15. September 2017
Pressemeldungen

70. Jubiläum: Sozialverband
wird mehr denn je gebraucht

„70 Jahre nach seiner Gründung wird der VdK Saarland mehr denn je gebraucht.“ Dies sagte der Landesvorsitzende Armin Lang beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Sozialverbandes im Saarbrücker Schloss. Zu dem Festakt waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Justiz gekommen sowie die Präsidentin des VdK Deutschland, Ulrike Mascher. Für den musikalischen Rahmen sorgte die inklusive Band „iBand“.

Der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass der Sozialverband VdK unentbehrlich ist. | © VdK/Becker&Bredel

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte in ihrer Festrede den VdK Saarland als Verband, der sich von einer Interessenvertretung für Kriegsopfer zu einem modernen Sozialverband entwickelt hat: „Der VdK Saarland setzt sich unermüdlich und nachhaltig für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme ein. Insbesondere die schnelle und unbürokratische Hilfe für Menschen mit Behinderungen, Senioren, Kranken und Patienten sind das Markenzeichen des VdK. Diese Leistungen zum Wohle der Gesellschaft verdienen große Anerkennung.“ Die Ministerpräsidentin lobte zudem das grenzüberschreitende Engagement des Sozialverbandes. „Mit diesem grenzüberschreitenden Engagement ist der VdK Saarland auch ein Vorbild für die soziale Integration in einem gemeinsamen Europa“, sagte die Ministerpräsidentin.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher lobte die Arbeit des saarländischen Verbandes. | © VdK/Becker&Bredel

Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK Deutschland, lobte die überaus erfolgreiche Arbeit des saarländischen VdK, der sich kontinuierlich für die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder einsetze und aktiv Einfluss auf die Landespolitik nehme. „Wie politisch aktiv der VdK Saarland ist, zeigt auch der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Landesregierung, in den der VdK parteiübergreifend viele seiner Forderungen eingebracht hat“, erklärte Mascher. Dazu zählten auch Forderungen nach Verbesserungen für Menschen mit Behinderung, die für das Saarland besonders wichtig seien, wo 153.000 Menschen mit einer Behinderung leben. Mascher nannte auch die Forderung nach der Stärkung des Ehrenamts: Bundesweit engagieren sich rund 60.000 Menschen im VdK, saarlandweit rund 2000. Bürgerschaftliches Engagement müsse aber immer freiwillig sein und dürfe nicht auf Umwegen kommunale Pflichtaufgaben übernehmen oder professionelle Erwerbsarbeit etwa in der Pflege verdrängen, unterstrich Mascher.

Die stetig zunehmende Mitgliederzahl sei ein großer Vertrauensbeweis für den größten und am stärksten wachsenden Sozialverband Deutschlands, sagte Mascher, habe aber auch eine beunruhigende Seite. „Das bedeutet, dass immer mehr Menschen sich in sozial schwierigen Lebenslagen befinden und es oft genau diese Notlagen sind, die viele Leute zum VdK bringen.“ Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs gehe es vielen Menschen sozial und ökonomisch schlecht, sagte Mascher und forderte ein gerechtes Steuersystem, um ein gutes und menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen. Die VdK-Präsidentin rief die Forderungen des Sozialverbandes zur Bundestagswahl nach einer auskömmlichen Alterssicherung, nach bezahlbarer Gesundheit, besseren Leistungen für pflegende Angehörige oder einer besseren Arbeitsmarktpolitik zur Bekämpfung von Armut und Langzeitarbeitslosigkeit in Erinnerung.

Der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang erinnerte an die Sonderstellung des saarländischen Verbandes, der 1947 als „Vereinigung der Kriegsgeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes“ (VKS) gegründet wurde – gegen den anfänglichen Widerstand der französischen Verwaltung. Die VKS, später VdK, sei ein Kampfverband der Menschen gewesen, die nicht vergessen, abgehängt und ausgegrenzt sein wollten. Mit mehr als 1,8 Millionen Mitgliedern bundesweit und 44.000 im Saarland hat der VdK mehr Mitglieder als alle im Bundestag vertretenen Parteien zusammen, erinnerte der Landesvorsitzende. „Wir erfahren tagtäglich, wo den Menschen der Schuh drückt und worunter sie leiden“, unterstrich Lang. „Die soziale Spaltung in Deutschland wächst. Immer mehr Menschen werden durch Armut ausgegrenzt“, so Lang. Darum setze sich der Sozialverband für mehr Gerechtigkeit, eine Lebensstandard sichernde Rente, eine existenzsichernde Arbeit und ein würdiges Leben bei Pflegebedürftigkeit ein.

