11. November 2021
Pressemeldungen

Senioren-Masterplan: VdK kritisiert fehlende Umsetzung

Der Sozialverband VdK Saarland fordert die Landesregierung auf, den angekündigten Senioren-Masterplan „Aktives Alter und gesellschaftliche Teilhabe“ so fertigzustellen, dass die wesentlichsten Punkte noch vor der Landtagswahl im März umgesetzt werden können.

„Unsere Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten, dass der Plan erst zum Ende der Legislaturperiode fertig wird und er dann nur noch als Wahlkampfmaterial dient“ sagt VdK-Landesvorstandsmitglied Wolfgang Steiner, der auch stellvertretender Vorsitzender des Landesseniorenbeirats ist. Dies wäre ein parteipolitischer Missbrauch der für die Vorbereitung des Planes aufgewandten Steuermittel, so der Seniorenexperte.

Der vor einem Jahr veröffentlichte Zwischenbericht, in dem die Ergebnisse einer Senioren-Befragung vorstellt worden wurden, sowie die abschließende Zukunftskonferenz im Juli hätten wenig Neues zutage gebracht und nur die bereits im Landesseniorenplan von 2012 oder im 7. Altenbericht der Bundesregierung benannten Probleme bestätigt. Hierzu zählten die Ausdünnung der medizinischen und sozialen Angebote sowie des ÖPNVs oder die mangelnden Mobilitätsangebote für Senioren im ländlichen Raum. „Hier wurde viel diskutiert, eine Menge Geld ausgegeben und ministerielles Personal gebunden, so dass sich zurecht die Frage stellt: Wofür war das eigentlich gut, wenn jetzt nicht wenigstens noch einige konkrete Verbesserungen für die älteren Menschen im Land auf den Weg gebracht werden?“, fragt Steiner.

Neu sei, dass die Corona-Pandemie wie ein Brennglas die Themen Digitalisierung und Einsamkeit verschärft habe. „Beim VdK haben sich viele ältere Menschen gemeldet, die Probleme hatten, sich digital zur Corona-Impfung oder zum Test anzumelden oder die nicht wussten, wie sie zum Impfzentrum kommen sollen. Ältere Menschen dürfen durch die Digitalisierung nicht abgehängt werden“, sagt Steiner. Hier gebe es dringenden Handlungsbedarf, auf den der Masterplan Antworten geben müsse.

Stärker ins Bewusstsein gerückt sei auch die Frage, wie ältere, wenig mobile Menschen zum Einkauf oder zum externen gemeinsamen Mittagstisch kommen können, da es in vielen saarländischen Gemeinden keine Bürgerbusse oder auch keine gemeinsamen Essensangebote gäbe. Das Programm des Landes zur Bekämpfung von Einsamkeit reiche nicht aus, da hier nur kleine Projekte und Einmalinitiativen gefördert werden, was keine dauerhafte Lösung sei. „Was fehlt, sind professionelle Ansprechpartner vor Ort, die die Richtlinien des Landes eigeninitiativ umsetzen können. Vielen kommunalen Verwaltungen ist das Programm des Landes auch gar nicht bekannt“, sagt Steiner.

Um die bekannten Probleme in den Griff zu bekommen, fordert der VdK in jeder saarländischen Gemeinde professionell besetzte Anlaufstellen und – wie auch der 7. Altenbericht – eine Stärkung der Rolle der Gemeinden in der Seniorenpolitik. „Die Landkreise können ihre Altenhilfe-Konzepte oft nicht umsetzen, weil es auf der gemeindlichen Ebene keine zuständigen Ansprechpartner gibt. Deshalb brauchen wir in jeder Gemeinde mindestens einen Verantwortlichen für die örtliche Seniorenpolitik und jede Gemeinde braucht eine Strategie gegen Einsamkeit“, sagt Steiner. Ziel sei es, kleinräumige Lösungen zu finden, die zu den spezifischen Bedarfen und der Infrastruktur im jeweiligen Ort passen.

Auch die Vermeidung und Verringerung von Pflegebedürftigkeit zählt laut SGB XII zu den kommunalen Pflichtaufgaben. In diesem für die älteren Menschen geradezu existentiellen Feld fehlen nach VdK-Analyse langfristig angelegte und nachhaltig wirkende Angebote. Obwohl mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden, seien viele Wohnungen nicht dafür eingerichtet. Deshalb braucht es aus Sicht des VdK mehr öffentliche Förderprogramme für den barrierefreien und technikgestützten Um- und Ausbau, mehr professionell betreutes gemeinschaftliches Wohnen und eine unabhängige Wohnberatung, die den Menschen hilft, passende und kostengünstige Lösungen zu finden. Zudem fordert der VdK die landesweite Einführung präventiver Hausbesuche zur Gesundheitsvorsorge.

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