30. August 2021
Pressemeldungen

Erfolg des VdK: Begleitung für
Schülerin mit Diabetes gesichert

Eine Schülerin mit Diabetes ist im Unterricht auf eine Assistenz angewiesen, doch die Träger erklärten sich für nicht zuständig. In einem Eilverfahren setzte der VdK die Kostenübernahme durch - gerade rechtzeitig zum Schulanfang.

Symbolfoto: Kinder beim ersten Schultag in der Schulklasse.
© AOK-Mediendienst

Die Familie von Nelia (Name geändert) kann aufatmen – die 7-Jährige leidet an Diabetes und wird zu ihrer Einschulung im Unterricht von einer Integrationshelferin unterstützt, die regelmäßig ihren Blutzucker überwacht. Doch bis vor Kurzem war nicht klar, wer die Kosten für die Assistenz übernimmt. Mit Hilfe des VdK stellte die Familie deshalb einen Eilantrag vor dem Sozialgericht, das in einer einstweiligen Anordnung verfügte, dass die Krankenkasse die Kosten für die Integrationshilfe übernehmen muss.

Bereits im Februar hatten die Eltern einen Antrag gestellt, um die Schulbegleitung rechtzeitig zur Einschulung sicherzustellen – sowohl bei der Krankenkasse, als auch beim Landesamt für Soziales, das in der Regel Kostenträger für die Eingliederungshilfe bei Kindern mit Unterstützungsbedarf ist. Beide lehnten den Antrag ab und verwiesen auf die Zuständigkeit des jeweils anderen. Die Krankenkasse verwies darauf, nur für die punktuelle medizinische Überwachung zuständig zu sein, nicht aber für die Integrationsleistung während des kompletten Unterrichts.

„Es ist traurig, dass eine Familie erst vor Gericht ziehen muss, damit sie zu ihrem Recht kommt. Davor wurde sie über Monate vertröstet, Fristen wurden nicht gewahrt. Aufgrund des Eilantrags hat das Gericht innerhalb von drei Wochen entschieden – was den Trägern selbst nach Monaten nicht gelungen ist. Dadurch wurde sichergestellt, dass Nelia rechtzeitig zum Schulbeginn eine Begleitung bekommt“, sagt VdK-Sozialrechtsberater Stefan Geisler.

Die Familie ist erleichtert. „Wir sind wirklich froh, doch es war richtig knapp“, sagt die Mutter von Nelia. Die 7-Jährige leidet an Typ1-Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Nelia ist deshalb auf eine Pumpe angewiesen, die das Insulin in den Körper abgibt – die notwendige Menge ist unter anderem abhängig von den zugeführten Kohlehydraten oder von körperlicher Aktivität.

„Die Assistenz muss meine Tochter ständig beobachten. Wenn sie in den Unterzucker gerät, muss sie dafür sorgen, dass sie etwas essen oder trinken kann. Und sie hilft Nelia dabei, die notwendige Insulinmenge zu berechnen, weil sie das als Erstklässlerin noch nicht allein kann“, sagt Nelias Mutter und ergänzt: „Es ist ein Unding, dass sich die Kostenträger vor ihrer Verantwortung drücken und gegenseitig die Zuständigkeit zuschieben. Dieses Thema muss endlich ernster genommen und gesetzlich geregelt werden, damit Eltern nicht jedes Mal erneut kämpfen müssen. Die Leidtragenden sind die Kinder, denn sie wollen genauso unbeschwert in die Schule gehen wie alle anderen. Aber auch wir Eltern werden belastet, weil wir berufstätig sind und uns darauf verlassen müssen, dass der Schulbesuch gewährleistet ist.“

Hinweis: Bei einem Eilantrag trifft das Gericht in einer einstweiligen Anordnung zeitnah eine vorläufige Entscheidung. Sie ist so lange gültig, bis in der Hauptsache abschließend entschieden wird.

red

Schlagworte Sozialrechtsberatung | Diabetes | Eilantrag

Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Neugeländstraße 11
66117 Saarbrücken
Telefon 0681 58459 - 410
Telefax 0681 58459 - 209
presse.saarland@vdk.de

Mehr unter Presse-Kontakt

Hinweis: Die Pressestelle ist ausschließlich für Presseanfragen zuständig. Bei Fragen, die die Mitgliedschaft betreffen oder um einen Beratungstermin zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an unser Service-Telefon unter der kostenfreien Nummer (0800) 835 7227.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.