30. April 2021
Pressemeldungen

Steigende Pflegeheimkosten:
Land muss jetzt handeln!

Knapp 2600 Euro müssen saarländische Pflegeheim-Bewohner im Jahr 2021 aus eigener Tasche bezahlen – die Hälfte von ihnen muss Sozialhilfe beantragen und von Taschengeld leben, weil die Rente nicht reicht, kritisiert der VdK und fordert eine Reform der Pflegeversicherung.

Symbolfoto: Seniorin mit Rollator auf dem Gang eines Pflegeheims
© imago/imagebroker

„Jetzt reicht es! Pflege macht arm und niemand tut etwas“, erklärt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang angesichts dramatisch steigender Pflegekosten. „Die Landesregierung muss jetzt handeln und über eine Bundesratsinitiative darauf hinwirken, dass die Investitions- und Ausbildungskosten in der Pflege aus Steuermitteln bezahlt werden." Dies sei umso dringender, da die Legislaturperiode auf Bundesebene bald zu Ende geht und herausgefunden werden müsse, ob es der Bundesgesundheitsminister mit seiner Ankündigung der Entlastung der Pflegebedürftigen wirklich ernst meine.

Bei einem Anstieg der Eigenanteile von fast zehn Prozent in nur zwei Jahren ist aus Sicht des VdK dringend eine Reform der Pflegeversicherung notwendig. "Die Preissteigerungen werden in den nächsten Jahren weiterhin erheblich sein, wenn eine würdige Pflege und eine motivierende Bezahlung der Pflegekräfte gesichert werden soll", sagt Lang. Knapp 2600 Euro müssen saarländische Pflegeheim-Bewohner im Jahr 2021 aus eigener Tasche bezahlen – die Hälfte von ihnen muss Sozialhilfe beantragen und von Taschengeld leben, weil die Rente nicht reicht, kritisiert der VdK.

Der Sozialverband fordert eine Gesamtreform der Pflegeversicherung, in der der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gesetzlich begrenzt wird. „Die Pflegeversicherung muss endlich eine richtige Versicherung werden, die alle finanziellen Risiken übernimmt, anstatt nur einen Zuschuss zu den Pflegekosten zu leisten. Die darüber hinaus anfallenden Kosten dürfen nicht länger gesetzeswidrig den Pflegebedürftigen bzw. den Sozialhilfeträgern aufgehalst werden“, sagt Lang. Als Eigenanteil sollten Pflegebedürftige nur die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen müssen.

Innerhalb von nur zwei Jahren stieg die durchschnittliche monatliche Belastung saarländischer Pflegeheim-Bewohner um mehr als neun Prozent auf 2376 Euro (Quelle: vdek-Basisdaten 2021). Rechnet man die Ausbildungsumlage hinzu, die 2021 bei 209 Euro liegt, beträgt der Eigenanteil im Saarland sogar 2585 Euro.

Besonders stark war mit 14 Prozent die Verteuerung des Eigenanteils bei den Pflegekosten auf fast 1000 Euro (965 Euro, Bundesschnitt: 831). Das liegt unter anderem am hohen Personalschlüssel im Saarland. „Es ist im Interesse der Gepflegten, dass das Personal gut bezahlt wird. Eine Steigerung der Löhne ist unvermeidbar, da wir sonst den Fachkräftemangel in der Altenpflege nicht in den Griff bekommen werden. Die Lösung ist eine Reform der Pflegeversicherung“, sagt Lang.

Ein weiterer Grund für den hohen Eigenanteil im Saarland sind die hohen Kosten bei Unterkunft und Verpflegung (899 Euro, Bundesschnitt: 779), sie stiegen im Vergleich zu 2019 um vier Prozent. Bei den Investitionskosten betrug die Steigerung 1,5 Prozent, der Eigenanteil liegt 2021 im Durchschnitt bei 512 Euro im Monat (Bund: 458 Euro). Die Kosten sind höher als im Bund, da aufgrund älterer Bausubstanz im Saarland höhere Kosten für Sanierung oder Neubauten fällig werden.

Im bundesweiten Vergleich liegt der Eigenanteil im Saarland an dritthöchster Stelle und knapp 300 Euro über dem Bundesschnitt von 2068 Euro – ohne Ausbildungskosten, die im jeden Bundesland unterschiedlich finanziert werden.

red

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