26. Februar 2022
Pressemeldungen

VdK präsentiert Forderungen
an nächste Landesregierung

In einem Forderungspapier zur Landtagswahl hat der Sozialverband VdK Saarland eine zukunftsorientierte Sozialpolitik gefordert, die die Folgen der demografischen Entwicklung in den Fokus rückt.

Symbolfoto: Eine Frau schiebt ältere Frau im Rollstuhl
© Rainer Sturm/pixelio.de

„Der Anstieg pflegebedürftiger und mehrfachkranker Menschen ist nirgendwo in Deutschland so groß wie im Saarland. Zum Geburtendefizit kommt die Abwanderung insbesondere jüngerer Menschen hinzu, so dass gleichzeitig das Hilfepotenzial in der privaten und professionellen Pflege stark zurückgeht. Der Versorgungsnotstand wird immer größer und wird im Alltag der Menschen eine ähnliche Bedrohlichkeit wie die Klimakrise erreichen“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Angesichts des dramatischen Anstiegs dieses Hilfebedarfes fordert der VdK schnellstens eine landesweite Offensive zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und zur Optimierung der Versorgung chronisch kranker Menschen. „Der größte Wunsch der Menschen ist es, zuhause in der vertrauten Umgebung alt zu werden und auch mit Einschränkungen selbstbestimmt zu leben. Die nächste Landesregierung muss mit flächendeckenden präventiven Angeboten darauf hinwirken, gesundes Älterwerden im eigenen Zuhause zu fördern. Die Kernaufgabe zukünftiger Pflegepolitik muss eine offensive soziale Wohnraumversorgung mit barrierefreien und technikgestützten Wohnungen in Stadt und Land sein“, sagt Lang.

Eine weitere zentrale Herausforderung der nächsten Landesregierung sei es, die traditionelle saarländische Gesundheitslandschaft so weiterzuentwickeln, dass sie den besonderen Versorgungsbedarfen der älter werdenden und mehrfachkranken Bevölkerung im Lande entspreche. Dafür ist aus Sicht des VdK eine regionale Gesundheitsplanung und Versorgungsorganisation nötig. „Im Saarland drohen zunehmend Lücken in der medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung, insbesondere in ländlichen Gemeinden. Deshalb brauchen wir regionale Gesundheitszentren, mit deren Hilfe ambulante und stationäre medizinische, therapeutische und pflegerische Angebote ineinandergreifen und enge Kooperationen mit Akut- und Rehakliniken selbstverständlich sind“, sagt Lang.

Dringender Handlungsbedarf besteht aus Sicht des Sozialverbands auch bei der Umsetzung der Inklusion sowie bei der Lösung der Armuts- und Wohnprobleme im Land. Um die zunehmende Armut von Kindern, insbesondere in alleinerziehenden Familien, zu bekämpfen, fordert der VdK neben der schnellstmöglichen Einführung der von der Bundesregierung bereits angekündigten Kindergrundsicherung ein längerfristig angelegtes Landesprogramm zur Förderung von Kindern aus sozial benachteiligten Wohngebieten und Familien, das die Zahl der Schulabbrecher reduzieren und junge Menschen beim Erreichen qualifizierter Berufsabschlüsse unterstützen soll.

Damit Kinder mehr Bildungschancen und Alleinerziehende mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt bekommen, sollten die Öffnungszeiten in den Kinderbetreuungseinrichtungen flexibler und das Angebot an gebundenen Ganztagsschulen zur Regel werden.

Zur Bekämpfung des im Saarland beklagten Arbeitskräftemangels sollten aus Sicht des VdK alle Potenziale aktiviert werden – deshalb muss die nächste Landesregierung den Schwerpunkt auf eine inklusive Arbeitsmarktpolitik setzen und sowohl Menschen mit Behinderungen als auch Langzeitarbeitslosen mehr berufliche Teilhabechancen ermöglichen.

Damit der Wohnort nicht zu sozialen Benachteiligungen führt, muss auch im kleinsten Dorf die Versorgung aller Altersgruppen mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfes sichergestellt werden und mit kurz getakteten barriere- sowie kostenfreien Anbindungen an die nahe gelegenen Bildungs-, Freizeit- und Kulturzentren geregelt sein, heißt es in dem Forderungspapier.

In der Wohnungspolitik fordert der VdK Saarland mehr bezahlbaren Wohnraum und inklusive Wohnformen in Stadt und Land, wie zum Beispiel wirkliche Mehrgenerationenhäuser, in denen jüngere und ältere Menschen gemeinsam wohnen können sowie barrierefreie und technikgestützte Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung und „kommunale Kümmerer“, die sich für den Aufbau sorgender Quartiere und helfender Nachbarschaften einsetzen. „Die nächste Landesregierung muss darauf hinwirken, dass die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel zur Schaffung bezahlbarer, klimaneutraler und barrierearmer Wohnungen wirklich komplett hierfür eingesetzt werden“, sagt Lang. Nötig sei auch eine landesweite Wohnungsbörse für barrierefreie Wohnungen, die Vermietern und Suchenden als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle dient.

Alle Forderungen auf www.vdk.de/sl-wahl

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