19. Juni 2021
Pressemeldungen

Mietenstopp als erster Schritt!
Mehr bezahlbarer Wohnraum ist nötig

Im Saarland müssen schnell mehr bezahlbare Wohnungen gebaut werden – das hat der Sozialverband VdK Saarland beim „Mietenstopp“-Aktionstag gemeinsam mit dem DGB und der IG BAU in Saarbrücken gefordert.

An dem Aktionstag nahmen Landesgeschäftsführer Peter Springborn (3. von rechts) und VdK-Wohnexperte Wolfgang Lerch teil. | © DGB

„Ein Mietenstopp löst das Problem der auch im Saarland steigenden Mieten nur kurzfristig. Die langfristige Lösung ist neuer, bezahlbarer Wohnraum im Saarland. Die Zeit des Mietenstopps muss die Landesregierung dafür nutzen, konkrete Pläne für den Bau neuer Sozialwohnungen umzusetzen“, sagt VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn.

2005 verfügte das Saarland noch über 5000 Sozialwohnungen – inzwischen sind es nur noch 560, weil mehr Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen als neu gebaut werden. „Der öffentliche Wohnungsbau im Saarland ist praktisch nicht existent. Das Bündnis für bezahlbares Wohnen steht seit Jahren still – es muss dringend neu berufen werden und Taten folgen lassen“, sagt VdK-Wohnexperte Wolfgang Lerch. Geld für den sozialen Wohnungsbau sei ausreichend vorhanden: Für die Jahre 2021/22 stünden insgesamt noch 56 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, die noch nicht eingesetzt worden seien.

Der VdK Saarland fordert ein landesspezifisches Wohnraumfördergesetz, wie es in den meisten anderen Bundesländern existiert, um die soziale Wohnraumförderung im Saarland nachhaltig zu sichern. „Dieses Gesetz sollte wegen der besonderen Wohnungsstruktur des Saarlandes eigene Schwerpunkte setzen, zum Beispiel die Schaffung von bezahlbarem alters- und behindertengerechten Wohnraum oder die Stärkung öffentlicher Siedlungsgesellschaften“, sagt Lerch.

Er weist zudem auf die Notwendigkeit hin, mehr barrierearmen Wohnraum zu schaffen: „84 Prozent aller Seniorenhaushalte haben keinen stufenlosen Zugang zur Wohnung. Der demografische Wandel wird das Problem noch verschärfen. Bis 2035 werden über 42.000 barrierefreie Wohnungen benötigt“, sagt Lerch und fordert neue Wohnkonzepte: Nötig seien individuelle Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser, Senioren-Wohngemeinschaften und inklusive Wohnformen für Menschen mit und ohne Behinderung, aber auch eine verbesserte Infrastruktur, etwa durch digitale Erreichbarkeit, einen gut getakteten ÖPNV sowie eine dörfliche und innerstädtische Entwicklung.

Anlass des Aktionstages ist eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Überbelastung durch hohe Mieten, bei der Saarbrücken auf dem dritten Platz von 77 deutschen Großstädten landet. Als überbelastet gilt, wer inklusive Betriebs- und Heizkosten mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgeben muss. Dies betrifft in Saarbrücken laut der Studie fast 58 Prozent der Haushalte. Mehr als ein Drittel (35,8 Prozent) muss über 40 Prozent des Haushaltseinkommens aufwenden. Bei 15 Prozent der Haushalte fließt sogar die Hälfte des Haushaltseinkommens in die Warmmiete.

red

Schlagworte barrierefreier Wohnraum | Sozialwohnungen | soziale wohnraumförderung | sozialer wohnungsbau

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