fehlen solche zukunftsweisenden Lösungen, die das System stabilisieren“, kritisiert Lang.

Entgegen der ursprünglichen Diskussion hat die Rentenkommission keine höhere Regelaltersgrenze festgelegt. Dafür hat sich der VdK mit der bundesweiten Kampagne Rente für alle eingesetzt, weil ein höheres Renteneintrittsalter für viele Menschen einer Rentenkürzung gleichkäme. „Ältere Arbeitnehmer leiden schon heute unter hoher Langzeitarbeitslosigkeit und können nur noch schwer Fuß fassen, wenn ein Jobwechsel erforderlich ist. Wer zudem einen psychisch oder physisch anstrengenden Beruf ergreift, übernimmt meist Verantwortung für die Gemeinschaft und darf nicht mit einer Rentenkürzung abgestraft werden, wenn er die Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig beenden muss“, so Lang. Die Grundrente müsse auch alle Erwerbsminderungsrentner berücksichtigen und von verbesserten Zurechnungszeiten müssen auch Bestandsrentner profitieren.

red

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