28. Juni 2017
Pressemeldungen

Trotz Handicap auf die Halde Ensdorf

Der VdK-Kreisverband Saarlouis und die Gemeinde Ensdorf haben am 28. Juni vier Fahrten für Menschen mit Gehbehinderung zum Saarpolygon organisiert. Diese Chance ließen sich rund 150 Teilnehmer nicht entgehen – trotz Regens und Wolken genossen sie den Ausblick.

Sieglinde Theobald und Monika Braun genießen den Blick von der Halde. | © Wimmer/VdK


Sehnsüchtig hat Irmgard Borrelli (61) aus Fraulautern auf die Fahrt zum Saarpolygon gewartet. Sie kann die Landmarke auf der Bergehalde Duhamel in Ensdorf von ihrem Fenster aus sehen. Doch wegen Hüftproblemen kann sie nur mit einer Krücke gehen. „Ich hatte schon Angst, dass es wegen des schlechten Wetters abgesagt wird. Aber das Wetter ist mir egal, ich wollte unbedingt da hoch!“, sagt Borrelli, die seit fünf Jahren Mitglied im Sozialverband VdK Saarland ist.

Ältere und Menschen mit Gehbehinderung nutzten die Chance, auf die Halde Ensdorf gebracht zu werden. Im Hintergrund das Saarpolygon. | © Wimmer/VdK

Der VdK-Kreisverband Saarlouis hat am 28. Juni vier Fahrten für Menschen mit Gehbehinderung zum Saarpolygon in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ensdorf organisiert. Denn der rund zwei Kilometer lange geschotterte Fußweg ist für ältere und gehbehinderte Menschen oft zu beschwerlich, so dass ihnen der Ausblick von der Halde verwehrt bleibt.

Während der VdK Saarland die Anmeldungen aufnahm, kümmerte sich die Gemeinde um die Fahr-zeuge. Sieben Busse waren im Einsatz, davon einer für Rollstuhlfahrer. Der Fahrweg zur Bergehalde ist im Gegensatz zum Fußweg auf der anderen Seite nicht öffentlich, da es sich um ein Gelände der Bergaufsicht handelt. Die Fahrer mussten daher vorher eingewiesen und die Fahrten von der RAG genehmigt werden.

Zwar hat die Gemeinde Ensdorf bereits Fahrten auf die Halde organisiert, doch der Andrang war immer groß, wie Bürgermeister Hartwin Faust sagt. Auch Margarete Schröder aus Neuforweiler, die seit einer Bandscheiben-Operation auf einen Rollator angewiesen ist, hatte voriges Jahr keinen Platz mehr bekommen. „Daher habe ich das jetzt ausgenutzt. Das ist echt gut, dass es sowas gibt! Man hat eine wunderbare Aussicht auf das ganze Saarland“, sagt Schröder und blickt auf die Dillinger Hütte und das Ford-Hochhaus. Auf der Halde erklärt Volker Hagelstein vom Verein BergbauErbeSaar, dass das Saarpolygon im September des Vorjahres eröffnet wurde und 250 Tonnen wiegt. Noch schwerer sei je-doch das Fundament, auf dem es steht – es wiege 1500 Tonnen. Die Konstruktion der Stahlträger sei dem Eiffelturm nachempfunden.

Hans und Sieglinde Theobald aus Überherrn sind zum ersten Mal auf der Halde. Er ist 81, sie 78 Jahre alt und braucht seit einem Jahr einen Rollator. „Ich habe die Halde immer vom Fenster aus gesehen und wollte da hoch“, sagt Sieglinde Theobald. Dann blickt sie zum rund 30 Meter hohen Saarpolygon, das ihr Mann gerade besteigt – über neun Etagen und insgesamt mehr als 130 Stufen. „Ich bewundere ihn dafür, er hat künstliche Kniegelenke!“, sagt sie. Beim Abstieg ist Hans Theobald sichtlich erschöpft, aber zufrieden. „Es hat sich gelohnt, ich habe schön weit gesehen.“ Jetzt wäre ein Aufzug zum Saarpolygon nicht schlecht, finden Sieglinde Theobald und Monika Braun, die wegen Problemen an den Hüftgelenken an Krücken geht.

Das Bergsteiger-Paar Marianne (85) und Toni Ney (86) hat es auf das Saarpolygon geschafft. | © Wimmer/VdK

Auch das Bergsteiger-Paar Marianne (85) und Toni Ney (86) kämpft sich die Treppen hoch, als es einen kurzen, heftigen Schauer gibt, der auf dem Plateau noch stärker zu spüren ist. „Jetzt befinden wir uns auf 359 Höhenmeter, unter Vorbehalt, wegen des Regens“, sagt Toni Ney, der einen Höhenmesser dabei hat. Die Halde selbst befindet sich 330 Meter über dem Meeresspiegel und ist 150 Meter hoch. Für das wechselhafte Wetter sind die beiden mit roten Regenjacken, schwarzen Regenhosen und Bergschuhen perfekt gerüstet. Neun 3000er hat seine Frau schon erklommen, erzählt Toni Ney stolz. Er selbst war auf 22 und geht mittlerweile mit Stock.

Wieder unten angekommen, warten bereits die nächsten Teilnehmer auf die Fahrt, darunter Walter Wirtz, der seit einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt und früher Bergmann in Ensdorf war. Vor ihm sitzt Annemarie Müller, die lungenkrank ist und eine Sauerstoffflasche dabeihat. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich nochmal hinauf kann. Das ist eine tolle Gelegenheit“, sagt sie.

Rund 150 Menschen haben an den vier Fahrten teilgenommen. „Die Resonanz war gut, trotz des schlechten Wetters. Das ist ein großer Erfolg für unser Pilotprojekt, so dass wir vorhaben, die Veranstaltung auf die anderen Landkreise ausdehnen“, bilanziert Franz Leinenbach, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Saarlouis.

Maria Wimmer

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