25. August 2017
Pressemeldungen

„Gesundheit muss bezahlbar sein!"

Die Politiker müssten die Verzweiflung vieler Menschen im Blick behalten, forderte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang bei einem „Kandidaten-Check“ der Bundestagskandidaten, den der Sozialverband VdK Saarland und die Saarländische Armutskonferenz (SAK) im Forum der Saarbrücker Zeitung organisiert hatten.

VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn (links) fühlt den Bundestagskandidaten auf den Zahn: Thomas Lutze, Markus Tressel, Esra Limbacher, Marc Speicher und Peter Habel (von links nach rechts). | © Wimmer/VdK


Es könne nicht sein, dass Menschen Rezepte nicht einlösten, auf einen festen Zahnersatz verzichteten oder an Windeln für Pflegebedürftige sparten, weil sie sich die Zuzahlung nicht leisten könnten. „Der Zugang zu einem der besten Gesundheitssysteme der Welt bröckelt – er darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein!“, sagte Lang.

Die zunehmende Armut, die Zukunft der Rente und der Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit waren die Themen, über die die fünf Kandidaten diskutierten, nachdem sie Kurzfilme der VdK-Kampagne „Soziale Spaltung stoppen!“ gesehen hatten. Die Kandidaten waren Marc Speicher (MdL, CDU), Esra Limbacher (SPD, Wahlkreis Homburg), Thomas Lutze (MdB, Die Linke, Wahlkreis Saarbrücken), Markus Tressel (MdB, Die Grünen, Wahlkreis Saarlouis) und Peter Habel (FDP, Wahlkreis Homburg). Die Diskussion moderierte VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn.

Der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang forderte eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung und dass diese auf eine breitere Basis gestellt werde. Statt Gesundheitsausgaben zu diffamieren, müsse man sie als Zukunftsinvestition begreifen. Die Trennung der Pflegeversicherung in gesetzlich und privat bezeichnete Lang als großen sozialpolitischen Skandal. Aufgrund des geringeren Pflegerisikos der privat Versicherten seien die Rücklagen der privaten Pflegeversicherung drei Mal höher, während die gesetzliche Versicherung um ihre Finanzierung kämpfen müsse.

Plädoyer für umlagefinanziertes System

Beim Thema Zukunft der Renten forderte Armin Lang die Parteien dazu auf, den Menschen noch vor der Bundestagswahl zu sagen, wie sie ein Absinken des Rentenniveaus verhindern wollten. Rente stelle eine Anerkennung der Lebensleistung dar, und das nicht nur im beruflichen Leben. „Wer drei Kinder großgezogen und vier Großeltern gepflegt hat, der hat eine große gesellschaftliche Leistung erbracht und der muss im Alter in Würde leben dürfen!“, sagte Lang. Das umlagefinanzierte System sei der einzige Garant für eine vernünftige Altersvorsorge, unterstrich der VdK-Landesvorsitzende, da die betriebliche Vorsorge (zweite Säule) vielen Arbeitnehmern im Handwerk und Gewerbe nicht angeboten würde und sich Arbeitnehmer mit geringem Einkommen eine private Altersvorsorge (dritte Säule) gar nicht leisten könnten.

Dass es in einem der reichsten Staaten der Welt die höchste Zuwachsrate bei der Armut gebe, sei eine Bankrotterklärung, erklärte Lang. Um eine der Hauptursachen, nämlich Langzeitarbeitslosigkeit, zu bekämpfen, forderte er einen Rechtsanspruch auf Arbeit statt neuer, zeitlich begrenzter Programme. Nur ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt könne ein würdiges Einkommen sichern und Altersarmut verhindern.

Anlässlich der angekündigten Schließung des Dillinger Krankenhauses forderte Lang mehr Ehrlichkeit und eine bessere Kommunikation, denn die Schließung sei abzusehen gewesen. Man müsse den Menschen erklären, dass Kliniken mit mehr Fallzahlen sich eine bessere Technik und Ausstattung und spezialisierte Fachärzte leisten könnten – dies sei im Interesse des Patienten. „Weniger ist in diesem Fall mehr. Für den Patienten ist es besser, zehn Minuten länger zu fahren und gut versorgt zu werden, als um die Ecke versorgt und nachher zwei Mal verlegt zu werden“, sagte Lang. Er plädierte für eine Umwandlung von kleinen Kliniken in regionale Gesundheitszentren mit ambulanten Angeboten im Bereich Reha, Pflege und Therapie.

VdK-Aktion zur Bundestagswahl -
Soziale Spaltung stoppen!

© VdK

„Soziale Spaltung stoppen!" lautet das Motto der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2017. Denn trotz der großen Wirtschaftskraft wächst die soziale Kluft in Deutschland immer weiter. Der Sozialverband VdK fordert einen Kurswechseln in der Sozialpolitik.

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