6. Januar 2022
Pressemeldungen

Pflegekosten-Zuschuss:
Mehr Ehrlichkeit gefordert

Der Sozialverband VdK Saarland warnt vor falschen Hoffnungen beim neuen Zuschuss zu den Pflegekosten für Pflegeheimbewohner und fordert eine tatsächliche Entlastung der Pflegebedürftigen.

„Dieser Zuschuss ist nichts als Augenwischerei und soll davon ablenken, dass die Pflegekosten in den nächsten Jahren dramatisch steigen werden, denn in der Pflegereform hat der Gesetzgeber auch festgelegt, dass Pflegekräfte künftig tariflich entlohnt und die Personalausstattung verbessert werden soll. Die Wirkung des Zuschusses wird aufgrund von Tarifsteigerungen spätestens im nächsten Jahr verpufft sein. Hier wurde versäumt, die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ehrlich zu informieren und für eine tatsächliche Entlastung zu sorgen“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Der Zuschuss beträgt im ersten Jahr des Aufenthalts in einer Pflegeeinrichtung nur fünf Prozent des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 25 Prozent. „Das Problem ist, dass leider die Hälfte der Pflegebedürftigen innerhalb des ersten Jahres verstirbt, zwei Drittel im zweiten Jahr. Für sie sind diese Beträge nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Lang.

Dem VdK liegt die Rechnung einer Bewohnerin vor, wonach dieser Zuschuss bei einer Aufenthaltsdauer von unter einem Jahr 60 Euro ausmacht. Gleichzeitig stiegen alle anderen Kosten wiederum so stark an, dass die Bewohnerin trotz Zuschuss mehr zahlen muss als im Jahr davor, nämlich über 3000 Euro im Monat. „Daran sieht man deutlich, dass es sich um weniger als ein Nullsummenspiel handelt. Das Problem ist auch, dass in der Öffentlichkeit immer nur vom pflegebedingten Eigenanteil gesprochen wird. Dieser macht aber nur ein Drittel des Anteils aus, den die Pflegebedürftigen insgesamt aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Hälfte der Pflegeheimbewohner ist deshalb von Sozialhilfe abhängig, so dass ihnen von ihrer Rente nur ein Taschengeld verbleibt. Das ist kein würdiges Altwerden!“, sagt Lang.

Im Saarland beträgt die durchschnittliche finanzielle Belastung für Pflegeheimbewohner nach vdek-Daten von Juli 2021 knapp 2700 Euro und setzt sich wie folgt zusammen: dem pflegebedingten Eigenanteil von 1024 Euro, den Investitionskosten (512 Euro), den Kosten für Unterkunft und Verpflegung (919 Euro) sowie der Ausbildungspauschale von aktuell rund 220 Euro. Das Saarland liegt bei allen Kosten über dem Bundesschnitt auf dem dritten Platz aller Bundesländer. Der VdK fordert deshalb eine gesetzliche Absicherung der solidarischen Finanzierung aller Kosten, mit Ausnahme der Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

red

Schlagworte Pflegekosten | Pflegeheim | pflegebedürftig | Eigenanteil

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