17. Dezember 2021
Pressemeldungen

VdK fordert mehr Einsatz gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Der Sozialverband VdK fordert mehr Initiativen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, von der inzwischen mehr als jeder dritte Arbeitslose im Saarland betroffen ist.

„Das vom Landtag beschlossene Fairer-Lohn-Gesetz ist ein wichtiger Meilenstein zur Bekämpfung prekärer Beschäftigung, weil es die Tarifbindung stärkt. Doch es muss mehr für die stark zunehmende Zahl langzeitarbeitsloser Menschen getan werden“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

„Von dem erfreulichen Rückgang der Gesamtarbeitslosigkeit haben die Langzeitarbeitslosen bislang nichts. Im Gegenteil: Mittlerweile sind im Saarland bereits 41 Prozent der Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Arbeit.“ Das seien rund 15.000 Menschen, die ein erhöhtes Armutsrisiko und geringere Teilhabenchancen hätten. Häufig seien Menschen betroffen, die älter, gesundheitlich eingeschränkt, zu gering qualifiziert sind oder denen eine passende Betreuung für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige fehlt.

Gleichzeitig nehmen die Klagen über den Fachkräftemangel zu. Der VdK fordert deshalb eine Förderinitiative zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen. So sollten auch bei Arbeitsgelegenheiten Qualifizierungen in niedrigschwelliger Form angeboten werden. Zudem müssten Langzeitarbeitslose einen gesetzlich festgelegten Rechtsanspruch auf öffentlich geförderte, sozialversicherungspflichtige Arbeit bekommen. Das Teilhabechancengesetz, bei dem Langzeitarbeitslose fünf Jahre lang öffentlich gefördert werden, müsse verstetigt und ausgebaut werden.

Nachqualifizierungsoffensiven braucht es aus Sicht des VdK auch für Menschen ohne Berufsabschluss oder aus benachteiligten Bildungsschichten und Tätigkeitsbereichen. „Hier darf sich die Landespolitik nicht nur auf die Angebote der Bundesagentur und der Jobcenter verlassen. Sie muss mit eigenen Ideen und Initiativen wegweisend tätig werden“, fordert Lang.

Um die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, fordert der VdK die Landesregierung auf, ein zentrales Kompetenzzentrum einzurichten. „Dieses Zentrum muss eng mit der Wirtschaft und den sozialen Institutionen vernetzt sein und offensiv für das Budget für Arbeit werben – eine auf Bundesebene festgelegte Leistung, die in den Ländern umzusetzen ist. Im Saarland wurde es nur etwa ein Dutzend Mal für arbeitslose Menschen mit Behinderungen genutzt. Wir brauchen deshalb professionelle Beratungsangebote, um Unternehmen bei der Antragstellung zu unterstützen und Vorurteile abzubauen“, sagt Lang. Auch Inklusionsbetriebe müssten nachhaltiger und dauerhafter gefördert werden.

In Bezug auf die Arbeitslosenversicherung fordert der VdK von der Landesregierung, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass die maximale Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I für Ältere ausgeweitet wird. Minijobs lehnt der VdK als prekäre Beschäftigungsform ab, weil sie vor allem für Frauen und Alleinerziehende zur Armutsfalle werden. Statt einer Erhöhung der Grenze auf 520 Euro sollte die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro gelten, um Altersarmut entgegenzuwirken.

Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Neugeländstraße 11
66117 Saarbrücken
Telefon 0681 58459 - 410
Telefax 0681 58459 - 209
presse.saarland@vdk.de

Mehr unter Presse-Kontakt

Hinweis: Die Pressestelle ist ausschließlich für Presseanfragen zuständig. Bei Fragen, die die Mitgliedschaft betreffen oder um einen Beratungstermin zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an unser Service-Telefon unter der kostenfreien Nummer (0800) 835 7227.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.