23. April 2021
Pressemeldungen

VdK begrüßt Senkung der Kitabeiträge
im Landkreis Merzig-Wadern

Der Sozialverband VdK Saarland begrüßt den Beschluss des Kreistages Merzig-Wadern, die Kita-Gebühren zu vereinheitlichen und zu senken und Eltern damit zu entlasten.

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„Dadurch werden alle Eltern gleichermaßen entlastet und es entscheidet nicht mehr der Wohnort darüber, wie hoch die Beiträge sind“, sagt der Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes Merzig-Wadern, Lutwin Scheuer. „Es freut uns, dass der Kreis Merzig-Wadern hier eine Vorreiterrolle übernimmt. Damit setzt er um, was der VdK-Kreisverband schon mehrfach gefordert hat und stellt soziale Gerechtigkeit für Familien mit Kindern her. Andere Kreise sollten es ihm gleichtun und mit den Kommunen Vereinbarungen treffen, um entstehende Defizite auszugleichen“, ergänzt Scheuer.

In Merzig-Wadern sinken die Gebühren für einen Ganztages-Krippenplatz auf 236 Euro sowie für einen Ganztages-Kitaplatz auf 104 Euro. Damit zahlen Eltern dort deutlich weniger Gebühren als in vielen anderen saarländischen Kommunen.

Langfristig müsse das Ziel aber sein, dass die Kita-Beiträge saarlandweit ganz entfallen. „Es kann nicht sein, dass Eltern im saarländischen Orscholz über 200 Euro zahlen müssen, während im rheinland-pfälzischen Nachbarort Freudenburg gar keine Gebühren verlangt werden“, sagt Scheuer. Zwar werden die Elternbeiträge durch das Gute-Kita-Gesetz bis 2022 im Vergleich zu 2019 halbiert, dennoch gibt es je nach Kommune beträchtliche Unterschiede in der Höhe. Bei zwei Krippenkindern können die Kosten 500 Euro im Monat übersteigen, in manchen Krippen kostet ein einzelner Platz derzeit bis zu 380 Euro ohne Essenszulage. „Rechnet man das über mehrere Jahre hoch, müssen Eltern von zwei Kindern mehrere 10.000 Euro in die Kinderbetreuung investieren“, sagt Scheuer.

Kostenlose Kita-Plätze seien ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine notwendige Investition in frühkindliche Bildung, die sich langfristig bezahlt mache. Denn hohe Kita-Beiträge hielten Mütter, die im Niedriglohnsektor beschäftigt sind, oft davon ab, wieder in den Beruf zurückzukehren, sagt VdK-Landesvorstandsmitglied Karin Lawall. „Da viele Frauen in den ersten Lebensjahren des Kindes ihre Arbeitszeit reduzieren, belasten hohe Beiträge Familien mit geringem Einkommen zusätzlich und zementieren traditionelle Rollenbilder.“

Hinzu kommt, dass die Betreuungszeiten den Bedarf in Randzeiten nicht immer decken und es vor allem in Städten nicht genug Kita-Plätze gibt: Im Saarland fehlte 2019 laut einer IW-Studie für jedes fünfte Kind unter drei Jahren ein Kita-Platz, die Betreuungslücke war hier bundesweit am höchsten. „Ein nicht gedeckter Kita-Bedarf verhindert die Vollzeitbeschäftigung von Frauen, was wiederum in vielen Fällen zu Familienarmut und niedrigen Renten im Alter führt“, sagt Lawall.

Schlagworte Kita | Kinderbetreuung | Familienarmut

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