21. Februar 2018
Pressemeldungen

Stufenlos zum Geldautomaten

Dass Barrierefreiheit und Denkmalschutz sich nicht im Wege stehen müssen, zeigt der Umbau der ältesten Filiale der Bank1Saar in Gersweiler. Bei einer Ortsbegehung lobte der VdK Saarland die Anstrengungen der Bank.

VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn (sitzend) testet die absenkbare Servicetheke in der Gersweiler Filiale. Im Bild von links: Kundenbetreuerin Selin Imam Oglou mit Hans Peter Grün, Michael Mehlig, Patrick Finger, Heinz Mang und Claus Theres. | © VdK Saarland


Bei einer Ortsbegehung haben der Sozialverband VdK Saarland und die größte saarländische Genossenschaftsbank am 20. Februar am Beispiel der modernisierten Filiale, die Anfang Dezember eröffnet wurde, auf die Bedürfnisse von Älteren sowie Menschen mit Behinderung hingewiesen. Sie befindet sich in der Hauptstraße in einem ehemaligen Bauernhaus aus dem Jahr 1896, das unter Denkmalschutz steht.

Der Eingang der ältesten Bank1Saar-Filiale in Gersweiler ist jetzt stufenlos erreichbar. | © Foto: Bank1Saar

Vor Ort waren vom VdK Saarland Landesgeschäftsführer Peter Springborn und der langjährige Vorsitzende des Ortsverbandes Gersweiler und Klarenthal Heinz Mang. Von der Bank1Saar waren Filialleiter Patrick Finger, der zuständige Filialdirektor Hans Peter Grün und der Abteilungsleiter für Immobilienmanagement Michael Mehlig anwesend. Von Seiten der Stadt Saarbrücken nahm Bezirksbürgermeister Claus Theres, der auch VdK-Mitglied ist, teil. Im Rahmen der bundesweiten VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“ zeigt der Sozialverband VdK, wo noch Barrieren vorhanden sind oder wo Barrierefreiheit erfolgreich umgesetzt wurde.

Der Umbau zeige, wie wichtig es sei, in die Zukunft zu investieren, da in einer alternden Gesellschaft die Zahl der Menschen mit Rollatoren oder Gehhilfen zunehmen werde, erklärte VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn. Der Sozialverband VdK setze sich dafür ein, dass Barrierefreiheit in den Köpfen verankert werde. „Wer heute Barrierefreiheit bei einem Umbau nicht berücksichtigt, schließt Menschen mit Einschränkung oder Behinderung von der Teilhabe am normalen Leben aus – und das für die nächsten 15 bis 20 Jahre.“ Denn Barrierefreiheit sei für 30 Prozent erforderlich, für 10 Prozent unumgänglich, aber für alle komfortabel, so Springborn.

Die Filiale der Bank1Saar in Gersweiler sei ein gutes Beispiel einer gelungenen Mischung von barrierefreien Maßnahmen, die alle Menschen mit Einschränkungen im Blick habe. „Große Bildschirme, Lautsprecher, Kopfhörer oder schalldichte Räume beweisen, dass man auch an Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gedacht hat, die oft vergessen werden.

Hohe Auflagen des Denkmalschutzes

Die wichtigste Änderung fand im Eingangsbereich der Filiale statt: Wo vorher Stufen waren, wurde der Gehweg aus Pflastersteinen so angehoben, dass eine natürliche Rampe entstanden ist. „Zunächst war eine echte Rampe geplant, doch dies war aufgrund der hohen Auflagen des Denkmalschutzes und des mangelnden Platzes nicht möglich“, erklärte der Abteilungsleiter fürs Immobilienmanagement Michael Mehlig.

Die Eingangstür, die sich früher nur per Hand öffnen ließ, wurde durch eine Automatiktür ersetzt. Im Vorraum, der 24 Stunden geöffnet ist, ist ausreichend Platz, so dass Rollstuhlfahrer problemlos wen-den können – dafür benötigen sie einen Wendekreis von 150 Zentimetern. „Der Belag ist rutschhemmend, ohne Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwägen zu bremsen“, erklärte Mehlig.

Der Geldautomat im Vorraum wurde durch das neueste Modell ersetzt. Es erlaubt einem Rollstuhlfahrer, seitlich heranzufahren, zudem ist das Bedienfeld deutlich niedriger als beim alten Modell. Der Automat verfügt über einen Kopfhörer-Anschluss und eine sogenannte Softkey-Tastatur, mit denen sehbehinderte Menschen den Automaten anstelle des Touchscreens und der Sensortasten bedienen können. Insgesamt sechs dieser Automaten der neuesten Generation sind laut Mehlig im Einsatz. Die älteren Modelle werden nach ihrer Ablaufzeit von zehn Jahren durch neue ersetzt. Neben dem Geldautomaten befindet sich der Briefkasten – ebenfalls in für Rollstuhlfahrer gut erreichbarer Höhe. Das Gleiche gilt für den Kontoauszugsdrucker gegenüber.

Im Innenbereich wird der Kunde an einer Servicetheke empfangen, die auf Sitzhöhe abgesenkt wer-den kann. Beratungsgespräche können in einem der beiden Beratungsräume stattfinden, die schall-dicht sind, um den Datenschutz zu gewährleisten, so dass auch schwerhörige Menschen laut sprechen können. Einziger Wehrmutstropfen: Die Toilette im ersten Stock ist nur über eine Treppe erreichbar und nicht rollstuhlgerecht, was laut Mehlig den räumlichen Gegebenheiten, d.h. dem verfügbaren Platz geschuldet sei.

Barrierefreiheit stehe bei Umbauten immer ganz oben auf der Agenda, auch mit Rücksicht auf eine älter werdende Kundschaft oder Eltern mit Kinderwagen, ergänzte Mehlig. Für Menschen, die sich aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht in eine Filiale begeben können, biete die Bank1Saar Hausbesuche an. Außerdem gebe es die Möglichkeit, Kontostands-Abfragen oder Überweisungen telefonisch zu tätigen.

Von den insgesamt 37 Filialen der Bank1Saar sind laut Mehlig über 80 Prozent barrierefrei, das heißt stufenlos oder mit Hilfe eines Aufzugs oder einer Rampe, erreichbar. Bei weiteren geplanten Modernisierungsmaßnahmen werde die Ausrichtung auf Barrierefreiheit wieder besondere Berücksichtigung finden, so Mehlig. Die Bank1Saar verfügt über insgesamt 81 Serviceautomaten, davon 45 Geldautomaten sind und 36 sogenannte Cash-Recycler (Ein- und Auszahlsysteme). Sechs Automaten sind mit Kopfhörern und 35 mit Softkey-Systemen ausgestattet.

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