Drei Gründungsmitglieder, die dem VdK Saarland 1947 beigetreten sind, wurden bei dem Festakt ausgezeichnet. Von links: Willi Müller mit Sohn Klaus Müller, Werner Salm, Alfred Engeldinger mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem VdK-Landesvorsitzenden Armin Lang und dem VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn. | © VdK/Becker&Bredel

Im Anschluss wurden drei Gründungsmitglieder geehrt, die dem VdK Saarland, damals der VKS, im Jahr 1947 beigetreten sind: Willi Müller (92) aus Ottweiler-Lautenbach, Werner Salm (91) aus Emmersweiler (Großrosseln) und Alfred Engeldinger (94) aus Merzig-Schwemlingen. Salm war jahrzehntelang als Rentenberater und Berater für Mitglieder in Frankreich aktiv. Für sein Engagement hat er bereits die Ehrennadel in Silber und Gold des VdK Deutschland sowie die Ehrenmedaille in Silber des VdK Saarland erhalten. Willi Müller beriet über Jahrzehnte Kriegsversehrte- sowie Witwen und Waisen beim Landesversorgungsamt und war von 1987 bis 2004 Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Lautenbach.
Das Fundament des Sozialverbandes VdK ist das Engagement seiner ehrenamtlichen Helfer. Stellvertretend wurde Heinz Mang, langjähriger Vorsitzender des Ortsverbandes Gersweiler und Klarenthal ausgezeichnet. Er hatte beim heimischen Supermarkt einen Lieferservice für ältere Menschen initiiert, der großen Zuspruch fand.

Am Nachmittag hat der VdK Saarland ein Familienfest rund ums Saarbrücker Schloss organisiert. Für Familien mit Kindern gab es ein besonderes Programm aus Stücken des Puppentheaters Kussani, Jonglage der Zirkusschule Kokolores und Zauberkunst der Zauberfamilie Mathias.


Hintergrund: Vom Kriegsopfer- zum Sozialverband:

Der VdK Saarland wurde 1947 als „Vereinigung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes“ (VKS) gegründet. Die VKS erkämpfte bessere Leistungen für Kriegsopfer und hatte in der Nachkriegszeit bis zu 50.000 Mitglieder. Das Saarland war damals Teilgebiet der französischen Besatzungszone. Erst im Jahr 1959, als das Saarland nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich an die Bundesrepublik angegliedert wurde, erfolgte der Anschluss der VKS an den VdK Deutschland. Dieser wurde 1950 unter dem Namen "Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V." gegründet, heute Sozialverband VdK Deutschland.

Innerhalb der vergangenen sieben Jahrzehnte entwickelte sich der Sozialverband VdK vom Kriegsopfer- zum modernen Sozialverband. Die Rechtsberatung wurde um den Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung sowie durch die Einführung des Schwerbehindertengesetzes erweitert. Später kamen weitere Sozialrechtsbereiche wie Kranken-, Pflege- oder Unfallversicherung hinzu. Der Verband öffnete sich für gesellschaftliche Gruppen, die keine Lobby hatten: Rentner, Arbeitslose, Kranke, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung, pflegende Angehörige, Familien und Alleinerziehende.

Die Mitgliederzahl stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, nicht zuletzt aufgrund sozialpolitischer Einschnitte und der zunehmenden Armut. Bundesweit hat der Sozialverband VdK 1,8 Millionen Mitglieder, saarlandweit sind es mehr als 44.000. Eine wichtige Säule ist das ehrenamtliche Engagement: bundesweit engagieren sich rund 60.000 Menschen ehrenamtlich im VdK, saarlandweit rund 2000.

Festschrift zum 70. Jubiläum des Sozialverbandes VdK Saarland

Die 40-seitige Festschrift gibt einen Überblick über Geschichte und Entwicklung des VdK Saarland und lässt mehrere Gründungs-mitglieder zu Wort kommen. Zum Download der Festschrift (3,26 MB, PDF-Datei).

Die Geschichte des VdK Saarland

Die Geschichte der Entstehung des VdK Saarland ist die Geschichte der Kriegsopfer im Saarland in der Zeit von 1945 bis 1959. Denn in dieser Zeit gründete sich die Selbsthilfeorganisation "Vereinigung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes" (VKS), aus der schließlich der VdK Saarland hervorging. Mehr Infos

Der VdK Saarland
Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl arbeitet an einem Notebook.
Der VdK ist mit 1,9 Millionen Mitgliedern bundesweit und rund 47.000 im Saarland Deutschlands größter Sozialverband. Er ist unabhängig, aber nicht unpolitisch. Erfahren Sie mehr.
Service
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
Die Juristen des VdK sind auf Sozialrecht spezialisiert. Als Herzstück des Sozialverbands VdK Saarland beraten sie Mitglieder auf den Gebieten Rente, Behinderung, Gesundheit und Pflege und vertreten sie vor Gericht.
Mitglied werden!
Symbolfoto: Eine glueckliche Familie, bestehend aus drei Generationen
Sie interessieren sich für eine Mitgliedschaft im Sozialverband VdK Saarland? Hier finden Sie zehn wirklich gute Gründe für eine Mitgliedschaft. Überzeugen Sie sich selbst!