19. Mai 2022
Pressemeldungen

Pflegeheimkosten: VdK warnt vor dramatischem Anstieg

Angesichts der aktuellen Preissteigerungen und der generellen Zahlung von Tariflöhne an Pflegekräfte warnt der VdK vor einem dramatischen Anstieg des Eigenanteils für pflegebedürftige Heimbewohner.

Um bis zu 1000 Euro monatlich könnten sich die von den Pflegeheimbewohnern selbst zu zahlenden Heimkosten kurzfristig erhöhen: Da der Deutsche Bundestag in seiner Sitzung am 19. Mai die endgültigen Voraussetzungen zur generellen Zahlung von Tariflöhnen an Pflegekräfte schafft, warnt der Sozialverband VdK Saarland vor einer dramatischen Kostenentwicklung, die ausschließlich die Heimbewohner selbst zahlen müssten. Eine zusätzliche Erhöhung des Eigenanteils drohe auch durch die aktuellen Preissteigerungen bei den Lebensmitteln, der Energie- und Treibstoffversorgung sowie bei den Medizin- und Pflegeprodukten, die ebenfalls von den Bewohnern selbst getragen werden müssten.

„Heute ist für die Pflege ein freudiger und ein trauriger Tag zugleich. Es ist gut, dass endlich die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, dass auch private Träger von Pflegeheimen ihren Beschäftigten gute Löhne bezahlen müssen. Dramatisch ist allerdings, dass es zeitgleich keine passende Neugestaltung der Pflegefinanzierung gibt. Die Leistungen der Pflegekassen sind nach Pflegegraden gestaffelt und gesetzlich festgelegt. Deshalb haben die Heime keine andere Wahl, als den Pflegebedürftigen diese Mehrkosten in Rechnung zu stellen“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Im Saarland sind 78 von 191 Einrichtungen für ältere Menschen in privater Trägerschaft, das entspricht rund 40 Prozent. Zudem liegt der von den Pflegebedürftigen selbst zu zahlende Eigenanteil mit mehr als 2700 Euro schon jetzt an dritthöchster Stelle im bundesweiten Vergleich. Er könnte innerhalb von kurzer Zeit auf 3700 ansteigen.

Bei rund der Hälfte der saarländischen Pflegeheimbewohner reichen Rente und Vermögen nicht aus, um die Eigenkosten beim Wohnen im Heim selbst zu stemmen. Sie erhalten deshalb vom Sozialamt „Hilfe zur Pflege“, so dass ihnen nur noch ein monatliches Taschengeld von rund 140 Euro verbleibt. Da sowohl die Beschäftigten in der Pflege als auch die Pflegeheimbewohner und ihre Angehörigen eine bessere Personalausstattung fordern und diese auch dringend geboten ist, geht der VdK in naher Zukunft von weiteren Erhöhungen des Eigenanteils aus, wenn keine politische Lösung gefunden wird.

Der Sozialverband fordert die Landesregierung auf, über den Bundesrat und die Ministerkonferenzen eine Initiative auf den Weg zu bringen, um schnellstens eine Neuordnung der Pflegefinanzierung zu erreichen, nach der der Eigenanteil der Heimbewohner auf die Kosten von Unterkunft und Verpflegung begrenzt wird. Diese Maßnahmen seien auch nötig, um zu verhindern, dass die die Belastung der Landkreise und des Regionalverbands durch den Anstieg der Hilfe zur Pflege in kurzer Zeit die Marke der 100 Millionen Euro überschreitet. Diese lag 2020 bei rund 82 Millionen Euro.

Der VdK-Landesvorsitzende warnt auch vor Scheinlösungen, wie sie die frühere Bundesregierung bereits entschieden hat. „Als kurzfristige Lösung wäre dringend geboten, dass die Krankenkassen wenigstens die Kosten der medizinischen Behandlungspflege übernehmen. So könnten die Pflegebedürftigen zumindest teilweise kurzfristig entlastet werden“, sagt Lang. Auch das Saarland selbst könne helfen, wenn es wieder in die Mitfinanzierung der Investitionskosten einsteigt, zu der die Länder gesetzlich verpflichtet sind.

red

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