16. März 2022
Pressemeldungen

Krieg in Europa –
Kriegsangst in Deutschland

In seinem Statement zum Krieg in der Ukraine ruft der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang zu Solidarität und Zusammenhalt auf und verurteilt die Gewalthandlungen mitten in Europa.

Die in der Überschrift ausgedrückte Wirklichkeit dieser Tage macht ratlos!
Wer hätte dies vor einem Jahr gedacht? Krieg vor unserer Haustür. Er tobt jetzt noch näher als vor einigen Jahren auf dem Balkan, in Tschetschenien, in Georgien.

Die brutale Realität des Krieges rückt vom Rande in die Mitte unseres Kontinents. Unsere Betroffenheit wächst, die Hilflosigkeit ebenso. Wir wollen Frieden mit unseren Nachbarn in Europa, mit allen Menschen auf der Welt.

Gerade wir im VdK! Die noch unter uns lebenden Gründer und Gründerinnen unseres Verbandes kennen den Krieg und seine Folgen nicht nur aus den schrecklichen Fernsehbildern dieser Tage. Sie erinnern sich mit Schmerzen aus eigenem Erleben. Krieg ist grausam! Er nimmt keine Rücksicht, auf niemanden. Er ist brutal, gegen alle und alles! Früher und heute!

Deshalb war es die Grundüberzeugung unserer Gründerinnen und Gründer, so was darf nie mehr geschehen! Der VdK war bei seiner Gründung nicht nur eine Selbsthilfevereinigung der Kriegsopfer und ihrer Angehörigen, nicht nur ein politischer Kampfverband zur Durchsetzung der berechtigten sozialen Interessen seiner Mitglieder, er war auch die erste Friedensinitiative in Deutschland.

„Nie wieder Krieg!“ – war die tiefe Überzeugung unserer Gründer. Auch mit dieser Forderung mischten sie sich in das politische Geschehen der Nachkriegsjahre ein und halfen so mit, ein friedliebendes Deutschland zu schaffen.

Gerade der Sozialverband VdK Saarland setzt auf Verständigung. Aus den Kriegsgegnern in Frankreich wurden unsere guten Freunde, mit denen wir uns heute gemeinsam um ein Kriegsende in der Ukraine bemühen. Frieden ist möglich und immer besser als Krieg!

Deshalb kritisieren wir auch nicht die über Jahrzehnte in Deutschland und Europa praktizierte Politik des Ausgleichs zwischen den Staaten und Völkern unseres Kontinents, der Friedenssicherung durch partnerschaftliche Zusammenarbeit, auch nicht die Zurückhaltung unserer Regierungen bei Waffenlieferungen in Krisengebiete, auch nicht das Zögern bei den Waffenlieferungen jetzt.

Waffen werden zum Töten entwickelt. Deshalb ist bei ihrer Verbreitung immer äußerste Vorsicht geboten. Zwischen Abschreckungs- und Angriffswaffen liegt nur ein ganz schmaler Grat.

Es ist richtig und gut, dass wir die Menschen in der Ukraine jetzt bei ihrem verzweifelten Kampf gegen ihren übermächtigen Gegner unterstützen. Dabei ist dringend geboten, dass sich Europa, die meisten Staaten dieser Welt, mit allen Varianten von Sanktionen gegen den Aggressor wehren.

Wirtschaft und Politik müssen alle Anstrengungen unternehmen, um uns schnellstens aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu befreien. Dass Deutschland und die EU auch noch den Krieg Putins mitfinanzieren, muss möglichst bald ein Ende haben.

Für uns als Sozialverband gilt aber ebenso: Wir müssen auch den inneren Frieden sichern, in dem wir die Lasten des Krieges und seiner Folgen solidarisch tragen. Für besondere Belastungen muss es einen gezielten sozialen Ausgleich geben, ganz besonders für einkommensschwache Familien, von denen viele sich jetzt fragen, ob sie sich das Tanken oder Heizen noch leisten können.

Alle Initiativen, die diesen grausamen Krieg, dieses unendliche Leiden der Menschen in der Ukraine möglichst schnell beenden, müssen jetzt sofort und nachhaltig geschehen. Dabei vertrauen wir unserer Regierung, auch den anderen Regierungen in Europa und der Welt.

Und was können wir selbst tun?
Wir können helfen und vielfältige Hilfe ist nötig und möglich!

Die Hilfsbereitschaft der Menschen in unserem Land ist außerordentlich groß. Es wird viel Geld gespendet, Sachspenden und Wohnungen werden angeboten, Arbeitnehmer- und Unternehmer-Initiativen aus dem Saarland machen sich auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze, um Flüchtlinge abzuholen und ins sichere Saarland zu bringen. Hier werden sie in bereitstehende Wohnungen vermittelt, in der Landesaufnahmestelle registriert, medizinisch versorgt und bei Bedarf vorübergehend dort oder in ihren Dependancen untergebracht.

Diese Flüchtlinge brauchen unsere längerfristige Hilfe, bei der Bewältigung ihres schweren Alltags im fremden Land, bei der schulischen Förderung ihrer Kinder, beim Start in eine neue berufliche Tätigkeit, bei der Kontaktaufnahme mit Behörden, bei der Verarbeitung des grausigen Erlebens im Krieg und auf der Flucht.

Hier können wir uns als hilfsbereite Nachbarn, als freundliche Unterstützer mit warmer menschlicher Zuwendung, mit solidarischer Hilfe, auch als „Sozialverband vor Ort“ aktiv einbringen. Wir können Begegnungen organisieren, Hilfen vermitteln, auch persönlich Hilfe leisten. Über gute Ideen und nachhaltige Initiativen berichten wir gerne in unserer Zeitung.

Und wichtig ist auch, wir machen keinen Unterschied beim Helfen, ganz gleich woher die Menschen kommen, wie sie aussehen, an wen sie glauben.

Nein, wir sind nicht machtlos, auch nicht hilflos! Jede, Jeder kann das ihr, das ihm Mögliche tun und auch unsere Regierungen immer wieder zur Wachsamkeit auffordern.

Bei Putin erleben wir derzeit, was wir auch in Deutschland schon ertragen mussten, dass aus Menschen rücksichtslose Tyrannen werden können. Sie werden dann zur Gefahr für viele, wenn es in den Staaten, in denen sie regieren, totalitäre Führung, vielfältig angepasste Gefolgschaft und keine demokratische Kontrolle gibt. Auch zur Stärkung der Demokratie bei uns und in anderen Staaten dieser Welt, mahnt dieser Krieg.

Armin Lang, VdK-Landesvorsitzender

Initiativen wenden sich bitte an presse.saarland@vdk.de

Infos zur Aufnahme von Geflüchteten:

Informationen zur Aufnahme von Geflüchteten im Saarland gibt es auf dieser Internetseite der Landesregierung. Weitere Informationen hat der Saarländische Rundfunk hier gesammelt.

Allgemeine Infos hat der VdK Deutschand auf www.vdk.de/ukraine-hilfe zusammengestellt.

Die Seite www.hilfsabfrage.de bündelt Hilfsangebote für geflüchtete Menschen mit Behinderung.

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