28. Januar 2021
Pressemeldungen

Landesregierung muss Tagespflege
für Pflegebedürftige sicherstellen

Derzeit ist saarlandweit nur die Hälfte der rund 1200 Tagespflege-Plätze verfügbar – für über 40.000 Pflegebedürftige, die zuhause betreut werden. Der VdK fordert eine bessere Versorgung und Entlastung der pflegenden Angehörigen.

Mehr als 40.000 Pflegebedürftigen, die im Saarland zuhause versorgt werden, stehen in „normalen Zeiten“ lediglich 1200 Tagespflegeplätze zur Unterstützung und Entlastung gegenüber. Nach der monatelangen Schließung der Einrichtungen sind aktuell weniger als 600 Plätze verfügbar. Auf diesen Missstand weist der Sozialverband VdK Saarland mit der Aufforderung an die Landesregierung hin, hier schnellstens Abhilfe zu schaffen.

„Tagespflege ist ein Rechtsanspruch für pflegebedürftige Menschen. Die Landesregierung muss sicherstellen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen gerade in dieser schwierigen Corona-Zeit flächendeckend Tagespflege oder passende Alternativen in Anspruch nehmen können“, sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Der VdK Saarland nimmt auch die Tagespflegeanbieter in die Pflicht. Geschlossene Tagespflege-Einrichtungen bei erlaubter Öffnung bezeichnete er als unsolidarisch: „Wer zugelassene Tagespflegeplätze hat, muss diese Leistung unter Beachtung der erforderlichen Corona-Auflagen auch anbieten, ansonsten verwirkt er seine Zulassung. Auf keinen Fall dürfen derartige Anbieter bei fortlaufender Schließung ihrer Einrichtungen auch noch Schutzschirm-Gelder abgreifen“, betont der Sozialverbandsvorsitzende.

Die Betreuung sei unter Corona-Bedingungen nur mit geringeren Gruppengrößen möglich. Deshalb sollten Einrichtungsträger und Pflegekassen schnellstens kreative Lösungen für die räumliche Unterbringung und die personelle Ausstattung des zusätzlichen Tagespflegebedarfes entwickeln.

Auch das zuständige Sozialministerium könne mithelfen, die belastende Unterversorgung zu beheben. „Die Heimaufsicht im Sozialministerium sollte unbürokratisch weitere Kleingruppen in neuen Räumlichkeiten genehmigen. Die durch die aktuell gebotenen Sicherheitsstandards erhöhten Kosten müssen von den Pflegekassen mitfinanziert werden. Während der Schließung nicht genutzte Mittel sollen den Betroffenen für ergänzende Bedarfe in den Folgemonaten erhalten bleiben“, fordert Lang.

Pflegebedürftige, die kein bedarfsgerechtes stationäres Angebot in erreichbarer Entfernung vorfinden, sollten ihren Tagespflege-Anspruch durch eine zugehende Tagespflege in der eigenen Wohnung verwirklichen können. „Dieses für Einzelfälle gut begründbare neue Versorgungsangebot, das einzelne Pflegekassen im Saarland bereits ermöglichen, ist im Interesse aller Beteiligten. Die Pflegeversicherung, die Sozialhilfeträger und auch die Betroffenen selbst sparen viel Geld, weil durch eine Entlastung der Angehörigen Heimeinweisungen vermieden werden können“, sagt der VdK-Landesvorsitzende.

red

Schlagworte Tagespflege | pflegebedürftig

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