17. April 2018
Pressemeldungen

VdK Saarland erstritt 2017
1,6 Millionen Euro

2017 hat der Sozialverband VdK Saarland rund 1,6 Millionen Euro an Nachzahlungen und Rentenansprüchen für seine Mitglieder erstritten. Die Juristen vertraten mehr als 3400 Mitglieder, darunter Ellen Treller-Günther, die auf der Pressekonferenz über ihren Erfolg berichtete.

VdK-Mitglied Ellen Treller-Günther, VdK-Jurist Raphael Collet, VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn und die Teamleiterin der Juristen Sandra Metzen (von links) | © VdK Saarland


VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn lobte vor Journalisten in Saarbrücken die kompetente Arbeit der neun Sozialrechtsberater: „Ihnen ist es zu verdanken, dass zahlreiche, oft schwer kranke Menschen, die sich allein meist nicht im Dschungel des Sozialrechts helfen können, gegen Fehleinschätzungen von Behörden oder Versicherungen wehren konnten. Ihre Rechte und Ansprüche durchzusetzen, macht die Arbeit unseres Sozialverbandes so wichtig und wertvoll“, sagte Springborn.

Bemerkenswert sei auch die Zunahme der von ehrenamtlichen Beratern gestellten Anträge, die etwa ein Drittel aller Anträge ausmachen. „Hier schlägt sich die Stärkung des Ehrenamts und der Ausbau der ehrenamtlichen Beratung in den sechs Sozialberatungszentren in den vergangenen Jahren nieder“, erklärte Springborn.

Mehr als 3400 Verfahren

In den 3425 abgeschlossenen sozialrechtlichen Verfahren erstritt der Verband rückwirkende Nachzahlungen wie zum Beispiel Krankengeld oder Erwerbsminderungsrente in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Die Verfahren der VdK-Sozialrechtsberatung umfassen Anträge, Widersprüche, Klagen und Berufungen gegenüber Kostenträgern nach dem Sozialrecht.

So helfen die VdK-Juristen Mitgliedern zum Beispiel, wenn eine Erwerbsminderungsrente nicht anerkannt oder ein medizinisches Hilfsmittel nicht gewährt wurde. Besonders häufig werden sogenannte Neufeststellungsanträge angefochten, bei denen behinderten Menschen ein bestimmter Grad der Behinderung (GdB) nicht zuerkannt wurde. Ein erfolgreiches Verfahren endet häufig mit einer Nach-, oder Rentenzahlung des Kostenträgers an den Mandanten. Neben geldwerten Leistungen erstreitet der VdK aber auch Nachteilsausgleiche wie etwa die Gewährung eines Parkausweises für Schwerbehinderte.

Insgesamt haben die neun hauptamtlichen Juristen und die 12 ehrenamtlichen Berater fast 12.000 Beratungsgespräche geführt und mehr als 3400 Verfahren zum Abschluss gebracht. 2018 werden die ehrenamtlichen Beratungsangebote weiter ausgebaut.

Die meisten Fälle lagen 2017 im Bereich Schwerbehinderung und der gesetzlichen Rentenversicherung, gefolgt von Krankenversicherung, gesetzlicher Unfallversicherung sowie Pflegeversicherung. „Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass der Bereich Krankenversicherung immer wichtiger wird und mittlerweile an dritter Stelle steht“, stellte Sandra Metzen, Teamleiterin der Sozialrechtsberatung, fest.

Jahrelange Schmerzen

Zur ihrem Recht verholfen hat der Sozialverband unter anderem dem VdK-Mitglied Ellen Treller-Günther. Die 52-Jährige leidet seit etwa einem Jahrzehnt an chronischen Schmerzen in Folge einer Wirbelsäulenerkrankung und Rheuma, die ihrer Aussage nach durch einen lange zurückliegenden Zeckenbiss und der dadurch bedingten Borreliose-Infektion ausgelöst wurden. Bewusst habe man einen eher unspektakulären Fall ausgewählt, der aber das Leid vieler, schwerkranker Menschen verdeutliche und für den Sozialverband alltäglich sei, erklärte Springborn.

Mehrmals hatte Ellen Treller-Günther in den vergangenen Jahren versucht, die Anerkennung ihrer Schmerzen als Schwerbehinderung zu erreichen, für den mindestens ein Grad der Behinderung von 50 Voraussetzung ist. Erst jetzt gelang es dem VdK-Mitglied mit Hilfe des Sozialverbandes, einen Grad der Behinderung von 60 durchzusetzen. Durch den Schwerbehindertenausweis profitiert sie von zahlreichen Nachteilsausgleichen, darunter einem höheren Urlaubsanspruch, Steuervorteilen sowie einem besseren Kündigungsschutz.

Dem VdK und speziell dem Sozialrechtsberater Raphael Collet, der sie gegenüber dem Landesamt für Soziales vertreten hat, ist Ellen Treller-Günther sehr dankbar. „Allein hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft.“ Raphael Collet ergänzte: „Das Problem ist, dass Schmerzen schwer messbar und subjektiv sind. Schmerzpatienten kämpfen oft jahrelang darum, dass ihr Leid anerkannt wird.“ Bei Ellen Treller-Günther etwa führte erst das dritte Verfahren zum Erfolg, davor waren die Anträge auf Höherstufung abgelehnt worden.

Anerkennung des Leids

Dabei ging es ihr weniger um Vorteile oder Nachteilsausgleiche, sondern darum, dass ihr Leid als Schmerzpatientin endlich anerkannt und ernst genommen wird. „Ich habe eine jahrelange Odyssee hinter mir, bis ich endlich Ärzte gefunden habe, die die richtigen Diagnosen stellten und die meine Symptome nicht als rein psychosomatisch abstempelten.“

Sie nimmt rund zehn Tabletten täglich, darunter Kortison gegen die Entzündungen in ihrem Körper, der oft geschwächt ist. Meist kann sie nur kurze Strecken zu Fuß gehen, so dass ihr Hund alleine laufen und sie sich hinsetzen muss. Zahlreiche Antibiotika hat sie bereits eingenommen, um die Borreliose-Infektion zu bekämpfen, die sie für ihre zahlreichen unterschiedlichen Symptome verantwortlich macht. Die Liste ihrer Erkrankungen ist lang: sie reicht von Fieberschüben, Rückschmerzen und Bandscheibenvorfällen über Gedächtnis- und Sehstörungen sowie Schwindelanfällen bis zu Rheuma und Arthritis.

Früher war ich fit, ich hatte nie Rückenschmerzen. Aber seit dem Zeckenbiss spielt der Körper verrückt. Ich war manchmal so schwach, dass ich mich schon im Rollstuhl sah. Ich war kein richtiger Mensch mehr“, sagt die 52-Jährige, die vor ihrer Erkrankung voll im Berufsleben gestanden und Schwerstbehinderte betreut hatte. Heute lebt sie von einer Erwerbsminderungsrente und einem 400-Euro-Job. Ohne ihre Familie, die sie emotional und finanziell unterstützt, und den VdK hätte sie längst aufgegeben, sagt sie.

Auf einen Blick

2017 haben die neun hauptamtlichen Juristen und ihre 14 ehrenamtlichen Helfer fast 12.000 Beratungsgespräche geführt und 3425 Verfahren zum Ab­schluss gebracht. Sie erstritten 1,6 Millionen Euro an Nachzahlungen. 2015 waren es 1,5 Millionen Euro. Die meisten Fälle lagen im Bereich Schwerbehinderung und der gesetzlichen Rentenversiche­rung.

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